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Karl-Heinz Feldkamp feiert seinen 90. Geburtstag

Karl-Heinz Feldkamp war der erfolgreichste Trainer, den Uerdingen je hatte. Am Sonntag wird das Trainerurgestein 90 Jahre alt. Grund genug, dem ehemaligen Übungsleiter zum runden Geburtstag zu gratulieren.

von RP / Heinrich Löhr · 02.06.2024, 08:00 Uhr · 0 Leser
Karl-Heinz Feldkamp ist nicht nur in der Grotenburg eine Legende.
Karl-Heinz Feldkamp ist nicht nur in der Grotenburg eine Legende. – Foto: null

Die größten Erfolge der Uerdinger Fußballer sind untrennbar mit seinem Namen verbunden: Karl-Heinz, den alle nur Kalli nennen, Feldkamp feiert am Sonntag, den 2. Juni, seinen 90. Geburtstag. Ob der Sieg im DFB-Pokal 1985, das 7:3 (1:3) gegen Dynamo Dresden beim „Wunder von der Grotenburg“ oder der dritte Platz in der Bundesligasaison 85/86, der Trainer, der an der Seitenlinie stand, war Kalli Feldkamp.

Einer der größten Trainer der Bundesliga

„Nicht nur deshalb, auch ob seiner sonstigen Erfolge, ist er für mich einer der größten Trainer der Bundesliga“, urteilt Uerdingens Abwehrrecke Norbert Brinkmann (71) über den Jubilar. Womit Brinkmann Recht hat, denn Feldkamp ist der einzige Bundesligatrainer, der mit drei unterschiedlichen Vereinen (Uerdingen 1985, Eintracht Frankfurt 1988 und dem 1. FC Kaiserlautern 1990) den DFB-Pokal gewann. Und die Deutsche Meisterschaft mit Kaiserslautern 1991. Überhaupt Lautern. Auch auf dem Betzenberg, wo er von 1978 – 82 und 1990 – 92 Trainer war, genießt er noch heute Kultstatus. Als Repräsentant dieses Vereins weilte er auch beim diesjährigen Pokalfinale zwischen Kaiserslautern und Leverkusen in Berlin. Und drückte dabei dem Lauterer Trainer und Uerdinger Vereinslegende Friedhelm Funkel, den er von 80 – 82 in Lautern und auch in den drei Jahren seiner Uerdinger Zeit als Spieler hatte, die Daumen.

„Ich habe von Kalli seine Menschlichkeit und die Art der Ansprache an die Mannschaft mitgenommen“, sagt Funkel (70) über den Jubilar. „Und die überaus emotionale Art und Weise, wie er an der Seitenlinie coachte und dabei auch das Publikum – speziell in Lautern – mitzunehmen wusste.“ Um aber zu ergänzen, „dass es ja damals auch noch keine Coachingzone gab.“ Respekt ringt Funkel auch heute noch Feldkamps Fähigkeit ab – vielleicht gepaart mit ein wenig Glück – das Leistungsvermögen von Spielern einzuschätzen. „Vor der Saison 84/85 verpflichteten wir mit Karl-Heinz Wöhrlin, Wolfgang Schäfer und meinem Bruder Wolfgang lediglich drei gestandene Zweitligaspieler und wurden am Saisonende Pokalsieger. Und alle drei waren Leistungsträger.“

Große Emotionen

Die große Emotionalität, mit der er seine Mannschaften zu führen wusste, ist auch Frank Kirchhoff (58), der Feldkamp als 18-jähriger erlebte, in Erinnerung geblieben. „Ich habe danach keinen Trainer mehr gehabt, der besser als Feldkamp eine Mannschaft ‚heiß‘ machen konnte.“ Von mitunter Murren über Feldkamps Aufstellungen weiß Uerdingens Torwartlegende Werner Vollack (69) zu berichten. „Ich habe meinen Mitspielern dann immer vor Augen geführt, dass wir unter Feldkamp am erfolgreichsten waren und folglich auch das meiste Geld verdient haben.“ Allerdings hält Vollack doch noch ein Bonmot bereit. „Bei manchen seiner Entscheidungen aber hatte Kalli schon ein ganz großes Hufeisen in der Jacke“, fügt er mit einem Schmunzeln an.

Und was sagt der Jubilar selber über seine Uerdinger Zeit. „Sie bleibt allein schon deshalb in Erinnerung, weil in sie mein erster Titelgewinn als Trainer fällt.“ Heute lebt Feldkamp halb in Braunschweig und halb in seinem spanischen Domizil in Andalusien. Der Jubilar selber empfindet große Dankbarkeit für sein Leben. „Ich versuche jeden Morgen Schwimmen zu gehen, kann noch mit meiner Frau Tennis spielen. Welcher 90-jährige kann das schon von sich sagen?“ Feldkamp wurde in Oberhausen geboren, wuchs dort auf und bestritt zwischen 1952 und 1967 in der alten Oberliga West und der Regionalliga West 316 Spiele für Rot-Weiß Oberhausen.

Kontakte nach Krefeld und an den Niederrhein gibt es noch, aber eher wenige. „Zu unserem Mannschaftsarzt Dr. Fobbe oder auch nach Straelen, wo wir lange und auch während meiner Uerdinger Zeit gewohnt haben.“