
Am Boden lagen die Spieler des SV Biemenhorst nach Abpfiff des Derbys in der Oberliga Niederrhein gegen Blau-Weiß Dingden. Erst viel zu spät wachte der SVB auf und nahm den Kampf an. Im anschließenden Kreis wurde sich so richtig die Meinung gegeigt. "Fehlende Einstellung", "keine Eier", "jede Woche derselbe Mist" waren nur einige der gefallenen Worte. Auch Coach Marc Gebler war bedient.
Von Beginn an machte der Gast aus Dingden Druck, die Hausherren waren um Ballbesitz bemüht, um so ins Spiel zu finden. Insgesamt fehlte es im ersten Durchgang beim SVB aber an allem. Es war keine Intensität im Spiel, die Zweikämpfe wurden nicht richtig angenommen und so wirklich schien niemand den Ball haben zu wollen. Dingden nutzte die Räume und legte sich den Gegner zurecht. Besonders wenn es das Team von Sebastian Amendt mal schnell machte, wirkte die Biemenhorster Defensive überfordert. Eine solche Szene endete nach 22 Minuten mit einem Abschluss von Moritz Osthoff aus kurzer Distanz, der von einem Verteidiger in höchster Not noch pariert werden konnte.
Kurz darauf war das nicht möglich und Osthoff stellte auf 1:0 für Dingden (27.). Nur drei Minuten später verhinderte nur eine knappe Abseitsposition seinen nächsten Torerfolg, als er wenige Augenblicke später völlig frei stand, hätte er indes nachlegen müssen (30.). Aus dem Nichts kam Biemenhorst dann zu einer wirklich guten Gelegenheit. Im Strafraum kam der Ball zu Jannis Schmitz, der sich um die eigene Achse drehte und gleich abzog. Sein Versuch ging jedoch weit über den Querbalken (37.). Wie es richtig geht, zeigte einmal mehr Osthoff. Fünf Minuten vor der Pause vollstreckte er nach schöner Kombination und schnürte so den Doppelpack.
Gebler, der sich nach dem Pausenpfiff noch lange mit seinem Assistenten beraten hatte, reagiert und brachte Dardan Pepa sowie Max Peerenboom für Ferdinand Schulte und Schmitz. Die Wechsel machten sich gleich bemerkbar, Biemenhorst war besser drin. Aus guter Position verzog Peerenboom zehn Minuten nach seiner Einwechslung, doch er machte deutlich, dass sich der SVB noch keineswegs aufgegeben hatte. Auf der Gegenseite brachte Christian Gurny nach einem Eckball nicht genügend Druck hinter seinen Kopfball, sodass es bei der trügerischen Zwei-Tore-Führung blieb (60.). Sehenswert war schließlich das 3:0 durch David Hulshorst, der mit ganz viel Gefühl den Ball über den herauseilenden Keeper lupfte und für die Vorentscheidung sorgte (67.).
Der SVB hatte aber noch immer nicht aufgegeben und kam durch einen von Luca Puhe verwandelten Strafstoß wieder auf 1:3 heran (72.). Als Puhe nur fünf Minuten später den Ball bekam und das 2:3 erzielte, schien noch einmal ein Ruck durch seine Mitspieler zu gehen, während bei Dingden das Zittern begann. Bis in die Nachspielzeit schien das Pendel zu jeder Zeit in eine andere Richtung ausschlagen zu können. Mit einem satten Schuss aus 30 Metern an die Latte sorgte Nicolas Clasen für einen fulminanten Schlusspunkt in einem Derby, was eine lange Anlaufzeit brauchte, am Ende aber einen verdienten Sieger fand.
"Wir schaffen es einfach nicht, konstant am Limit zu sein und genau das ist es, was wir brauchen, weil wir nicht die fußballerische Qualität haben, wie sie manch anderer Verein in der Liga hat. Wir müssen das durch das Kollektiv ausgleichen. Weil uns das nicht gelingt, bricht es uns in diversen Spielphasen einfach. Es war eine bodenlose erste Halbzeit von uns, die mit Abstiegskampf einfach nichts zu tun hatte. Nach der Pause war es durch unsere Wechsel und die Umstellung ein anderes Spiel", analysierte Gebler nach dem Abpfiff. Amendt pflichtete seinem Trainerkollegen weitestgehend zu. Besonders die erste Halbzeit lobte er und hätte sich den Fortgang in Halbzeit zwei gewünscht, doch "leider sind wir beim Elfmeter einmal unachtsam gewesen, bekommen durch einen langen Ball das 2:3 und so wird das Derby am Ende noch einmal richtig heiß".
Trotz seines Doppelpacks war Puhe sichtlich angefressen: "Die erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen, sei es in den Zweikämpfen oder im spielerischen Bereich. Irgendwie hatte ich das Gefühl, mich eingeschlossen, dass keiner so richtig den Ball haben oder irgendwas initiieren wollte", erklärte der Offensivmann. Ein Zwischenhoch brachte den Anschluss, doch am Ende zeigte der Trend wieder nach unten. "Da hat uns die Galligkeit gefehlt und der Wille, noch den letzten Schritt zu machen. Im Großen und Ganzen hat Dingden verdient gewonnen", sagte er abschließend.
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