
Der SV Eintracht Hohkeppel sorgt vor dem spielfreien Osterwochenende für ein echtes Beben. Wie der Verein am Montagabend bekannt gab, wurde Cheftrainer Abdullah „Apo“ Keseroglu mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Auch Co-Trainer Mahir Özkara muss gehen. Die Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Eintracht eigentlich noch mitten im Aufstiegsrennen steckte – doch der Trend zeigte zuletzt nach unten.
Dabei sah es lange Zeit nach einer absoluten Erfolgsgeschichte aus. Der 38-jährige Keseroglu war erst zum dritten Spieltag der laufenden Saison an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt und hatte das Team in die Spur gebracht. Unter seiner Regie legte die Eintracht eine beeindruckende Serie von neun Ligaspielen ohne Punktverlust hin, ergänzt durch zwei Siege im Pokal. Hohkeppel klopfte lautstark an das Tor zur Regionalliga.
Doch die Erfolgsserie riss ausgerechnet im Top-Spiel gegen den Tabellenführer SV Bergisch Gladbach 09. Was als Aufholjagd geplant war, entwickelte sich zum Wendepunkt: Nach der Pleite gegen den Spitzenreiter folgte am vergangenen Wochenende die nächste Enttäuschung beim FC Wegberg-Beeck. Unter der Woche folgte auch noch das Aus im Pokal-Halbfinale gegen den Drittligisten Viktoria Köln, was die Verantwortlichen zu Konsequenzen veranlasste.
Innerhalb kürzester Zeit wuchs der Rückstand auf Bergisch Gladbach von zwei auf acht Punkte an. In der Tabelle rutschte die Eintracht auf den vierten Rang ab. Zu wenig für die hohen Ansprüche im Oberbergischen, wo das Ziel „direkter Wiederaufstieg“ über allem steht.
Sportdirektor Kevin Theisen begründet den harten Schnitt mit der Sorge, das Saisonziel endgültig aus den Augen zu verlieren. „Die Trennung von Apo ist uns nicht leichtgefallen. Gerade weil der Verein zu ihm durch die jahrelange Zusammenarbeit und die gemeinsam gefeierten Erfolge ein enges Verhältnis hat. Aber nach den deutlichen Niederlagen gegen Bergisch Gladbach und in Wegberg-Beeck möchten wir für die letzten neun Saisonspiele noch mal im Sinne des Vereins sämtliche Sinne schärfen, ehe im Zuge des Zieles direkter Wiederaufstieg in die 4. Liga überhaupt keine Handlungsmöglichkeit mehr besteht“, erklärt Theisen in der offiziellen Mitteilung auf Instagram.
Gleichzeitig sendet die sportliche Leitung eine klare Botschaft an die Kabine: „Wir wollen uns nicht vorwerfen lassen, dass wir nicht wenigstens alles versucht haben. Die Spieler stehen nun mehr denn je in der Pflicht, noch mal alles in die Waagschale zu werfen. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Apo und Co-Trainer Mahir Özkara für das geleistete Engagement und wünschen beiden für die Zukunft alles Gute.“
Wer die Eintracht in den verbleibenden neun Partien zum Aufstieg führen soll, ist derzeit noch offen. Die Vereinsführung kündigte an, zeitnah eine Nachfolgelösung zu präsentieren. Fakt ist: Wer auch immer übernimmt, muss sofort liefern, um den Acht-Punkte-Rückstand auf die 09er noch irgendwie wettzumachen.