Oberpfalz-Kracher Weiden versus Cham – Jahn vor 6-Punkte-Spiel
Bayernliga Nord, 29. Spieltag: Kriselnde Fortuna erwartet den Tabellenführer +++ Formstarken Gebenbachern winkt mit Sieg in Ingolstadt Platz fünf +++ Jahn-U21 will Stadeln distanzieren
von Florian Würthele · Heute, 13:05 Uhr · 0 Leser
Für die SpVgg SV Weiden (links Michael Lummer) gilt es, die Schaltkreise des Chamer Ausnahmetalents Konstantin Landstorfer (rechts) einzuengen. – Foto: Werner FrankenDie Bayernliga Nord biegt allmählich auf die Zielgeraden ein! Spieltag 29 wird aus Oberpfälzer Perspektive von einer Begegnung überstrahlt. Am Freitagabend versucht sich der drittplatzierte ASV Cham daran, die Siegesserie der SpVgg SV Weiden zu beenden. Eine Top-Kulisse ist im Stadion am Wasserwerk garantiert. Ebenfalls bereits morgen versucht Fortuna Regensburg, den Negativlauf zu stoppen. Allerdings hat es die Heimaufgabe des SVF gegen Spitzenreiter SC Eltersdorf in sich.
Tags darauf absolviert der SSV Jahn II im Abstiegskampf ein sogenanntes Sechs-Punkte-Spiel. Mit einem Auswärtsdreier beim direkten Konkurrenten FSV Stadeln könnten die Regensburger einen ganz wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Unterdessen will die DJK Gebenbach ihre aktuelle Formstärke abermals unter Beweis stellen. Die Rühl-Elf ist beim punktgleichen FC Ingolstadt II gefordert.
Hinspiel: 1:2. Alles andere als formstark präsentiert sich zurzeit der SV Fortuna (11., 32 Punkte). Arber Morinas Regensburger stecken in der schwierigsten Phase dieser Saison. Es will einfach nicht mehr klappen mit einem Erfolgserlebnis. Besonders problematisch: In sämtlichen Partien nach der Winterpause geriet Fortuna in Rückstand, verschlief oft die Anfangsphase. So wieder gesehen am Montag in Gebenbach. Da lag die Mannschaft nach 25 Minuten bereits mit 0:2 zurück und verlor am Ende 1:3. „Der Rückstand zeichnet sich oft nicht ab, ehe wir uns in gefühlter Sicherheit einen individuellen Fehler leisten“, beschreibt es Trainer Arber Morina und fügt an: „Fehler werden gegen uns momentan brutal bestraft. Auf der anderen Seite schaffen wir es nicht, den Fehler der Gegner zu bestrafen.“ Der anhaltende Negativtrend schlägt auf die Stimmung. Ein Sieg würde jedoch sicherlich viele Knoten lösen. Zumal sich die Rückkehr der schmerzlich vermissten Lukas Da Silva im Angriff sowie Andrea Nocerino im Abwehrzentrum andeutet. Wobei beide fürs Wochenende noch keine Option sind. Ob es schon am Freitag mit dem erhofften „Knotenlöser“ klappt, bleibt dahingestellt. Schließlich ist mit dem SC Eltersdorf der Tabellenerste (54) zu Gast an der Isarstraße.
