
Nach der ersten Saisonniederlage reist der SV Bergisch Gladbach 09 zum Aufsteiger SSV Bornheim. Während der Aufsteiger mit der Nachricht über das Ende der Ära von Trainer Patrick Schmitz überrascht, sucht der Primus die sofortige Rückkehr in die Erfolgsspur.
Die Vorzeichen für das Duell am Samstagnachmittag könnten kaum gegensätzlicher sein. Auf der einen Seite steht der SSV Bornheim, der als Tabellenzehnter eine solide Rolle in der Mittelrheinliga spielt und zuletzt durch einen deutlichen 4:1-Erfolg in Überzahl gegen Frechen überzeugte. Doch abseits des Platzes überraschte der Verein heutigen Mittwoch, dass sowohl Trainer Patrick Schmitz als auch der sportliche Leiter Sharifo Osmaan zum Saisonende ihre Ämter niederlegen werden.
Sharifo Osmaan blickt dennoch voller Vorfreude auf das Kräftemessen mit dem Spitzenreiter: „Es ist die Art von Partie, für die man Fußball spielt. Tabellenführer, viele Zuschauer, große Aufmerksamkeit. Aber eines ist klar: Der Druck liegt nicht bei uns. Wir haben unser Saisonziel fest im Blick und sind im Vergleich zur Hinrunde bereits vier Punkte weiter. Das gibt uns Selbstvertrauen.“ Die Bornheimer erinnern sich zudem an das knappe Hinspiel, das sie mit 1:2 verloren geben mussten. „Das Hinspiel war eng. Nach 90 Minuten stand es aus dem Spiel heraus 1:1. Ein früher Elfmeter hat uns damals vor eine zusätzliche Herausforderung gestellt. Wir wissen also, dass wir absolut auf Augenhöhe sein können“, so der 32-jährige Osmaan weiter. Die Rollenverteilung sei dennoch eindeutig: „Die liegt klar beim Gegner. Sie wollen ihre Tabellenführung verteidigen – und dafür müssen sie bei uns bestehen. Wir hingegen wollen zeigen, was in uns steckt.“
Die Kruth-Elf reist indes mit einer ungewohnten Hypothek an. Die 0:1-Niederlage gegen den Siegburger SV am vergangenen Sonntag war die erste Pleite der gesamten Spielzeit. „Uns hat es am vergangenen Sonntag erwischt. Diese Niederlage müssen wir jetzt richtig einordnen und akzeptieren. Es war bei Weitem nicht alles schlecht von uns, deshalb werden wir aus diesem Spiel die richtigen Lehren ziehen und analysieren, woran es gelegen hat“, erklärt Coach Kevon Kruth. Die Gier auf Wiedergutmachung sei in der Mannschaft deutlich spürbar: „Wichtig ist jetzt, dass die Jungs die Mentalität entwickeln, sofort wieder zurück in die Erfolgsspur zu wollen. Die nächste Gelegenheit dazu haben wir bereits am Samstag. Am liebsten hätten wir ehrlich gesagt schon gestern wieder gespielt.“
Der 40-Jährige betont zudem, dass die Niederlage gegen einen starken Gegner wie Siegburg kein Grund zur Panik sei: „Ich bin ohnehin nicht davon ausgegangen, dass wir schadlos durch die Saison kommen. Das wäre auch den anderen Mannschaften gegenüber vermessen. Siegburg ist eine gute Mannschaft, da kann so eine Niederlage passieren. Ärgerlich ist eher die Art und Weise, aber auch das müssen wir akzeptieren.“ In Bornheim erwartet er nun eine besondere Atmosphäre auf engem Raum. „In Bornheim erwarten uns auch einige besondere Rahmenbedingungen: ein enger, kleiner Platz, viele Zuschauer und eine emotionale Atmosphäre. Das sind Faktoren, auf die wir die Jungs vorbereiten müssen. Wir müssen dort die richtigen Mittel und Wege finden.“
Taktisch stellt sich der Tabellenführer auf eine physische Herausforderung ein. Laut Kruth werde es ein körperbetontes Spiel, in dem Zweikampfstärke und das Verhalten bei zweiten Bällen entscheidend sein werden. Gleichzeitig gelte es, die Offensive des Gegners möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten. Personell gibt es bei den Gästen Licht und Schatten: Während Daniel Candido Kritsch und Stefano Fragapane in den Kader zurückkehren, fehlen zwei Akteure aufgrund von Gelbsperren. Kruth sieht darin jedoch kein Problem: „Mit der Breite unseres Kaders, die ich immer wieder betone, werden wir auch damit umgehen können.“