Waldalgesheims Kapitän Can Özer flog bereits in der ersten Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz.
Waldalgesheims Kapitän Can Özer flog bereits in der ersten Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz. – Foto: Timo Schlitz

Oberliga: Ein Nachmittag zum Vergessen für Waldalgesheim

SV Alemannia Waldalgesheim verliert zum Auftakt bei der SG Mülheim-Kärlich 0:2

KALTENENGERS. Mehr als verkorkst verlief der Saisonauftakt für Fußball-Oberligist SV Alemannia Waldalgesheim. Nicht nur die 0:2 (0:0)-Niederlage bei der SG Mülheim-Kärlich und die Gelb-Rote Karte gegen Kapitän Can Özer galt es hinzunehmen. Zudem gab es nach dem Abpfiff innerhalb des Teams Spannungen.

Kapitän Can Özer sieht Gelb-Rot

Abwehrspieler Daniel Braun, der vor Wut gegen die Bank trat, schrie seinen Frust heraus: „Wir reißen uns hier den Arsch auf, und der Gegner hat nicht eine echte Torchance.“ Einer von Brauns Giftpfeilen ging in Richtung Pasquale Patrias, der das erste Gegentor verbockt hatte und dem Braun nahelegte, die eigene Leistung kritisch zu betrachten. Was wiederum Patria auf die Palme brachte. Eine Eskalation verhinderte Vincenzo Bilotta, der seinen Schlussmann in den „Schwitzkasten“ nahm und mehr oder weniger sanft abführte. „Darüber werden wir am Montag in Ruhe reden“, wollte sich Alemannia-Trainer Marcel Fennel zum Disput nicht weiter äußern. Auf der Agenda wird auch der Platzverweis für Kapitän Can Özer stehen, der vor der Pause Gelb-Rot sah wegen anhaltenden Reklamierens (39.). Der Bärendienst des Kapitäns leitete diesen Nachmittag zum Vergessen ein.

SG Mülheim-K
2:0
SV Alemannia Waldalgesheim

Die Gastgeber, die wegen Bauarbeiten auf dem eigenen Sportplatz das Spiel in den Nachbarort Kaltenengers verlegen mussten, konzentrierten sich über weite Strecken auf die Defensive, aus der Innenverteidiger Marcus Fritsch herausragte und mitverantwortlich dafür war, dass Özer schon früh entnervt schien. „Auch in Unterzahl waren wir nicht schlechter, ich habe wenig Ideen beim Gegner gesehen“, war Fennel zuversichtlich, dass man dennoch Zählbares mitnehmen könne: „Ein Punkt wäre verdient gewesen.“

Es kam anders, als sich in der 83. Minute Patria eine abgefangene Flanke zu weit vorlegte, sodass Christoph Rönz dazwischen sprintete und vollstreckte. Das 2:0, ein von Joker Pascal Steinmetz abgeschlossener Konter in der ersten Minute der Nachspielzeit, ließ die letzten Hoffnungen schwinden.

Mit den Japanern Ryutaro Kishi und Yudai Baba sowie Baris Yakut hatte Fennel drei Neuzugänge in die Startelf beordert. Allzu viel bekam die Defensive in den etwas mehr als 90 Minuten nicht zu tun. Vorne blieben die Chancen ungenutzt, wobei in Durchgang zwei die Intensität zunahm, aber die große Gefahr ausblieb. Dies galt für einen Freistoß Yakuts, der zur Ecke geklärt wurde (64.), für eine Hereingabe Yakuts, bei der SG-Keeper Michael Wall zur Stelle war und zugleich Baba abräumte (78.), oder als Marcus Fritsch gegen Nils Gräff klärte (82.). „Es war das erste Saisonspiel, es kommen noch 19 weitere“, sagte Marcel Fennel zum Auftakt.

Alemannia Waldalgesheim: Patria – F. Haas, Braun, Kishi – Gräff, Baba, Manneck, Brach (65. Wheeler) – Yakut – Bilotta (81. Ludwig), Özer.



Aufrufe: 031.7.2022, 16:00 Uhr
Matthias SchlengerAutor