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Ligavorschau

Rainer Liebl - ohne ihn wäre es nicht »unglaublich für Niederbayern«

20. Spieltag in der Frauen-Bayernliga: Die Meistertour des FC Ruderting, die es ohne den Gründungsvater nicht gäbe, geht weiter - nächste Station: Hof...

von Helmut Weigerstorfer · Heute, 12:00 Uhr · 0 Leser
Nach dem ersten offiziellen Spiel im Jahr 2005 musste ein Erinnerungsfoto her - natürlich mit Rainer Liebl (stehen v.l.) und Johanna Maier.
Nach dem ersten offiziellen Spiel im Jahr 2005 musste ein Erinnerungsfoto her - natürlich mit Rainer Liebl (stehen v.l.) und Johanna Maier. – Foto: FC Ruderting

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Die Meister-Tour geht weiter – nächste Station: Hof. Im Rahmen des 20. Spieltages gastiert der FC Ruderting in Oberfranken und wird dort seinem Status entsprechend empfangen. „Bereits fünf Spieltag vor Saisonende mit 15 Punkten Vorsprung und nur einer Saisonniederlage die Meisterschaft perfekt zu machen, spricht für eine außergewöhnliche Saison“, beglückwünscht FFC-Trainer Rolf Bröcker den künftigen Regionalligisten.

Dass die Niederbayern in der kommenden Saison 3. Liga spielen, ist eine Erfolgsgeschichte, die ohne einen Mann gar nicht möglich gewesen wäre – Rainer Liebl. 2005 wurde der heute 59-Jährige zum Gründungsvater der Damenmannschaft in Ruderting. „Es gab damals eine B-Juniorinnen-Mannnschaft, in der meine Tochter gespielt hat. Als die Trainerin aufgehört hat, stand das Team vor seiner Auflösung. Deshalb bin ich eingesprungen.“

So., 17.05.2026, 13:00 Uhr

Und weil Liebl keine halben Sachen macht, setzte er sich von da an voll und ganz für seine Mädls ein. Acht Jahre stand er an der Linie, war gleichzeitig Abteilungsleiter. Unter seiner Regie etablierte sich der FC Ruderting im niederbayerischen Frauenfußball. Von der Kreisliga ging es relativ schnell hoch in die Landesliga. Er ist „Gott und die Welt abgefahren“, um Neuzugänge an Land zu ziehen. „Von Kirchberg vorm Wald sind so viele Spielerinnen gekommen, dass dort die Mannschaft aufgelöst werden musste. Die waren stocksauer“, erinnert er sich an eine Anekdote.

Nicht nur außerhalb von der Ruderting machte sich der gebürtige Rudertinger nicht unbedingt Freunde, um seinen Mädls zu helfen. Auch innerhalb des Vereins kämpfte er zu Beginn gegen Windmühlen. „Das war ein Kampf! Erst musste ich die Vorstände überzeugen, überhaupt eine Damenmannschaft zu gründen. Nach zwei Aufstiegen setzte ich mich dann dafür ein, die Strukturen professioneller zu gestalten. Unter anderem habe ich selber Sponsoren akquiriert, was dann wiederum dem Herren-Abteilung nicht unbedingt geschmeckt hat.“

"Genauso eine Verrückte musste her": Die scheidende Managerin Hanna Maier (vorne) folgte auf Rainer Liebl als Universaltalent.
"Genauso eine Verrückte musste her": Die scheidende Managerin Hanna Maier (vorne) folgte auf Rainer Liebl als Universaltalent. – Foto: Simon Schwaiberger

Die Mühen haben sich gelohnt – im doppelten Sinne. Inzwischen sind die Mädls fester und geschätzter Bestandteil des FC Ruderting. Zudem ging es – natürlich mit kleineren Rückschlägen – sportlich immer weiter nach oben. „Als wir das erste Mal in die Landesliga aufgestiegen sind, war die Bayernliga immer das große, fast nicht erreichbare Ziel“, blickt Rainer Liebl zurück. „Dass nun bald in der Regionalliga gespielt wird, ist ein riesengroßer Erfolg und unglaublich für ganz Niederbayern.“

Der Gründungsvater, der weiterhin regelmäßig als Zuschauer bei den Spielen der „Ruadadingarinna“ dabei ist, traut es Schwaiberger & Co. auch zu, eine Etage höher bestehen zu können. „Das wird eine Umstellung – alleine, wenn ich an die Reisestrapazen denke. Aber wenn sie die Euphorie mitnehmen, können sie die Klasse halten.“ Dann würde die Erfolgsgeschichte weitergehen, die ohne ihn gar nicht möglich gewesen wäre...