
Der Austausch von Schiedsrichtern mit dem benachbarten Ausland ist in Bayern keine Seltenheit. Des Öfteren kommen beispielsweise Unparteiische aus Tschechien oder aus Österreich im bayerischen Amateurfußball zum Einsatz. Aber aus Japan? Was sich zunächst wie ein Scherz anhört, wird schon in Kürze Realität: Zwei japanische Schiedsrichter pfeifen im August unter anderem Spiele der Regionalliga Bayern.
Ein Nonstop-Flug von Tokio nach München dauert immerhin 12 Stunden und 30 Minuten. Schwer vorstellbar also, dass nun regelmäßig Schiedsrichter aus dem Land der aufgehenden Sonne in bayerischen Stadien anzutreffen sind. Der Aufwand ist schlicht zu groß. Was steckt also dahinter? Yusuke Ohashi und Koki Nagamine werden im August insgesamt acht Partien in Deutschland leiten. "Im Rahmen der deutsch-japanischen Schiedsrichter-Partnerschaft kommt es im August zu mehreren Spielleitungen in der 3. Liga und der Regionalliga Bayern durch Unparteiische aus Japan", teilte der DFB am gestrigen Montag auf seiner Homepage mit. "Wir erhoffen uns einen kulturellen und sportlichen Austausch", erklärt Knut Kircher, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH.
Konkret werden Yusuke Ohashi und Koki Nagamine jeweils bei zwei Spielen der Regionalliga Bayern und zwei Spielen der 3. Liga an der Pfeife sein. Wie funktioniert die Kommunikation auf dem Platz? Die beiden Japaner sollen sich auf Englisch mit den Spielern verständigen. Untergebracht sind die beiden Referees in Frankfurt am Main auf dem DFB-Campus.
Wie der BFV auf FuPa-Nachfrage mitteilte, werden am kommenden Samstag die Partien SpVgg Unterhaching gegen die SpVgg Ansbach und SpVgg Greuther Fürth II gegen den TSV Aubstadt von den Japanern geleitet. Am Freitag, den 15. August, folgen die Spiele TSV Schwaben Augsburg gegen SV Viktoria Aschaffenburg und 1. FC Nürnberg II gegen den FC Augsburg II.
"Die Unparteiischen sollen voneinander lernen und von internationalen Erfahrungen profitieren. Fußballspiele auf der ganzen Welt zu leiten, trägt extrem zur Persönlichkeitsentwicklung bei", meint Knut Kircher. Ein großer Dank gebührt dabei laut des ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichters den verantwortlichen Funktionären von DFB und BFV, die Einsätze in der 3. Liga und der Regionalliga Bayern ermöglichen.