
Anfang Juni wird bekannt, dass gegen den Regionalliga-Absteiger FC Viktoria Berlin ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Schon seit Wochen kursieren Berichte über finanzielle Schwierigkeiten bei den Himmelblauen. In der Berliner Fußballszene mehren sich die Spekulationen, wie es in Lichterfelde sportlich und strukturell weitergehen soll. Nun äußert sich Pressesprecherin Neyla Chiha gegenüber FuPa Berlin – und bringt ein wenig Licht ins Dunkel
Viktoria Berlin in der Krise
– Wochenlang war es still rund um den FC Viktoria 1889 Berlin, zu still. Nach Abstieg, internen Turbulenzen, Zahlungsproblemen und einem eingeleiteten vorläufigem Insolvenzverfahren (FuPa Berlin berichtete) hatte der einstige Drittligist die Öffentlichkeit gemieden. Umso überraschender jetzt die Wende: Wie Viktoria am Freitag gegenüber FuPa Berlin bestätigte, wird die Spielbetriebs-GmbH in der kommenden Oberliga-Saison antreten – nicht der eingetragene Verein. Das bestätigte Pressesprecherin Neyla Chiha telefonisch und kündigte weitere Details für Montag an.
Eine Nachricht, die Berliner Fußballkreise interessiert – denn sie bedeutet vor allem eins: Die GmbH scheint noch zu leben. Und das, obwohl das vorläufige Insolvenzverfahren bereits Anfang Juni vom Amtsgericht Charlottenburg eröffnet wurde. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Martin Herrmann, soll das Vermögen der GmbH sichern, während über die eigentliche Insolvenzanmeldung noch entschieden wird.

Probleme bei der Spielbetriebs GmbH "FC Viktoria Berlin" reißen nicht ab
Vier Trainer, mehrere Geschäftsführer Sport und Sportdirektoren wurden allein in der letzten Saison verschlissen. George Boateng, noch im Februar als Hoffnungsträger im Amt des Sportdirektors vorgestellt, soll schon seit Wochen nicht mehr im Amt sein. Hinzu kommt eine ungewisse sportliche Zukunft: Nach dem Abstieg haben zahlreiche Leistungsträger den Klub verlassen (hier geht es zu den Transfers), wie eine konkurrenzfähige Mannschaft für die kommende Saison aussehen soll, ist völlig offen. Was passiert mit Hauptgesellschafter SEH ? Auch bei Austria Klagenfurt und HNK Sibenik soll es Probleme gegeben haben. Das berichten mehrere Medien
Darf Viktoria trotz Verfahren in der Oberliga antreten ?
Ja. Zwar heißt es in den Statuten, dass ein eröffnetes Insolvenzverfahren (was es noch nicht ist) nach Saisonende einen Abzug von neun Punkten für die darauffolgende Spielzeit zur Folge habe. Sollte der Verein absteigen (so ist ist es geschehen), würde diese Regelung entfallen. Egal ob GmbH oder eingetragener Verein.
Entscheidende Wochen brechen an für Himmelblau.
Mehr Klarheit soll die für Montag angekündigte Mitteilung bringen. Viele Fragen bleiben bis dahin offen – und müssen im Sinne des künftigen Oberliga-Teams dringend geklärt werden. Andernfalls droht das nächste sportliche Unglück