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Nach Klassenerhalt: SVW will sich in der BZL etablieren – langfristig Landesliga-Aufstieg möglich?

„Im Fußball ist alles möglich“

von Ferdinand Gehlen · 18.07.2024, 09:46 Uhr · 0 Leser
In der vergangenen Saison musste der SV Waldeck Obermenzing bis zum Schluss zittern.
In der vergangenen Saison musste der SV Waldeck Obermenzing bis zum Schluss zittern. – Foto: Jenni Maul

Nach dem letztjährigen Klassenerhalt will sich der SV Waldeck Obermenzing mit der Hilfe einiger Nachwuchstalente in der Bezirksliga etablieren.

Obermenzing – Die erste Saison in einer höheren Liga ist oftmals nicht leicht. In vielen Fällen folgt nach nur einem Jahr der direkte Abstieg. Auch der SV Waldeck Obermenzing hatte in der vergangenen Spielzeit Probleme. Der Münchner Club absolvierte die erste Bezirksliga-Saison der Vereinsgeschichte und musste lange zittern, sicherte sich am letzten Spieltag dann aber doch den Klassenerhalt.

„Dass es schwer werden würde, war uns von Anfang an klar“, sagt Trainer Stefan Gutsmiedl im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern. Mit den Leistungen seiner Mannschaft ist Gutsmiedl aber zufrieden: „Im Großen und Ganzen haben wir es gut gemacht. Vor allem, wenn man sieht, dass die meisten Aufsteiger aus der Kreisliga direkt wieder absteigen.“

Auf diesem Erfolg wollen die Obermenzinger in der kommenden Saison aufbauen und sich in der Bezirksliga etablieren. Wer damit rechnet, dass sich der Verein zu diesem Zweck mit Bezirksliga-erfahrenen Spielern verstärkt, liegt falsch. Der SV Waldeck geht seinen eigenen Weg. Anstelle von externen Neuzugängen setzt der Verein voll auf die eigene Jugend.

Starke Jugendabteilung als Fundament für Waldecker Erfolg – Talente klopfen an

Die Voraussetzungen dafür sind gut, die A-Jugend des SVW ist in der vergangenen Saison in die U19-Bayernliga aufgestiegen. Nun sollen die Youngsters den Sprung in den Herrenbereich schaffen. „Wir versuchen jetzt, fünf Spieler aus der A-Jugend zu integrieren“, sagt Gutsmiedl. „Sie sollen sich möglichst schnell an den Herrenfußball gewöhnen und uns weiterhelfen.“ Abgesehen davon kommen lediglich zwei Rückkehrer, die in der Jugend für den Verein spielten, und der Cousin eines Teammitglieds. Auf diese Weise wollen die Verantwortlichen dafür sorgen, dass die familiäre Atmosphäre im Verein nicht gefährdet wird.

Mit dieser Strategie, dem Waldecker Weg, war der Club bislang durchaus erfolgreich. Auch in den letzten Jahren standen fast ausschließlich Eigengewächse im Kader. Die Kaderplanung für die neue Saison ist auf bereits abgeschlossen. „Wir sind durch, außer es fliegt uns noch irgendjemand zu“, verrät Gutsmiedl.

SV Waldeck: Erste und Zweite teilen sich einen Platz

Die Vorbereitung wollen die Münchner nun möglichst effektiv nutzen. „Während der Saison haben wir das Problem, dass wir nur auf dem halben Platz trainieren können“, sagt Gutsmiedl. Durch den späteren Saisonstart der zweiten Mannschaft fiel diese Einschränkung zuletzt eine Zeit lang weg. „Den großen Platz haben wir genutzt, um Abläufe zu trainieren und eine kleine Systemumstellung zu machen“, erzählt der Trainer.

„Das wird wieder so eine Liga, in der jeder bis zum Schluss zittern muss.“

Stefan Gutsmiedl rechnet erneut mit einer ausgeglichenen Konkurrenz in der Bezirksliga Nord.

In der kommenden Saison erwartet der 41-Jährige ein enges Teilnehmerfeld. „Das wird wieder so eine Liga, in der jeder bis zum Schluss zittern muss.“ Einige Teams schätzt Gutsmiedl als besonders stark ein: „Neuperlach wird sehr, sehr gut sein. Die haben sich sehr gut verstärkt. Freising wird es auch wieder gut machen.“ Vorhersehbar sind die Kräfteverhältnisse in der Liga aber bei weitem nicht. „Es wird sicher noch eine Überraschungsmannschaft mitmischen“, prophezeit der SVW-Coach.

Gutsmiedl schließt langfristig Landesliga-Aufstieg nicht aus

Mit seinem eigenen Team will Gutsmiedl die Entwicklung der letzten Jahre fortsetzen. „Wir waren jedes Jahr ein bisschen besser“, sagt der Chefcoach. Dieser Trend stimmt den Waldecker zuversichtlich für die zweite Saison in der Bezirksliga. „Wir werden wieder besser sein als letzte Saison. Das würde bedeuten, wir landen auf einem souveränen Mittelfeldplatz.“ Könnte bei einer kontinuierlichen Verbesserung dann auch irgendwann ein erneuter Aufstieg ein Thema werden? „Im Fußball ist alles möglich“, so Gutsmiedl. „Wir haben ja auch nicht damit geplant, in die Bezirksliga aufzusteigen.“

Die starke Nachwuchsabteilung des Vereins macht auf jeden Fall Hoffnung. „Wenn du eine gute A-Jugend hast, die Bayernliga spielt, dann kommen da natürlich auch gute Spieler hoch“, sagt der 41-Jährige. Erst einmal geht es in Waldeck aber darum, auch das zweite Bezirksliga-Jahr gut zu überstehen. Schließlich will man nicht zu den Mannschaften gehören, die im verfluchten zweiten Jahr nach dem Aufstieg scheitern. (fge)