„Natürlich wissen wir, woran es liegt. So selbstkritisch und realistisch sind wir. Ich hoffe, dass wir in so einem Spiel – wo der Gegner eine überragende Klasse zu bieten hat – nochmal einen höheren Fokus haben, es in gewissen Situationen im Zweikampf besser lösen und unsere Chancen auch mal nutzen können. Die Offensivsituationen gilt es zielstrebig zu vollenden. Es ist ja nicht so, dass wir in den Spielen zu keinen Möglichkeiten kommen“, kommentiert Morina. Was den Hausherren Mut machen darf: In den bisherigen Duellen mit Eltersdorf gab Regensburg stets eine gute Figur ab; die Bilanz ist ausgeglichen (2/1/2). Dass die „Quecken“ durchaus verletzbar sind, zeigten nach der Winterpause ihre Niederlagen gegen Gebenbach und Kornburg. Nichtsdestotrotz muss jeder Fortune über sich hinauswachsen und über 90 Minuten vollkonzentriert zu Werke gehen. Nur dann ist gegen den Titelanwärter aus Erlangen eine Überraschung im Rahmen des Möglichen. Personell sieht es ähnlich aus wie an Ostern. Sämtliche verletzte Leistungsträger sind weiterhin außen vor. Keeper Ben Broghammer fällt noch mit einer Daumenverletzung aus. Ob Nico Wagner oder doch erneut Kevin Meier das Tor hüten wird, „darüber werden ich mir den Kopf zerbrechen“, so Morina, der hofft, dass „wir das Pendel jetzt endlich wieder auf unsere Seite ausschlagen lassen können“.
Hinspiel: 1:1. Ein Schlagermatch erlebt das Sparda Bank-Stadion am Freitagabend. Der Tabellendritte ASV Cham (49) macht seine Aufwartung bei den aktuellen „Überfliegern“ der SpVgg SV Weiden (7., 39). Die Gastgeber sind mit sechs Siegen in Folge dekoriert, gehen mit viel Rückenwind in diese Partie. Vor Kurzem wären die Wasserwerkler noch Außenseiter gewesen, jetzt sind sie eher als Herausforderer zu betrachten. „Sechs Siege in Serie – das ist das Ergebnis harter, akribischer Arbeit und der konsequenten Entwicklung unserer jungen, einheimischen Spieler. Von Anfang an war klar: Ruhe im Verein bewahren und zielgerichtet im Trainerteam arbeiten. Dass sich das jetzt auszahlt, freut uns enorm“, beschreibt Weidens Chefcoach Michael Riester das aktuelle Erfolgsrezept. „Der Last-Minute-Sieg in Würzburg, mit dem 2:1 in der 90. Minute gegen eine sehr starke Mannschaft, war einfach unglaublich und spricht für den Charakter der Mannschaft“, blickt Riester nochmal auf Ostermontag zurück. Den Klassenerhalt haben die Weidener inzwischen so gut wie sicher. „Wenn wir in den verbleibenden Spielen noch einen Sieg holen, haben wir den Klassenerhalt endgültig gesichert – am besten gleich morgen im Derby gegen eine in diesem Jahr sehr stabile Mannschaft aus Cham.“ Abgesehen von Stefan Pühler kann Riester aus dem Vollen schöpfen.
Auf Chams Übungsleiter Faruk Maloku wartet eine Reise in die Vergangenheit. Der in Weiden lebende 48-Jährige trug als Aktiver nämlich auch das Trikot der SpVgg Weiden. Mit seiner Mannschaft ist Maloku in dieser Saison richtig stark unterwegs. Allerdings bezogen Pfab, Leutner & Co. am Ostermontag eine saftige 0:3-Heimniederlage gegen den FC Ingolstadt II. Und präsentieren sich momentan mit nur einem Sieg aus den letzten fünf Spielen generell nicht in Bestform. Dementsprechend ist der ASV auf Wiedergutmachungskurs. Der schweren Aufgabe in der Nordoberpfalz blickt Maloku so entgegen: „Weiden präsentiert sich derzeit in Bestform. Die aktuelle Erfolgsserie ist eine Ansage. Die wenigen Niederlagen und die hohe Anzahl torgefährlicher Spieler zeigen, dass Weiden alles für das vordere Drittel der Tabelle mitbringt. Die Aufholjagd in der Tabelle motiviert natürlich zusätzlich und lässt die Jungs leicht über sich hinauswachsen.“ Deshalb kommt der Gästetrainer zu folgendem Schluss: „In ihrer derzeitigen Form und ihres Laufs ist es sehr schwer gegen sie zu bestehen. Das Momentum liegt bei Weiden.“ Personell muss Maloku nach wie vor auf Andre Adkins und Niko Becker verzichten. Der junge Angreifer Martin Schuster ist krank und muss ebenfalls ersetzt werden.
