
Für Paul Gelber beginnt in der Winterpause ein neues Kapitel. Der 20 Jahre alte Offensivspieler verlässt den Mittelrheinligisten FC Wegberg-Beeck und wechselt zum Aufsteiger VfL Jüchen-Garzweiler in die Oberliga Niederrhein. Dort steht der VfL mit 25 Punkten auf einem hervorragenden sechsten Platz, auch wenn der Abstand zum ersten Abstiegsrang lediglich sechs Zähler beträgt. Für Gelber ist es ein bewusster Schritt – hin zu mehr Verantwortung und vor allem mehr Spielzeit.
Der Rechtsfuß, der seine fußballerische Ausbildung unter anderem bei Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Köln erhielt und dort U17- und U19-Bundesliga spielte, war zur Saison 2024/25 nach Wegberg-Beeck gewechselt. In eineinhalb Spielzeiten kam er auf 38 Einsätze und zwei Tore. In der laufenden Saison allerdings stand Gelber nur viermal in der Startelf und absolvierte kein Spiel über die volle Distanz.
„In der aktuellen Spielzeit war ich mit meinen Einsatzzeiten nicht zufrieden“, sagt Gelber offen. Unter dem früheren Trainer Mike Schmalenberg habe er gerade in seinem ersten Seniorenjahr viele Spielminuten bekommen, doch der Trainerwechsel habe ihm sportlich nicht gutgetan. „Fußballerisch und taktisch hat es zwischen uns einfach nicht so gepasst. Ich habe mich eigentlich auf die Zusammenarbeit mit Albert Deuker gefreut, am Ende lief es dann leider in eine andere Richtung.“
Dabei legt der Offensivspieler Wert auf eine klare Einordnung: „Mir ist sehr wichtig zu betonen, dass ich keinerlei persönliche Probleme mit Albert Deuker habe. Für mich gehört das zum Fußballgeschäft: Manchmal passt es zwischen Spieler und Trainer einfach nicht so, wie man es sich vorstellt.“ Die Konsequenz zog Gelber für sich selbst: „Als junger Spieler möchte und muss man spielen – gerade dann, wenn man noch klare Ziele vor Augen hat. Das war letztlich auch ein entscheidender Punkt für meinen Wechsel in die Oberliga Niederrhein.“
Rückblickend nimmt der 20-Jährige dennoch viel Positives aus seiner Zeit in Wegberg mit. Der Übergang vom Jugend- in den Herrenfußball sei anspruchsvoll gewesen, nicht nur sportlich, sondern auch mental. Nach schwierigen U19-Jahren beim 1. FC Köln, großer Konkurrenz und einer schweren Verletzung fand er über ein Probetraining den Weg nach Wegberg. „Diese eineinhalb Jahre waren extrem lehrreich“, bilanziert Gelber. Besonders in der Hinrunde der Vorsaison habe er richtig Fuß gefasst, auch wenn sich das nicht immer in Scorerpunkten widerspiegelte.
Mit dem Wechsel nach Jüchen verbindet Gelber klare Erwartungen. „Ich möchte der Mannschaft helfen, neuen offensiven Input bringen und mit Tempo sowie Geradlinigkeit zum Klassenerhalt beitragen“, erklärt er. Persönliche Ambitionen auf höhere Ligen blendet er dabei nicht aus, stellt aber klar: „Aktuell liegt der Fokus voll auf Jüchen. Ich möchte spielen, scoren und gemeinsam einen guten Tabellenplatz erreichen.“
Dass der VfL Jüchen-Garzweiler frühzeitig zugeschlagen hat, überrascht nicht. „Als wir erfahren haben, dass in Wegberg nicht mehr mit Paul geplant wird, haben wir uns direkt mit ihm und dem sportlichen Leiter Friedel Henßen in Verbindung gesetzt“, schildert Trainer Daniel Klinger. Gelber bringe genau das Profil mit, das man gesucht habe: „Paul hat im Nachwuchsleistungszentrum gespielt, ist noch jung, wohnt in Rommerskirchen, bringt viel Dynamik mit und ist offensiv flexibel einsetzbar. Da mussten wir einfach zuschlagen.“ Entscheidend sei für den VfL nicht nur die sportliche Qualität gewesen: „Er passt nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich perfekt in unser Team.“
Bereits am Mittwoch könnte es zu einer besonderen Konstellation kommen. Sollte das Wetter mitspielen, steht ein Testspiel zwischen dem FC Wegberg-Beeck und dem VfL Jüchen-Garzweiler auf dem Programm. Gelber wird dann erstmals im Trikot seines neuen Klubs gegen seinen Ex-Verein auflaufen. „Der Wechsel ist zwischen allen Beteiligten geklärt. Ich werde mit Jüchen gegen Wegberg spielen und freue mich darauf“, sagt er. Der Abschied sei ihm nicht leichtgefallen, die Kabine habe immer hinter ihm gestanden. „Beim Verlassen der WhatsApp-Gruppen wurde auch das ein oder andere Tränchen vergossen, weil mir die Jungs einfach sehr nahe stehen.“
