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Ralf Dietrich trifft auf einen ihm bestens bekannten Verein.
Ralf Dietrich trifft auf einen ihm bestens bekannten Verein. – Foto: SSV Berghausen

Ralf Dietrichs Rückkehr an die Erfolgsstätte

Bezirksliga, Gruppe 1: Der Trainer hat 20 Jahre beim SC Reusrath gearbeitet und den Klub bis in die Landesliga geführt. Dann musste er gehen, und nachdem der Coach mit dem SSV Berghausen den Aufstieg schaffte, sieht man sich am Sonntag wieder.

Wenn Ralf Dietrich mit seinem SSV Berghausen am kommenden Spieltag beim Gastauftritt in Reusrath an der Seitenlinie steht, dann ist das Aufeinandertreffen mit dem Sport-Club von Trainer Marco Schobhofen für den erfolgreichsten Übungsleiter in der Vereinsgeschichte der Germanen wohl nicht nur eine Begegnung mit der Vergangenheit, sondern irgendwie auch eine Art Nachhausekommen. Auf die Rückkehr am Sonntag (15 Uhr, Sportpark Reusrath) freut Dietrich sich nach eigenem Bekunden sehr – seinen Spielern hat er aber einen klaren Auftrag mitgegeben.

Ehemalige Weggefährten

Der Aufstieg und die Spielzeiten in der Landesliga waren für das Fußball-Dorf Reusrath eine große Sache. Und mit Dietrich hatte der Erfolg zudem ein Gesicht und einen Namen. Allerdings endete die lange Ehe zwischen Verein und Trainer schlussendlich im Bruch. Im April 2023 entband der Vorstand den Coach nach 20 Jahren im Klub von seinen Aufgaben.

Die damalige Entscheidung habe jedoch nicht dafür gesorgt, dass den heutigen SSV-Coach nun Rachegelüste antrieben, sagt er. Für ihn ist die Partie in der Bezirksliga eine gegen alte Freunde. Sein Gegenüber, Schobhofen, war damals gar Teil seines Teams. „Mehr ist das aber wirklich nicht“, betont er, „weil: Es geht nicht um mich als Person – sondern dass wir als Mannschaft versuchen, zu bestehen.“

Obwohl seine Elf als Aufsteiger insgesamt eine gute Figur abgibt, sie es Favoriten immer wieder schwer macht und am Sieg schnuppert, befindet sie sich in einer kleinen Krise: In den vergangenen sechs Spielen ergatterte der SSV beim furiosen 4:4 beim SV Solingen nur einen Zähler. „Wir hadern nicht mit unserer Leistung“, sagt Dietrich, „wir hadern mit unseren Ergebnissen.“

Reusrath auch außer Form

Die Gastgeber auf der anderen Seite befinden sich gerade ebenfalls auf Talfahrt: Dem 0:5 im Heimspiel gegen TuSpo Richrath folgte ein 0:5 beim MSV Düsseldorf. Die Stimmung war nach dem Auswärtsauftritt auf einem Tiefpunkt angelangt, gibt Schobhofen zu. Dabei zeigte Reusrath gar nicht derart schlechte Auftritte, wie es die beiden Spielausgänge vermuten ließen. „Wenn die Mannschaft einen Nackenschlag kriegt, gehen die Köpfe so ein bisschen runter, und die Gegenwehr ist nicht mehr“, beschreibt Schobhofen das Problem, dem die hohe Anzahl an Gegentoren zugrunde liegt. Diesen Missstand habe das Team in der kurzen Spielpause deutlich angesprochen und Gegenmaßnahmen ergriffen. Dass viele verletzte Spieler einen Anteil an den Misserfolgen haben, gehöre zur Wahrheit zwar auch dazu, solle aber keine Ausrede sein. Schobhofen wähnt seine Auswahl daher nun im Abstiegskampf.

Für beide Kontrahenten wäre ein Sieg am Sonntag also sehr wichtig. Und beide Kontrahenten rechnen sich aufgrund der jeweiligen Situationen freilich Punkte aus. Die Begleitumstände mit Dietrichs Rückkehr an die alte Wirkungsstätte spielen demnach keine Rolle. Auch Schobhofen bekräftigt das: „Ich persönlich hätte ihm ein anderes Ende in Reusrath gewünscht, es hat hier immerhin noch keiner geschafft, in die Landesliga aufzusteigen. Ich freue mich, dass ich ihn wiedersehe.“

Aufrufe: 01.12.2024, 09:00 Uhr
RP / Tobias BrückerAutor