Die Abstiegsregelung ändert sich im nächsten Jahr wesentlich. Des Weiteren wird das "Stopp-Konzept" eingeführt.
Aschheim – 41 von insgesamt 48 Bezirksligavereinen folgten der Einladung von Spielleiter Hans Mayer, der zur Sommertagung nach Aschheim eingeladen hatte. Dabei gab es interessante Neuigkeiten, die für alle Teams im nächsten Jahr im Spielbetrieb sehr bedeutend sind. Eine wesentliche Veränderung betrifft die Abstiegsregelung, denn im Vergleich zum Vorjahr gibt es in der neuen Saison nur noch einen direkten Absteiger in die Kreisliga. Dafür erhöhen sich die Releganten, denn in allen drei Ligen gibt es jeweils vier Teams, die in zwei Qualifikationsrunden noch frei Plätze in der Bezirksliga ausspielen.
Dazu veröffentlichte Mayer interessante Statistiken, aus denen etwa hervorging, dass in der Gruppe Ost, in der auch die vier Landkreis-Teams aus Altenerding, Dorfen, Langengeising und Moosinning vertreten sind, im vergangenen Jahr die wenigsten Torerfolge zu verzeichnen waren, es außerdem auch die wenigsten persönlichen Strafen gab. Insgesamt zeigte sich der Spielleiter mit der Entwicklung zufrieden, denn die Kartenstatistik hat sich im Vergleich zur Saison 2023/24 deutlich reduziert.
Auch wenn die Vergangenheit gezeigt hat, dass nahezu alle Spiele in der Bezirksliga in geordneten Bahnen verlaufen, führt der DFB deutschlandweit mit dem „Stopp-Konzept“ eine sehr markante Neuerung ein, „die den Schiedsrichtern bei drohender Eskalation zur Seite steht“, erklärte Bezirks-Schiedsrichterobmann Prof. Dr. Walther Michl. Es gehe darum, ein Zeichen gegen die Gewalt im Fußball zu setzen.
Sollte die Gefahr bestehen, dass ein Spiel bei Disputen zwischen Spielern, Trainern, Schiedsrichtern, aber auch Zuschauern aus den Fugen gerät, könne der Referee eine Spielunterbrechung anordnen. Er zeige diese Maßnahme mit dem Überkreuzen der beiden Hände an – und mit zwei waagrecht ausgestreckten Armen schickt er beide Mannschaften dann in deren eigenen Strafraum, wo sie sich abkühlen können. Lediglich die Spielführer und die Trainer halten sich zusammen mit den Schiedsrichtern im Mittelkreis auf und besprechen die Situation, wobei dem Referee die Länge der Unterbrechung obliegt.
Das soll dazu beitragen, Gewaltausbrüche und Spielabbrüche zu reduzieren, Eskalationsphasen zu unterbrechen und alle Beteiligten zu beruhigen. Ob die Vorschrift, Spieler, die während dieser Pause den Strafraum verlassen, vom Referee zu verwarnen sind, dieses Konzept nachhaltig unterstützt, wurde von den Vereinsfunktionären als kritisch betrachtet. Eine solche Unterbrechung kann maximal zweimal pro Spiel angewandt werden, ehe es dann im schlimmsten Fall zum Spielabbruch komme. „Aber die Schiedsrichter sollen hier schon defensiv umgehen“, erklärte Michl. Die Skepsis bei den Vereinsvertretern wischte Mayer vom Tisch, denn er glaube, „dass dieses Konzept bei unseren Ligen kaum zum Einsatz kommen wird“.
Die bei der Europameisterschaft eingeführte Regelung, dass ausschließlich der Spielführer mit dem Schiedsrichter kommunizieren darf, gelte bis dato im Amateurbereich zwar noch nicht. „Aber ich gehe davon aus, dass diese Regelung zeitnah auch bei uns Gültigkeit hat, denn man müsste ja einem mit dem Hammer auf den Kopf schlagen, wenn man von einer Regelung, die sich hervorragend bewährt hat, keinen Gebrauch machen würde“, griff Gerhard Kirchbichler, Beisitzer im Bezirkssportgericht, der zu erwartenden Regeländerung vor.
Künftig würden die Schiedsrichter nicht mehr die Schienbeinschützer der Akteure prüfen, „denn jeder ist selbst für die Größe und Zweckdienlichkeit verantwortlich“. Bezirks-Sportrichter Josef Eineder erwähnte, dass er sich bei der Verbandsspitze dafür eingesetzt habe, „dass die immensen Gebühren bei nicht hochgeladenen Bildern reduziert werden“. Sein Anliegen habe Gehör gefunden, sodass die Strafen erheblich reduziert wurden.
Der Sportrichter erwähnte, dass bei zu fällenden Urteilen nur bei entsprechenden Hinweisen in der Stellungnahme Videos als Beweismittel herangezogen würden, wobei von den Vereinen die Sequenzen „genau genannt werden müssen“, erklärte Eineder. Keine Nachsicht will er bei manipulierten Szenen walten lassen. „Wir haben auch schon Beweismittel erhalten, die bewusst manipuliert wurden, und ich werde dem Verbandsausschuss und dem Präsidenten vorschlagen, dass man künftig solche Fälle an die Staatsanwaltschaft abgibt“, zeigt sich Eineder über derartige Machenschaften erschüttert.
Bei der Abstimmung, ob der Freitag als Regelspieltag genutzt werden soll, zeigten sich die Bezirksligisten uneins. 19 Vereine stimmten gegen diesen Spieltag, während sich 20 Vertreter dafür aussprachen. Zwei Funktionäre enthielten sich ihrer Stimme, weshalb die notwendige Mehrheit nicht zustande kam. „Es ist aber trotzdem möglich, dass Spiele am Freitag ausgetragen werden, und wenn sich zwei Vereine einig sind, spricht nichts dagegen. Es ist jetzt lediglich die Zustimmung des Gegners erforderlich“, erklärte Mayer.
Abschließend warb der Futsal-Beauftragte Florian Neubert für eine Teilnahme am Futsal-Spielbetrieb. „Wir planen pro Team zirka sechs bis acht Spiele, die von November bis Februar ausgetragen werden, sodass der Aufwand überschaubar ist. Die Spiele sind in den Wintermonaten eine schöne Abwechslung.“ Interessierte Vereine können sich bis Ende Oktober für den Futsal-Spielbetrieb online anmelden.