2026-03-05T07:49:35.839Z

Allgemeines

Nach Sperrung – Stadt Ratingen räumt Kommunikationspanne ein

Für die Fußballer von Ratingen 04/19 war der Rasen des Stadions gesperrt, doch Leichtathleten nutzten ihn rege – auch zum Speerwerfen. Die Verwaltung nimmt Stellung dazu. Sportlich geht es für den Oberliga-Spitzenreiter zum 1. FC Kleve.

von Georg Amend · Heute, 21:30 Uhr · 0 Leser
Der Rasen im Ratinger Stadion könnte bald wieder bespielt werden.
Der Rasen im Ratinger Stadion könnte bald wieder bespielt werden. – Foto: IMAGO/Fotostand

In dieser Woche staunten die Fußballer von Ratingen 04/19 nicht schlecht. Da tummelten sich mehrfach Gruppen von (Nachwuchs-)Leichtathleten auf dem Rasen des Stadions, machten Laufübungen und warfen Speere in ihn hinein. Dabei hatte die Stadt doch schon vor Karneval über das Grünflächenamt kommuniziert, dass der Rasen nach dem einzigen Oberliga-Spiel in 2026 am 30. Januar nun Zeit zur Regeneration benötige und er deshalb gesperrt werde. Diese Haltung erneuerte das Sportamt wenige Tage vor der Partie gegen die SpVg Schonnebeck am Freitag vor einer Woche, die deshalb auf dem Kunstrasen der Sportanlage am Götschenbeck ausgetragen wurde (1:1).

Nach einem Ortsbesuch unserer Redaktion im Ratinger Stadion am Mittwoch vor diesem Spiel hatte Bürgermeister Patrick Anders auf Anfrage die Sperrung des Rasens begründet, unter anderem damit, dass die „zwingend erforderliche Düngung“ am Donnerstag vor besagter Partie durchgeführt wurde. Die Schlussfolgerung: „Ein Spielbetrieb direkt nach Aufbringen des Düngers (...) würde dazu führen, dass der Dünger unregelmäßig verteilt würde und zum großen Teil gar nicht aufgenommen werden kann.“ Das wird in Kreisen, die sich mit der Pflege von Naturrasen-Plätzen sehr gut auskennen, allerdings bezweifelt: Die Fußballer zögen schließlich keine Schleppnetze hinter sich her, sondern würden Dünger mit ihren Schuhen eher noch förderlich in den Boden stampfen, anstatt ihn ungleichmäßig zu verteilen.

Aktuelle Stellungnahme der Stadt

Nun ist Ratingen 04/19 ein Sportverein und darum naturgemäß dem Sport auch verbunden. Dass die Fußballer aber seit dem 30. Januar nicht mehr auf den Stadion-Rasen durften, andere Sportler aber schon, stieß jedoch auf Unverständnis. Unsere Redaktion bat daher die Verwaltung um eine erneute Stellungnahme zum Thema. Das ist sie.

„Nachdem die endgültige Entscheidung gefallen war, die Rasenfläche vorsorglich für das eine Spiel zu sperren – und ihr somit Zeit zur Regeneration zu geben, damit die darauffolgenden Spiele wieder stattfinden können –, wurde die betroffene Fußballmannschaft unmittelbar informiert, und das angesetzte Spiel konnte kurzfristig in den Sportpark verlegt werden. Im Anschluss wurde im Eifer der kurzfristigen organisatorischen Abstimmungen leider versäumt, auch die Leichtathletik-Abteilung entsprechend zu informieren.“

Und weiter: „Durch die bereits durchgeführten Pflegemaßnahmen in Verbindung mit den seit Tagen anhaltenden guten Temperaturen und der Schonung der Rasenfläche konnte diese seither so gut regenerieren, dass milde Belastungen, wie jene beim Speerwurf, bereits am Dienstag möglich waren.“

Aussicht auf Spiel gegen Meerbusch im Stadion

Zudem teilt die Verwaltung in ihrer Mail von Freitagmittag mit: „Nach einer Begutachtung des Rasens am heutigen Morgen ist festzustellen, dass durch das Speerwurf-Training keinerlei Schäden entstanden sind, auch eine Speerwurf-Lochung ist nicht sichtbar. Heute wird der Rasen gemäht, und in der kommenden Woche sind weitere Pflegemaßnahmen vorgesehen, sodass dem Spiel in der kommenden Woche nichts im Wege stehen sollte.“ Dann geht es für 04/19 am Freitagabend gegen den derzeit drittplatzierten TSV Meerbusch – und das nach jetzigem Stand also tatsächlich im Stadion.

