2026-06-17T14:51:57.883Z

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Nächster Penzberger Transfercoup: Auch Tino Reich kommt aus Landsberg

Bezirksliga Oberbayern

von Andreas Mayr · Heute, 08:00 Uhr · 0 Leser
Mit vereinten Kräften und neuen Gesichtern soll es in Penzberg endlich klappen mit dem Aufstieg.
Mit vereinten Kräften und neuen Gesichtern soll es in Penzberg endlich klappen mit dem Aufstieg. – Foto: Andreas Mayr

Der FC Penzberg greift bei seinen Neuverpflichtungen ins oberste Regal. Drei Akteure haben Erfahrungen in Regionalliga und Bayernliga gesammelt.

Franz Fischer hat die Vernunft siegen lassen und seine Karriere beendet. Doch beim Anblick des künftigen Penzberger Kaders sagt selbst der neue Sportliche Leiter: „Wenn du den siehst, juckt es schon, da würde ich gerne mitspielen.“ Die Fußballer des FCP unternehmen einen weiteren Anlauf Richtung Landesliga, dieses Mal aber einen konzertierten. Bei der Planung der neuen Mannschaft visierten sie gezielt die Schwächen in der Defensive sowie in der Breite an. Herausgekommen ist ein Team, das nun wahrlich einen Ritt gen Landesliga starten kann. Mit Maximilian Berwein und Tino Reich kommen zwei ehemalige Regionalligaspieler, Vendim Sinani hat seine Klasse in der Bayernliga bewiesen und mit Moritz Schwarz schließt sich dem FCP ein junger Entwicklungsspieler mit viel Potenzial aus der Landesliga an. Sportchef Fischer verspürt bereits eine „unfassbare Vorfreude“: „Es ist so eine Aufbruchstimmung da.“

Beim FC Penzberg soll sich die Mannschaft nicht mehr von selbst aufstellen

Die Penzberger Macher hatten es satt. Regelmäßig verengte sich in der Rückrunde der Kader. Zuletzt erreichte das solche Ausmaße, dass selbst Trainer Maximilian Bauer aufs Feld musste. Sein Nachfolger Johannes Franz könnte theoretisch ebenfalls kicken, geplant ist das aber nicht. „Wir wollten nicht mehr, dass sich die Mannschaft von allein aufstellt. Wenn du wirklich mal ganz oben mitspielen willst, musst du in der Breite stärker werden“, betont Franz Fischer. Gerade auf die Verteidigung wirkte es sich massiv aus, dass wenige Spieler überstrapaziert wurden. Manch Defensiver schleppte sich mit Wehwehchen durch die Saison. Diese Quälerei soll künftig vorüber sein.

Youngster Moritz Schwarz (21) wurde bei Landesligist TSV Murnau ausgebildet

Der 21-jährige Moritz Schwarz – ausgebildet in Murnau – gilt als Defensiv-Allrounder. Zuletzt in Garmisch war er als Joker von der Bank gefragt. Mit Vendim Sinani schließt sich der Abwehrchef der Aubinger dem FCP an. Die Sache war einigermaßen kurios. Denn der Routinier, einer der Schlüsselleute hinter dem Emporstieg der Münchner in die Landesliga, bot sich aus eigenem Antrieb bei mehreren Klubs an. In Aubing legen sie überraschend einen Kurswechsel hin, trennten sich etwa von Top-Trainer Patrick Ghigani sowie Sinani. Nach einigen Verhandlungsrunden entschied sich das Zweikampfmonster mit Stärken im Spielaufbau für Penzberg. „Ein Glücksgriff, ihn hatten wir gar nicht auf dem Schirm“, jubiliert der Sportliche Leiter. Sinani ersetzt den bisherigen Verteidigungsminister Alexander Jobst, der Vater wird und künftig wieder in der Heimat München kickt.

Tino Reich kommt wie Maximilian Berwein vom Regionalliga-Aufsteiger TSV Landsberg

Routinier Sinani, 32 Jahre alt, bildet künftig mit Tino Reich die Penzberger Wirbelsäule, der vor ihm im defensiven Mittelfeld absichert. Der 25-jährige Reich geht als Transferkracher durch, spielte schon für Türkgücü in der Regionalliga und feierte mit dem TSV Landsberg zuletzt den Aufstieg in Liga vier. Doch in Landsberg geht’s ein bisschen chaotisch zu dieser Tage – und so folgte Tino Reich seinem Spezl Maxi Berwein in die Bezirksliga. „Ein Mega-Typ“, schwärmt Franz Fischer, sowohl menschlich als auch sportlich.

Mentalität schlägt Talent. Wir haben gezielt nach Typen gesucht, die immer alles geben wollen.

Franz Fischer, Sportlicher Leiter

Klar ist auch: Mit Berwein, Reich und Sinani verpflichten die Penzberger drei große Charaktere. Ganz bewusst sei das geschehen, betont der Sportliche Leiter. Die Kaderplaner – beteiligt waren auch wieder Theo Liedl und Josef Siegert senior – haben festgestellt, dass ihre Mannschaft ein Gleichgewicht zu den vielen Technikern vertragen kann, also Spieler, die für ihren Klub durch Wände laufen. „Mentalität schlägt Talent. Wir haben gezielt nach Typen gesucht, die immer alles geben wollen“, erklärt Fischer. Nun liegt die Verantwortung bei Hannes Franz und seinem neuen Assistenten Josef Siegert junior (zuletzt als Videoanalyst in Unterhaching), die ganzen Typen zu dressieren und aus ihnen eine Mannschaft zu formieren. Rückendeckung vom Verein haben die beiden. Franz Fischer betont: „Wir wollen eine Einheit, die Gras fressen, aber auch zocken kann, sich dem Verein unterordnet und keine Ego-Show abliefert.“

Die Stammkräfte der Vorsaison bleiben weitestgehend zusammen. Den Verein verlassen neben Alex Jobst noch Emil Mergenhagen, zuletzt ohnehin wegen des Studiums in Österreich kaum da, Tobias Weng (macht seinen Doktor) und Andreas Schneeweiß, der nach Verletzung nun einen neuen Sport, die Fitness-Disziplin Hyrox, ernster betreibt.