Nach einem Jahr der Suche wird Muharrem Yildiz Nachfolger des zurückgetretenen Wilfried Beier
Die lange Zeit der erfolglosen Suche nach einem Kleinfeld-Jugendleiter im Erdinger Nachwuchsfußball ist zu Ende. Es hat fast ein ganzes Jahr gedauert, bis man nun einen Nachfolger für den im Juli des vergangenen Jahres aus seinem Amt ausgeschiedenen Wilfried Beier gefunden hat. Muharrem Yildiz bekleidet jetzt diesen Posten. Das gab der Bayerische Fußball-Verband (BFV) bekannt.
Bei der Frage, warum es so lange dauerte, bis man einen Nachfolger fand, konnte Großfeld-Jugendleiter Willi Brambring, der im letzten Jahr auch das Kleinfeld kommissarisch führte, nur mutmaßen. Er vermutet, „dass die dem Rücktritt geschuldeten Differenzen zwischen Wilfried und der Verbandsspitze doch etwas abgeschreckt haben. Wir haben seit Wilfrieds Rücktritt händeringend gesucht, doch erst nach der letzten Jugendleiterversammlung im Februar wurden wir fündig“, blickt Brambring zurück und freut sich, die vakante Position zur neuen Saison mit einer geeigneten Person besetzen zu können.
„Nachdem sich gar keiner zur Verfügung gestellt hatte, bin ich auf Willi zugegangen und habe mein Interesse bekundet. Ein wesentlicher Beweggrund war, dass ich der Gruppe etwas zurückgeben will, denn als Schiedsrichter kann ich mich auch auf deren Unterstützung verlassen“, erklärt Yildiz. Trotz der neuen Funktion will er aber auch im Schiri-Wesen weiterhin aktiv bleiben. „Ich habe noch immer großen Spaß am Pfeifen, und auch die Ausbildung der jungen Schiedsrichter ist für mich eine Herzensangelegenheit“.
Vor seinem offiziellen Antritt wurde er von seinem Vorgänger Beier über seine bevorstehenden Aufgaben informiert, und Yildiz ist sehr dankbar, dass er „von Wilfried trotz seines unschönen Abgangs umfassend informiert wurde, sodass ich weiß, was auf mich zukommt“.
Beier trat vor einem Jahr für viele doch sehr überraschend zurück, erklärte seinen Schritt jedoch mit unüberbrückbaren Differenzen mit Verbands-Jugendleiter Florian Weißmann. „Aber meine Entscheidung, zu der ich mehr oder weniger gezwungen wurde, ist Schnee von gestern. Muharrem bekommt meine volle Unterstützung, um die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen sicherzustellen“, betont er.
Für Beier hatte das Miteinander mit den Vereinen schon während seiner etwas mehr als dreijährigen Amtszeit oberste Priorität, weshalb er sich noch heute eines großen Zuspruchs der Vereine sicher sein darf. „Bei ihm konnten wir uns immer auf seine Unterstützung verlassen, und bei Problemen handelte er grundsätzlich völlig unbürokratisch im Sinne der Vereine“, stellt der Ottenhofener Jugendleiter Daniel Meine fest.
Ähnlich äußert sich der Schwaiger Alfredo Sansone, der Beier „eine leidenschaftliche Arbeit“ attestiert. Beide Vereinsfunktionäre hoffen, auch mit Yildiz gut zusammenarbeiten zu können und freuen sich, dass der Posten wieder von einem Erdinger übernommen wird. Yildiz will sich grundsätzlich an seinem Vorgänger orientieren, „Ich versuche für die Vereine als Dienstleister zu agieren, erwarte aber auch von den Funktionären einen offenen und vor allem ehrlichen Umgang. Die Vereinsvertreter können sich mit all ihren Problemen an mich wenden, und ich werde versuchen, bei Problemen eine Lösung zu finden, wobei aber natürlich die Regularien einzuhalten sind.“
Yildiz, der aufgrund seiner über 20-jährigen Schiedsrichterlaufbahn in Erdinger Fußballkreisen kein Unbekannter ist, muss sich anfangs wohl schwerpunktmäßig mit dem Themengebiet Kinderfußball befassen und wird auch mit Kritik aus den Vereinen konfrontiert werden. DJK-Jugendleiter Meine stört sich beispielsweise an den zahlreichen Regeländerungen (kein Anstoß, kein Einwurf). Dem neuen BFV-Funktionär ist vor der neuen Aufgabe aber trotzdem nicht bange, und er möchte sich von den neuen Spielformen zunächst ein eigenes Bild machen.
„Das Thema ist für mich völlig neu, und die Vereinsvertreter haben aktuell sicherlich mehr Wissen. Ich werde mich jetzt umfassend informieren und auch Wettbewerbe in der Praxis anschauen. Es werden wahrscheinlich noch Nachbesserungen nötig sein, aber da hoffe ich, dass mir die Vereine ihre Erfahrungen und Wünsche mitteilen, sodass ich sie dann in den BFV-Gremien anbringen kann“, äußert sich ich Yildiz absolut vorbehaltlos und stellt einen Vergleich mit dem VAR an. „Anfangs wurde auch diese bahnbrechende Neuerung von vielen abgelehnt, doch durch sinnvolle Änderungen hat die Akzeptanz doch erheblich zugenommen, und das erhoffe ich mir auch von der neuen Spielform.“
Sansone wünscht sich, „dass Muharrem hier vor allem mit Augenmaß agiert, um den Vereinen bei der neuen Spielform auch den Einstieg zu erleichtern“. Yildiz wird den Vereinen bei der am 25. Juli in Klettham stattfindenden Jugendleitertagung noch nicht Rede und Antwort stehen können, „denn ich hatte meinen Urlaub bereits vor der Ernennung gebucht“, bat er im Gespräch mit der Heimatzeitung um Verständnis.