
Fast genau ein Jahr ist es her, dass Teutonia Weiden mit 0:21 in Königsdorf verlor. Damals war aus dem Kader der ersten Mannschaft nur Kapitän Meik Kühnel anwesend. Ein Spieler fehlte aus beruflichen Gründen, einer war suspendiert, der Rest war wegen „Krankmeldungen“ nicht dabei.
Der Fußball-Mittelrheinligist trat damals mit überwiegend Spielern aus der zweiten Mannschaft an, die in der C-Liga spielten. Das 0:21 löste ein internes wie externes Beben aus und brachte dem Verein aus Würselen bundesweit ungewünschte Aufmerksamkeit ein.
Fast genau ein Jahr später hätte die stark abstiegsbedrohte Teutonia eigentlich ein Spiel beim Siegburger SV austragen sollen. Dazu kommt es aber nicht. Beim offiziellen Portal fussball.de ist in der Ergebniszeile dieses Spiels ein „Nichtantritt Gast“ eingetragen, eine offizielle Wertung steht noch aus.
„Es stimmt, wir werden am Sonntag nicht antreten. Wir haben zu viele Verletzte und Krankmeldungen. Schon gegen die Sportfreunde hätten wir fast einen Torwart im Feld einwechseln müssen. Jetzt sind weitere Ausfälle dazugekommen. Das zeigt, in welcher Situation die Mannschaft momentan ist“, begründet Weidens Sportlicher Leiter Cemil Temür am Samstagabend die Entscheidung und betont: „Wir haben alles dafür getan und werden es auch weiter versuchen, damit es zu keiner Wettbewerbsverzerrung kommt. Wir wollen die Saison vernünftig zu Ende bringen und hoffen, dass das nicht noch einmal passiert.“
„Wir sind mehr als enttäuscht, dass wir uns nicht sportlich fair auf dem Platz mit Weiden messen dürfen. Ein Meisterschaftsspiel in der Oberliga einen Tag vorher aus personellen Gründen abzusagen, hinterlässt für uns einen faden Beigeschmack. Wir hätten es lieber auf dem Platz entschieden. Wir reden über Oberliga-Fußball“, wird Siegburgs Trainer Alex Otto beim Mitmachportal FuPa zitiert.
Die Möglichkeit – wie vor einem Jahr – Spieler aus der zweiten oder dritten Mannschaft mitzunehmen, wollte die Teutonia nicht wahrnehmen. „Bei den Teams haben wir ebenfalls große personelle Engpässe und müssen schauen, wie wir da elf Spieler zusammenbekommen. Außerdem ist es fragwürdig, Spieler aus diesen Ligen in der Mittelrheinliga einzusetzen“, sagt Temür.
Einen kompletten Rückzug der ersten Mannschaft will Teutonias Sportlicher Leiter zurzeit „nicht ausschließen“, auch wenn das nicht angedacht sei: „Aber ich weiß nicht, wie die kommenden Wochen aussehen werden.“ Eins steht aber fest: Die kommenden Tage werden bei Weiden richtungsweisend werden.
Laut Temür ist ein „Termin mit der Mannschaft vereinbart“, um sich darüber auszutauschen, wie es weitergehen kann. Dazu soll es am Montag ein Gespräch mit dem Vorstand geben, nach dem möglicherweise „Entscheidungen getroffen werden“, wie es Teutonias Sportlicher Leiter bezeichnet, ohne Details zu nennen.
„Für die Zukunft muss sich in dem Verein etwas verändern, damit er vernünftig weitergeführt werden kann. Und das wird dann auch den Kader betreffen“, sagt Temür. Weiden rangiert mit zwölf Zählern auf Platz 15 in der Mittelrheinliga und hat – vor den Spielen der Konkurrenz – acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer bei jetzt nur noch zehn ausstehenden Spielen.
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