Vorher steht für die Ratinger aber erst einmal an diesem Sonntag eine der weitesten Auswärtsfahrten an: zum 1. FC Kleve. Und auch da ist das mit der Spielfläche so eine Sache: Frank Zilles hat als Sportlicher Leiter von 04/19 eine Mail von den Gastgebern mit grundlegenden organisatorischen Dingen erhalten, in der aber auch rot markiert steht: „Sofern der Naturrasen von der Stadt weiterhin gesperrt ist, wird auf dem unteren Kunstrasenplatz gespielt.“ Irritation in Ratingen. „Vielleicht ist das ein Satz, den Kleve immer vorsorglich in solchen Mails hat“, mutmaßt 04/19-Trainer Damian Apfeld und ergänzt: „Ich gehe davon aus, dass wir auf Rasen spielen. Wir können es aber ohnehin nicht beeinflussen und haben diese Woche dreimal auf Naturrasen beim ASC Ratingen-West und einmal auf Kunstrasen trainiert.“

Matondos Verspätung ist abgehakt

Da gab es zu den bestehenden Verletzten Jimmy Can Atila, Ali Hassan Hammoud, Eleftherios Vasileiadis und Henry Page, der sich im Bezirksliga-Einsatz für die U23 am Sonntag eine Zerrung zuzog, keine weiteren Ausfälle. In Kleve wird allerdings zudem Clinton Asare aussetzen müssen, der gegen Schonnebeck seine fünfte Gelbe Karte der Saison sah. Mitreisen wird in jedem Fall Slone Matondo: Der Linksverteidiger war zum letzten Spiel zu spät gekommen und deswegen aus disziplinarischen Gründen nicht eingesetzt worden. „Er muss noch seinen Obolus in die Mannschaftskasse zahlen und hat am Sonntag auch in der U23 gespielt. Am Samstag hatte er mich noch angerufen und seine Verspätung erklärt mit seiner beruflichen Belastung. Daher ist da für mich ein Haken dran und für die Mannschaft auch“, sagt Apfeld.

Der Trainer des Spitzenreiters weiß vor dem Duell mit dem Vorletzten, der die jüngsten fünf Liga-Spiele verloren hat: „Tabellarisch gesehen ist das für uns ein Muss-Spiel. Aber jede Serie geht auch einmal zu Ende, und Kleve muss auch etwas machen, um da unten rauszukommen und den Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen nicht zu groß werden zu lassen. Es wird alles daransetzen, um eine realistische Chance zu haben, über den Strich zu kommen.“ Deswegen mahnt Apfeld: „Nur auf die Tabelle zu schauen und zu denken, dass das schon irgendwie läuft, wird für uns nicht funktionieren. Dafür gibt es zu viele Überraschungen. Wir sollten gewarnt sein, unsere Dinge nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.“

Dafür hat der Chefcoach in dieser Trainingswoche auch noch einmal die „richtige Reihenfolge“ bei seinen Spielern angesprochen: „Es fängt mit den Grundtugenden an, einer hohen Motivation, einer gewissen Anspannung. Dann wird man auch technisch besser, wenn man unter Spannung steht, und wenn man individuell besser ist, wird es auch mannschaftstaktisch besser“, weiß Apfeld. Dass es zuletzt dreimal in Folge frühe Gegentore gab, hat er registriert und hofft, eine Schraube gefunden zu haben, an der er justieren kann, damit sein Team von Anfang an fokussiert ist. Gestaunt hat es diese Woche schon genug.

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