2024-03-01T12:31:23.136Z

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"Time-out": In brenzligen Situationen sollen Schiedsrichter in Zukunft das Spiel unterbrechen können.
"Time-out": In brenzligen Situationen sollen Schiedsrichter in Zukunft das Spiel unterbrechen können. – Foto: Imago Images

Nach Warnwesten-Pflicht: BFV plant "Time-out"

Nächste Neuerung soll zur Saison 2024/25 in Kraft treten

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) plant die Einführung weiterer Neuerungen. Seit dem 1. Februar gilt in Niederbayern die Regelung, dass sowohl von der Heim- als auch von der Gastmannschaft der Leiter des Ordnungsdienstes bei Spielen von aufstiegsberechtigten Herrenmannschaften eine Warnweste tragen muss. Zur neuen Saison 2024/25 soll den Schiedsrichtern und Schiedsrichterinnen ein weiteres Mittel an die Hand gegeben werden, in hitzigen Situationen für Deeskalation zu sorgen: Die Unparteiischen haben dann die Möglichkeit, eine kurze Auszeit zu nehmen. Die sogenannte "Time-out-Regelung" soll dazu dienen, dass sich die Gemüter wieder beruhigen.

Die Regelung ist allerdings noch nicht in Stein gemeißelt. Der BFV orientiert sich dabei an Baden-Württemberg, wo die Neuerung bereits erfolgreich eingeführt und erprobt worden ist, so der Verband. "Die Planungen laufen, erste Sitzungen zu dem Thema hat es gegeben. Das würde dann in Bayern alle Ligen von der Regionalliga bis zur untersten Klasse betreffen", lässt Verbandsspielleiter Josef Janker wissen.

Hinsichtlich der "Warnwesten-Pflicht" in Niederbayern sind bei den Vereinen noch einige Fragen offen. Da wäre zunächst die Frage nach der Notwendigkeit. Freilich gab, gibt und wird es auch immer wieder Spiele geben, bei denen die Emotionen überkochen. Aber Statistiken belegen, dass nur bei einem verschwindend geringen Bruchteil der Partien die Situation eskaliert. Die überwältigende Mehrheit der Amateurspiele in Bayern läuft friedlich ab. Wird hier also mit Kanonen auf Spatzen geschossen? "Das stimmt. Die allermeisten Begegnungen gehen ohne Nebengeräusche völlig friedlich über die Bühne. Aber wir dürfen das Problem nicht kleinreden. Auch wenn bei uns in Niederbayern sozusagen die Welt noch in Ordnung ist. Es gibt anderswo schon bedenkliche Entwicklungen, selbst im Junioren- oder Reservebereich", erklärt Bezirksspielleiter Richard Sedlmaier.

Wer zieht die Warnwesten eigentlich über? "In der Bezirksliga oder Kreisliga ist es Usus, dass sich der Ordnungsdienst beim Schiedsrichtergespann vorstellt. Aber in den unteren Ligen steht der Ordnungsdienst doch meistens nur pro forma auf dem Spielberichtsbogen. Nicht selten sind die Genannten gar nicht vor Ort oder anderweitig beispielsweise im Kiosk beschäftigt. Die Intention dahinter ist diese: Die Vereine sollen wieder klarer einen Ordnungsdienst bestimmen. Und derjenige oder diejenige soll durch das Tragen der Weste für den Schiedsrichter auch klar und schnell zu erkennen sein", so Sedlmaier, der die Vereine auch hinsichtlich einer Sanktionierung bei Nichtbeachten der Regelung zu beruhigen versucht: "Wenn einer mal die Weste nicht trägt...na gut, was soll denn dann passieren? Kritisch wird`s für die Vereine nur dann, wenn mal wirklich was vorfällt, und der Schiedsrichter in seinem Sonderbericht vermerkt, dass kein Ordnungsdienst klar gekennzeichnet war."

Und mal angenommen, eine Situation eskaliert trotz anwesender Westenträger dann tatsächlich, wird dann der Träger der Warnweste zur Rechenschaft gezogen? "Nein, woher! Das ist rechtlich auch gar nicht möglich, diese Personen zu belangen", betont Sedlmaier und meint zum Schluss: "Ich bin mir sicher, dass sich das Ganze einspielen wird."

Eine weitere Meldung geistert derzeit durch die Medien: Die geplante Einführung der blauen Karte, und zwar weltweit. Die britische Zeitung "The Telegraph" hatte darüber zunächst berichtet. Stand jetzt ist das aber noch reine Spekulation, wie BFV-Pressesprecher Fabian Frühwirth bestätigt: "Dahingehend gibt es derzeit überhaupt keine Bestrebungen."

Aufrufe: 09.2.2024, 11:00 Uhr
Mathias WillmerdingerAutor