2024-05-24T11:28:31.627Z

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– Foto: Rolf Schmietow

NFV erhöht die Spesen für Schiedsrichter: Das sagen die Vereine

35 statt 25 Euro für ein Kreisligaspiel

Meist ist der Schiedsrichter der große Buhmann auf dem Fußballfeld. Die Vergütung dafür bezeichnet der Niedersächsische Fußballverband als „nicht mehr zeitgemäß“ und reagiert mit einer Spesenerhöhung. Das sagen Vereine aus dem Landkreis Stade.

Fußball ist ein simples Spiel. 22 Menschen treten gegen einen Ball und versuchen, Tore zu erzielen. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn ohne einen Schiedsrichter gibt es keinen Spielbetrieb. Seit Jahren geht die Zahl der Schiedsrichter in Deutschland und auch in Niedersachsen zurück. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Der Schiedsrichter trifft die wichtigen Entscheidungen, muss Konflikte lösen, Streit schlichten - und steht deshalb unter großem Druck. Außerdem müssen sich die Spielleiter immer mehr Anfeindungen und Respektlosigkeiten gefallen lassen.

Spesenerhöhung soll Schiedsrichter binden
Der Lohn dafür ist laut dem Vorsitzenden im NFV-Kreis Stade, Helmut Willuhn, „nicht mehr zeitgemäß“. Daher sei die Maßnahme auch dazu da, um „einen geregelten Spielbetrieb weiterhin garantieren zu können“.

Ab dem 1. Juli treten die verbesserten Spesensätze für alle Spiele von Mannschaften aus dem Landkreis Stade in Kraft. Für ein Kreisliga-Spiel bekommt ein Schiedsrichter dann beispielsweise 35 Euro anstatt der bisherigen 25 Euro, für ein Landesligaspiel sind es 53 Euro anstatt 40 Euro. Die höchsten Spesenerhöhungen gibt es im Bereich der Herren-Oberliga sowie der Ü40- und Ü50-Herren. Hier wurde der Spesensatz um 67 Prozent angehoben.

Der NFV will durch die Spesenerhöhung Schiedsrichter an der Pfeife halten und auch neue gewinnen. Speziell für junge Menschen müsse die Schiedsrichterei eine Möglichkeit sein, das Taschengeld aufzubessern, schreibt der NFV auf seiner Website.

Mehr Geld für Schiedsrichter heißt aber auch, dass die Vereine mehr bezahlen müssen. Sascha Scharf, Obmann bei den VSV Hedendorf/Neukloster, kann die finanziellen Auswirkungen noch nicht einschätzen. Die Erhöhung sei zwar heftig, aber auch mehr als gerechtfertigt.

Stader Vereine erwarten Mehrkosten durch Schiedsrichter
Denn auch Scharf erkennt, dass immer mehr junge Schiedsrichter die Lust verlieren. „Die Erhöhung kann ein gutes Instrument sein, um dem entgegenzuwirken“, sagt Scharf. Er befürchtet, dass die Spesenerhöhung aber auch eine Auswirkung auf die Eintrittspreise haben könnte. „Man kann jetzt schon sagen, dass die Preise wirtschaftsgerecht steigen werden.“

Bei der SV Ahlerstedt/Ottendorf freut sich der sportliche Leiter Niklas Nissen über die neuen Spesen. „Die Arbeit der Schiedsrichter wird häufig unterschätzt. Es ist keine leichte Arbeit und Schiris werden immer benötigt“, sagt Nissen. Bei A/O habe man einen guten Stamm an Schiedsrichtern zusammen, sie seien „das sechste Team“, so Nissen. „Hoffentlich können wir dann in Zukunft noch mehr junge Leute gewinnen.“

Auch der VfL Güldenstern Stade erwartet „deutliche Mehrkosten“ in der neuen Saison, sagt Abteilungsleiter Torben Milbredt. Man könne die Gründe des NFV zur Spesenerhöhung nachvollziehen. „Vereinsintern haben wir ähnliche Erfahrungen gesammelt“, sagt Milbredt.

Der Verein habe sich in der Aus- und Fortbildung in den letzten Jahren neu orientiert, nachdem diese viele Jahre vernachlässigt worden sei, so Milbredt. Seit drei Jahren arbeitet der VfL nach einem neuen Konzept zur Aus- und Fortbildung von Jungschiedsrichtern.

Aufrufe: 017.4.2024, 07:00 Uhr
Tageblatt/Tom StahmannAutor