
Im Januar 2025 hatte Florian Mehr die Geschicke des FC Einheit Wernigerode als damals Tabellenvorletzter übernommen. In der Rückrunde führte der Coach die Hasseröder noch auf Rang zehn in der Oberliga Süd. Auch in dieser Spielzeit hat der FC Einheit als aktuell Rangelfter nichts mehr mit dem akuten Abstiegskampf zu tun. Trotzdem trennen sich im Sommer die Wege.
"Der Verein hat sich dazu entschieden, den zum 30. Juni 2026 auslaufenden Vertrag des 36-jährigen Coaches nicht zu verlängern", heißt es in einer Pressemitteilung des Clubs. "Der Verein bedankt sich ausdrücklich bei Florian für sein Engagement, seine geleistete Arbeit und seinen Einsatz für die Mannschaft sowie den gesamten Verein in den vergangenen Jahren." Mehr habe "sich jederzeit mit großer Leidenschaft für den FC Einheit Wernigerode eingesetzt. Dafür möchten wir ihm unseren Dank und unsere Anerkennung aussprechen", heißt es aus dem Vorstand. Zum FuPa-Profil:
Zu den Gründen für die Trennung hat der FC Einheit in der Pressemitteilung keine Angaben gemacht. "In der vergangenen Woche kam die sportliche Führung auf mich zu und hat mir erklärt, dass sie einen neuen Impuls setzen möchten", erklärt Mehr gegenüber FuPa. "Ich habe das ruhig zur Kenntnis genommen. Diese Entscheidung ist natürlich legitim, aber ich finde es schade." Denn der 36-Jährige ergänzt: "Ich hatte bei der Arbeit mit der Mannschaft viel Spaß und hätte gerne weitergemacht."
Nach Stationen in der Verbandsliga als Co-Trainer und in der Landesklasse wie Landesliga als Chefcoach war es für ihn die erste Aufgabe im überregionalen Fußball. "Bei der Oberliga reden wir vom semiprofessionellen Bereich. Viermal Training in der Woche, Spiele vor mehreren hundert Zuschauern und mit lautstarken Fans im Block - das macht Spaß", unterstreicht Mehr und ergänzt: "Der Verein mit all seinen Facetten hat mir Freude bereitet."
Zweimal wird Florian Mehr in dieser Saison noch in der Oberliga an der Seitenlinie stehen, dann trennen sich die Wege in Wernigerode. "Verein und Trainer werden die verbleibenden Spiele gemeinsam angehen, um die Saison sportlich mit dem Klassenerhalt abzuschließen", schrieb der Club. Sollte sich der Aufstiegsverzicht des SV SCHOTT Jena bewahrheiten, wären die Hasseröder bereits sicher in der Oberliga. "Der FC Einheit Wernigerode wünscht Florian bereits jetzt für seine private und sportliche Zukunft alles Gute und viel Erfolg", hieß es vonseiten des Clubs abschließend.
Und wo sieht Florian Mehr seine persönliche Zukunft? "Ich würde schon gerne in der neuen Saison wieder an der Seitenlinie stehen, wenn sich ein Verein findet, mit dem es passt", antwortet der 36-Jährige. In Wernigerode blickt der Trainer auf anderthalb lehrreiche Jahre zurück. "Ich bin dem Verein dankbar, die Chance bekommen zu haben, den Oberliga-Fußball in dieser Rolle als Trainer kennenlernen zu dürfen", betont Mehr.