Sa., 11.04.2026, 14:00 Uhr Hinspiel: 0:0. 16 von 18 möglichen Punkten aus den letzten sechs Matches: Im Lager der DJK Gebenbach (6., 41) ist die Laune derzeit blendend. Dank des verdienten 3:1-Heimsiegs gegen Fortuna Regensburg wurde die 40-Punkte-Marke geknackt. Heißt: Der frühzeitige Ligaerhalt scheint nur noch Formsache zu sein. Als Nächstes wartet auswärts bei der punktgleichen U21 des FC Ingolstadt (5., 41) eine Bewährungsprobe. Können die Rühl-Schützlinge ihren Ungeschlagen-Lauf fortsetzen? Bei einem weiteren Dreier würde Gebenbach Platz fünf – mit Zutun von Bamberg sogar Platz vier – winken.
„Im kommenden Spiel erwartet uns eine herausfordernde Auswärtsaufgabe. Wir treffen in der Form auf eine atypische U-Mannschaft. Die letzten Spiele verfolgten sie einen sehr pragmatischen Ergebnisfußball als Ansatz, um erfolgreich zu sein. Das stellt für uns eine insgesamt spannende Spielvorbereitung dar“, erläutert DJK-Coach Dominic Rühl. In der Tat ist der Unterbau des Drittligisten eine Art Wundertüte. Zumal nie ganz klar ist, ob der Spieltagskader Profi-Verstärkung sieht.
„Nichtsdestotrotz wollen wir auch hier wieder versuchen unser Spiel und unsere Prinzipien auf den Platz zu bringen. Dazu wollen wir mit vollem Selbstvertrauen und maximaler Intensität auftreten“, ergänzt Rühl, der in der Restsaison bekanntlich nicht mehr auf Leon Brandl und Jonas Obendorfer zurückgreifen kann.
Ersterer hat sich im Montagsspiel das Kreuzband gerissen. Überhaupt sieht es kadertechnisch nicht so rosig aus. Lias Birle (Muskelfaserriss) und Winterzugang Alikan Sahin (krank) fallen ebenfalls aus. Zudem gibt es mehrere Unklarheiten. Die Einsätze von David Vidovic, Ertugrul Er, Kapitän Timo Kohler und Jonas Schwindl stehen allesamt auf der Kippe.
Sa., 11.04.2026, 15:00 Uhr
Hinspiel: 1:2. Nur einen Punkt konnte der SSV Jahn II (12., 32) am Oster-Doppelspieltag einheimsen – und verpasste einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Seit vier Partien warten die Regensburger Youngster auf einen Sieg, die Relegationsränge sind wieder bedrohlich nah herangerückt. Jetzt wartet ein Sechs-Punkte-Spiel auf Kapitän Paul Gebhard und seine Mitspieler. Es geht zum FSV Stadeln (14., 29). Die Mittelfranken bekleiden aktuell den obersten Relegationsplatz, haben allerdings zwei Spiele weniger absolviert als der Jahn. Der Liga-Newcomer hat nach einem phänomenalen Saisonstart mittlerweile den Faden verloren und die vergangenen fünf Spiele alle verloren. „Ich bin überzeugt, dass das Spiel gegen den FSV Stadeln sehr umkämpft sein wird“, geht SSV-Trainer Christoph Jank von einem typischen Kampfspiel aus. Er fügt an: „Unser Ziel ist es, hochkonzentriert und mit viel positiver Energie in die Partie zu starten.“ Freilich wollen die Domstädter unbedingt gewinnen, um einerseits den Gegner und andererseits die Gefahrenzone zu distanzieren. Für dieses Vorhaben steht ein Spieler-Quartett nicht zur Verfügung. Konkret: Fabian Ziegler (muskuläre Dysbalance), Volodymyr Kharabara (Bauchmuskelverletzung), Henrik Heid (Wadenprobleme) und Noa Rettich (Fußschmerzen).