
An der Westkampfbahn knistert es vor Spannung, wenn der angeschlagene 1. FC Düren versucht, dem scheinbar unantastbaren Spitzenreiter ein Bein zu stellen. Nach vier Niederlagen in Serie setzt Trainer Luca Lausberg auf totale Offensive, um die Erinnerung an das couragierte 2:2-Remis aus der Hinrunde wiederzubeleben. Während die Gäste aus Bergisch Gladbach jedes Spiel wie ein Endspiel angehen, hofft der Außenseiter, dass die mutige „Angriffslust“ die Qualität des Tabellenführers übertrumpfen kann.
Nach der starken Hinrunde schlitterte der 1. FC Düren zuletzt mit einem 0:4 in Frechen tiefer in die Krise, während Bergisch Gladbach dank eines knappen 2:1 gegen Fortuna Köln II den Vorsprung weiter ausbaute. Doch die Osterpause kam für die Dürener wie gerufen, um die Akkus mental und physisch neu aufzuladen. Trainer Luca Lausberg sieht seine Mannschaft trotz der Außenseiterrolle keineswegs in der Schockstarre.
„Für das Spiel gegen Bergisch Gladbach gibt es zwei Optionen: Entweder man hat Angst, weil man gegen einen bärenstarken Tabellenführer spielt und die eigene Situation gerade schwierig ist – oder man blendet all das aus und geht mit Angriffslust auf den Platz, um 90 Minuten lang zu kämpfen. Wir bevorzugen definitiv die zweite Variante, denn wir haben in diesem Spiel nichts zu verlieren. Nach vier Niederlagen in Folge rechnet niemand damit, dass wir ausgerechnet gegen Bergisch Gladbach etwas holen. Genau darin sehen wir unsere Chance“, macht Dürens Trainer Luca Lausberg deutlich, dass Angst kein Ratgeber sein wird.
Verzichten muss Lausberg allerdings auf seinen Stammtorhüter Yannick Marko, der nach seinem Platzverweis in Frechen zuschauen muss. Für ihn wird Jonas Rifisch zwischen den Pfosten stehen und versuchen, die starke Offensive der Kruth-Elf zu stoppen.
Auf der anderen Seite herrscht bei Bergisch Gladbach trotz der Dominanz kein Platz für Arroganz. Trainer Kevin Kruth, für den die Reise an die Westkampfbahn ein „kleines Heimspiel“ darstellt, erinnert sich noch gut an die Probleme im ersten Aufeinandertreffen. Damals knöpfte Düren dem Spitzenreiter beim 2:2 wichtige Punkte ab.
„Aus dem Hinspiel wissen wir nur zu gut, wie intensiv, aggressiv und offensiv gefährlich Düren agieren kann. Das damalige 2:2 war in der Gesamtschau ein faires Ergebnis, aber wir sind definitiv gewarnt. Düren hat nach dem Umbruch eine außerordentlich gute Saison gespielt, was Respekt verdient. Man muss in diesem Zusammenhang immer Philipp Simon nennen, der ein absoluter Unterschiedsspieler in dieser Liga ist. Aber auch Raban Laux und Ali Alawie bringen immer wieder gute offensive Ideen ins Spiel“, warnt Kevin Kruth seine Elf vor der individuellen Qualität der Gastgeber.
Kruth muss zwar den bitteren Saisonausfall von Luca Bugenhagen (Schulterverletzung) verkraften, kann aber pünktlich zum Endspurt wieder auf Joel Kouekem und Elyas Aydin zurückgreifen. Die Marschroute für den Sonntag ist klar: „Wir gehen jedes Spiel wie ein kleines Finale an – das leben wir den Jungs vor und das wollen wir am Sonntag auch wieder auf den Platz kriegen.“