2026-05-12T12:35:39.633Z

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Nach Rech-Entlassung: Ist der TSV Landsberg überhaupt bereit für die Regionalliga?

Umbruch steht bevor

von Michel Guddat · Heute, 14:00 Uhr · 0 Leser
Wie geht es beim TSV Landsberg weiter?
Wie geht es beim TSV Landsberg weiter? – Foto: Robert Geisler/FuPa

Der TSV Landsberg schafft den historischen Regionalliga-Aufstieg. Doch von Euphorie und Vorfreude ist schon längst keine Spur mehr. Ein Kommentar.

Eigentlich sollte dieser Sommer einer der schönsten in der Geschichte des TSV Landsberg werden. Erstmals überhaupt steigt der Verein vom Lech in die Regionalliga Bayern auf. Und hat dazu noch die Chance, dem TSV 1860 II auf den letzten Metern die Meisterschaft abzuluchsen. Man möchte meinen, der Verein strotzt nur so vor Euphorie, Vorfreude oder Selbstvertrauen. Doch davon ist bereits wenige Tage nach dem historischen Erfolg keine Spur mehr zu sehen.

TSV Landsberg schafft historischen Aufstieg – und trennt sich von Erfolgstrainer Rech

Christoph Rech ist weg. Jener Mann, der das Team in einer unruhigen Phase übernahm und sie schließlich als erster Trainer überhaupt in die Regionalliga führte – 18 Pflichtspiele ohne Niederlage seit Oktober 2025. Allein, er darf dieses Abenteuer nicht miterleben.

Eine einvernehmliche Trennung, schöngeredet mit dem Hinweis auf „unterschiedliche Vorstellungen.“ Der eigentliche Grund klingt ernüchternder: Die A-Lizenz, die für die Regionalliga obligatorisch ist, hätte Rech neben dem laufenden Trainerbetrieb erwerben müssen – zeitlich und finanziell zu aufwendig für den Verein. Ein Mann, der in Eigenregie zum Aufstiegstrainer wurde, wird nun durch bürokratische und finanzielle Hürden ausgebremst.

Das ist nicht nur bitter für Rech persönlich – es kann auch als ein schlechtes Zeugnis für einen Verein gesehen werden, der offenbar nicht bereit oder in der Lage ist, in seinen eigenen Erfolg zu investieren. Rech ist ein Selfmademan. Einer, der aus der Not geboren in seiner ersten Trainerstation mächtig geliefert hat. Und nun für seinen Erfolg bestraft wird. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack.

Trainer weg, Leistungsträger weg, Stadion weg: Landsberg droht ein großer Umbruch im Sommer

Hinzu kommen weitere Abgänge, die sportlich kaum aufzufangen sind. Mit Benny Auburger (Vilzing) und Maxi Berwein (Penzberg) verlassen absolute Leistungsträger und regionalligaerfahrene Spieler den Verein. Und wer kann es ihnen verdenken? Ein neuer Trainer, unbekannt. Eine neue Liga, anspruchsvoller. Und ein Verein, der finanziell auf die Bremse tritt oder treten muss. Das ist kein Umfeld, das zum Bleiben animiert.

Als wäre das alles noch nicht genug, kommt ein weiterer Dämpfer: Der 3-C-Sportpark erfüllt die Anforderungen der Regionalliga nicht. Man weicht ins altehrwürdige Sportzentrum aus. Sicherlich schwingt da ein wenig Nostalgie mit, jedoch ist es auch ein Schritt zurück in puncto Infrastruktur. Ausgerechnet in dem Moment, in dem man sportlich einen Schritt nach vorn macht.

Wer die jüngere Geschichte des Vereins kennt, weiß: Ambition allein reicht nicht. Das gescheiterte Projekt rund um Sascha Mölders war eine teure Lektion. Nico Held zog sich während der Saison überraschend zurück. Immer wieder gab es in Landsberg den Versuch, groß zu denken. Immer wieder folgte die Ernüchterung. Wird die Regionalliga das nächste Kapitel in dieser Serie sein?

Ist Landsberg überhaupt bereit für die Regionalliga?

Der TSV Landsberg hat etwas Historisches geleistet. Das verdient Respekt und Anerkennung – ohne Wenn und Aber. Aber der Umgang mit dem Erfolg offenbart doch einige Schwächen. Nun auch noch der Verlust des Mannes, der den Aufstieg erst möglich gemacht hat – zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Und nach Alex Schmidt bereits der zweite (!) Trainer, den man in dieser Saison weggibt – und das wieder trotz Platz zwei in der Liga.

Der Aufstieg in die Regionalliga ist ein Moment für die Ewigkeit. Was danach kommt, wirkt hingegen wie ein Verein, der sich selbst im Weg steht. Die Frage ist nicht, ob es schwer wird in der Regionalliga – das war immer klar. Die Frage ist, ob Landsberg überhaupt bereit ist. Und im Moment spricht leider wenig dafür. (mg)