2026-04-10T07:15:08.667Z

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Platzverweis als „Knackpunkt“: Porz gerät in Hohkeppel unter die Räder

Mittelrheinliga: Aufstiegsanwärter SV Eintracht Hohkeppel hat im ersten Spiel unter Neu-Trainer Giuseppe Brunetto dreifach gepunktet. Gegen die SpVg Porz tat sich die SV Eintracht aber lange Zeit schwer und profitierte schlussendlich von einem Platzverweis.

von Tom Kunze · Heute, 07:59 Uhr · 0 Leser
Nach drei sieglosen Spielen in Serie darf Hohkeppel wieder jubeln.
Nach drei sieglosen Spielen in Serie darf Hohkeppel wieder jubeln. – Foto: Boris Hempel

Nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Serie in der Mittelrheinliga zog Regionalliga-Absteiger SV Eintracht Hohkeppel die Reißleine und stellte Giuseppe Brunetto als neuen Übungsleiter ein. Mit ihm an der Seitenlinie gelang nun der erhoffte Befreiungsschlag: Dank vier Treffern in der Schlussphase triumphiert der Aufstiegsanwärter mit 5:1 (0:1) über die SpVg Porz. Während Brunetto allen voran mit seinen Wechseln ein gutes Händchen bewies, hadert sein Gegenüber Jonas Wendt mit dem „sehr harten“ Platzverweis gegen Mittelfeldmann Tomislav Mrkalj unmittelbar vor der Halbzeit.

Porz belohnt sich für starken Auftakt

Schon im Hinspiel wusste die SpVg Porz gegen den Favoriten aus Hohkeppel zu überzeugen, am Ende gelang gar ein 4:2-Heimerfolg über Hohkeppel. Selbiges sollte dem Kellerkind heute verwehrt bleiben, auch wenn der erste Spielabschnitt durchaus vielversprechend begann: „Der Matchplan ging in der ersten Halbzeit komplett auf: Hohkeppel hatte in der ersten Halbzeit keine Torchance. Wenn man bedenkt, welches Personal sie aufbieten, haben wir defensiv absolut nichts zugelassen. Wir waren top eingestellt und alles ist aufgegangen, was wir uns vorgenommen hatten“, lobt SpVg-Coach Wendt die Leistung seiner Elf im ersten Durchgang in den höchsten Tönen.

Dass kurz vor der Halbzeitpause dann auch noch die Führung folgte, ließ den Matchplan des Außenseiters vollends aufgehend: Marciano Aziz verwertete die Vorarbeit von Eung-yu Kim zum 1:0 (45.). Doch im direkten Gegenzug folgte dann der entscheidende Wendepunkt der Partie. Mittelfeld-Akteur Tomislav Mrkalj sah die zweite Gelbe Karte und wurde von Schiedsrichterin Eva Kastenholz vom Platz gestellt. Aus den Augen von Wendt eine ebenso fragwürdige wie folgenschwere Entscheidung: „In der 45. Minute kam dann der 'Gamebreaker'. Wir kassieren eine sehr, sehr harte Gelb-Rote Karte. Sie war zwar regeltechnisch vertretbar, aber mir fehlte da komplett das Fingerspitzengefühl für die Dynamik dieses Spiels“, ließ der 43-jährige Übungsleiter kritisch verlauten und führte an: „Die Entscheidung hat uns gezwungen, in der Halbzeit komplett umzustellen.“

Brunetto: „Unterm Strich ist der Sieg verdient“

Zwar gelang es dem Favoriten aus Hohkeppel in Hälfte eins tatsächlich nicht, wirklich viel Torgefahr zu kreieren. Dennoch sprachen die Spielanteile für die Hausherren, wie auch Cheftrainer Giuseppe Brunetto positiv hervorhebt: „Wir sind in der ersten Halbzeit ganz gut reingekommen. In den ersten zehn Minuten hatten wir viel Ballkontrolle, aber nichts wirklich Zwingendes. Mit zunehmender Spielzeit wurde es ein zerfahrenes Spiel, in dem sich beide Mannschaften im letzten Drittel kaum durchsetzen konnten“, analysierte der Neu-Trainer die Leistung seiner Elf vor dem Seitenwechsel.

