2024-05-24T11:28:31.627Z

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Jetzt bei Schalke: Ben Manga.
Jetzt bei Schalke: Ben Manga. – Foto: Imago/Jan Huebner

Neusser Ben Manga soll Schalker Kader aufmöbeln

Spekulationen um ein Engagement von Ben Manga in Gelsenkirchen gab es schon lange. Seit Ende voriger Woche ist es offiziell.

Als sich Ben Manga kurz vor dem Jahreswechsel die Zeit für ein ausführliches Gespräch mit unserer Redaktion nahm, war er nach seinem Abschied vom englischen Zweitligisten FC Watford noch auf der Suche nach einer neuen Herausforderung im Profifußball. Von seiner Wohnung in Düsseldorf aus sondierte er den Markt, besuchte viele Fußballspiele und führte etliche Gespräche.

Damals war der in Neuss aufgewachsene Ex-Profi noch offen in alle Richtungen, auch für ein neuerliches Engagement im Ausland. Doch seit Ende vergangener Woche steht fest, dass er seine Zelte in der Landeshauptstadt nicht abbrechen muss und so auch ganz in der Nähe seiner Familie (die Eltern leben noch in Neuss) bleiben kann. Der FC Schalke 04 stellte den inzwischen 50-Jährigen offiziell als neuen Direktor für Kaderplanung, Scouting und Knappenschmiede vor.

Bock auf Schalke

Das Gerücht, dass Manga ein heißer Kandidat für einen Job auf Schalke ist, gab es schon länger. Nachdem die Gelsenkirchener nach einem nervenaufreibenden Saisonverlauf endgültig die letzten Zweifel am Klassenverbleib in der 2. Bundesliga beseitigt hatten, wurden nun Nägel mit Köpfen gemacht. „Ich muss das Gefühl haben, dass ich etwas bewegen kann. Das Projekt muss knallen“, beschrieb Manga vor dem Jahreswechsel seine Anforderungen an einen neuen Job. Und geknallt hat es nun offenbar, Ben Manga weiß, auf was für einen besonderen Verein er sich eingelassen hat.

„Der Verein zündet, die Arena, das alte Parkstadion, das hat eine Wucht. Egal, wo du im Urlaub hinfliegst, es ist jemand im S04-Trikot dort. Hier wird Fußball gelebt, und ich freue mich extrem, jetzt ein Teil davon zu sein“, wird der Neusser auf der Vereins-Homepage zitiert. Wobei Manga auch kein Geheimnis daraus macht, dass er nach seinem Aus in England mehrere Offerten hatte. Ihn habe allerdings die Art und Weise beeindruckt, wie sich die Schalker Chefetage um ihn bemüht habe. Während der vielen Gespräche habe er gemerkt: „Schalke ist die richtige Wahl.“ Zur besagten Chefetage der Schalker gehört an vorderster Front Vorstandsvorsitzender Matthias Tillmann, der natürlich froh ist, dass es nun Klarheit gibt in der extrem wichtigen Personalie.

„Die Verpflichtung von Ben Manga ist ein starkes Signal für unseren Club“, erklärt Matthias Tillmann, der deutlich macht, was der Unterschied zum Sportdirektorenposten von Marc Wilmots ist: Während der Belgier für das Erreichen der kurzfristigen Ziele in Zusammenarbeit mit dem Trainer und für die Repräsentation des Clubs in sportliche Fragen nach außen zuständig sei, verantworte Ben Manga die Langfriststrategie und treffe die Entscheidungen im Rahmen der Kaderplanung im Lizenz- sowie im Jugendbereich ab der U17. Die Erwartungen an Manga und dessen Scouting-Team formuliert Matthias Tillmann so: „Junge, hungrige Talente für möglichst wenig Geld verpflichten und in ein Gerüst aus erfahrenen, widerstandsfähigen Spielern einbauen, damit sie sich dort gut entwickeln können. So wollen wir unsere beiden Kernziele erreichen, sportlicher Erfolg und eine Steigerung des Kaderwerts.“

Starke Transfers in Frankfurt

Dass Ben Manga so etwas kann, hat er bei Eintracht Frankfurt eindrücklich unter Beweis gestellt. Als er 2016 dort anheuerte, ging bei den Hessen nicht mehr viel. Sie hatten gerade so in der Relegation gegen Nürnberg den Abstieg in die 2. Liga verhindert und waren finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet. Doch Ben Manga und sein internationales Team zeigten sich kreativ, Spieler wie Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic überzeugten auf ganzer Linie und brachten bei ihren Verkäufen ein Vielfaches dessen ein, was sie gekostet hatten. Das galt noch in viel größerem Maße für Randal Kolo Muani bei seinem Wechsel für 95 Millionen Euro nach zu Paris Saint-Germain. Letztlich hatte Manga mit seiner gelungenen Transferpolitik großen Anteil daran, dass Frankfurt den DFB-Pokal holte, 2022 sensationell die Europa League gewann und in die Champions League einzog.

Wobei der Neusser gar kein Geheimnis aus seinem Erfolgsrezept macht, wenn er sich nach Spielern umschaut. „Mentalität schlägt Talent“, sagt er und ergänzt: „Wenn sich einer für was Besseres hält, hole ich ihn nicht, selbst wenn er gut ist. Letztlich reden wir über Mannschaftssport.“ Darin spiegelt sich auch Mangas eigenes Naturell wider, denn auch er hat sich trotz seines Höhenfluges von der DJK Rheinkraft über den VfR Neuss bis zu den Profis von Fortuna Düsseldorf nie für etwas Besseres gehalten. Zu alten Freunden aus seiner Zeit als Amateurspieler im Rhein-Kreis Neuss hat er noch Kontakt. Sein Credo: „Ich bin noch derselbe Ben wie früher. Wenn ich jemanden von früher treffe, freue ich mich total. Ich bin Neusser und bleibe Neusser.“

>>> Das ist Ben Manga

Aufrufe: 015.5.2024, 12:00 Uhr
RP / David BeinekeAutor