Aus Sicht des 53-Jährigen waren es dann allen voran die personellen Umstellungen in Person von Robin Theisen und Dennis Pinchuk, die nach dem Wiederbeginn für die Wende sorgten: „Wir haben dieses Spiel von der Bank aus gedreht. Beim ersten Tor setzt sich Robin über die linke Seite gut durch, steckt den Ball ins Zentrum und Pinchuk macht das 1:1“, blickt der Chefcoach auf den Start in den zweiten Spielabschnitt und den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer in der 62. Minute zurück. Anschließend war es dann ein Eigentor von Porz-Verteidiger Benjamin Winnersbach, dass acht Minuten vor Spielende die Führung Hohkeppels besorgte (82.) und zugleich eine torreiche Schlussphase einläutete. Denn nur wenige Minuten darauf trugen sich auch Joker Theisen, Ishak Adahchur und Rudolf González in die Torschützenliste ein und sorgten für klare Verhältnisse.

Das erfolgreiche Debüt an der Seitenlinie der ersten Mannschaft der SV Eintracht Hohkeppel bewertet Brunetto schlussendlich wie folgt: „Das Spiel hat natürlich Körner gekostet, aber wir haben dann noch das vierte und fünfte Tor nachgelegt. Unterm Strich ist das aufgrund der zweiten Halbzeit ein verdienter Sieg“, schlussfolgert der Coach und ergänzt: „Vor allem darauf, wie dieser Sieg zustande gekommen ist, kann man absolut stolz sein.“

Trotz bitterem Ausgang: SpVg richtet „Blick nach vorne“

Etwas anders war die Gemengelage nach Abpfiff bei der SpVg aus Porz und seinem Cheftrainer Wendt zu vernehmen. Aus Sicht des Übungsleiters habe seine Mannschaft zwar auch in Unterzahl ein starkes Spiel gemacht, die Niederlage schlussendlich aber mit einem Mann weniger nicht abwenden können: „Hohkeppel hat uns mit einem Mann mehr extrem hinten reingedrückt, aber was wir da wegverteidigt hab, war Wahnsinn“, richtet Wendt ein großes Lob an die Defensivarbeit seines Teams. „Auch nach dem 1:1 sind wir nicht auseinandergebrochen. Das 1:2 war dann unfassbar unglücklich. Dass die Moral nach 85 Minuten Schwerstarbeit dann kurz nachlässt, ist menschlich und legitim“, schlussfolgert der Trainer weiter.

Trotz des durchaus bitteren Spielverlaufs könne die SpVg mit erhobenen Hauptes in die anstehende Trainingswoche gehen, wie Wendt anführt: „Insgesamt wäre heute deutlich mehr drin gewesen. Mit elf Mann hätten wir Hohkeppel im Umschaltspiel richtig wehtun können, da sie hätten aufmachen müssen. Wir gehen heute definitiv nicht als Verlierer vom Platz“, merkt Wendt positiv an und verweist auf die Patzer der Verfolger Sportfreunde Düren und FC Teutonia Weiden: „Was uns Mut macht: Die Konkurrenz aus Weiden und Düren hat ebenfalls verloren, der Abstand bleibt gleich. Aber viel wichtiger ist das Gesicht, dass wir heute gezeigt haben. Das ist genau das, was wir vorleben wollen“ bilanziert der Übungsleiter. Während die SpVg somit unverändert auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz verharrt, meldet sich Hohkeppel im Aufstiegsrennen zurück und steht mit einem Zähler Rückstand auf den VfL Vichttal und den Siegburger SV auf Rang vier.