
Waldeck-Obermenzing steckt in der Kaderplanung. Nach dem Bayernliga-Aufstieg der U19 plant der Trainer die Eingliederung der Jugendspieler.
Obermenzing – Nach einer turbulenten ersten Bezirksliga-Saison für den Aufsteiger Waldeck Obermenzing ist der Klassenerhalt vollbracht. Währenddessen schaffte die A-Jugend den Aufstieg in die Bayernliga. Kann die U19 jetzt die nächste goldene Ära des SVW einleiten?
„Wir möchten das Familien-Gefühl im Team nicht zerstören“
Gutsmiedl über die Kader-Strategie bei Waldeck-Obermenzing.
Der SV Waldeck Obermenzing geht seinen eigenen Weg in der Kaderplanung. Während andere Vereine mit Geld und Prämien neue Spieler locken, setzt man in Waldeck fast exklusiv auf Eigengewächse. Der Waldecker Weg, den Trainer Stefan Gutsmiedl auf und ab predigt, baue nicht auf große Transfers, sondern Rückholaktionen ehemaliger Jugendspieler. Dies gelte auch, wenn sich Spieler beim Verein anbieten: „Ich nehme gar keinen, außer es ist ein Kumpel von einem Spieler“, sagte Gutsmiedl bereits im Februar und ergänzte jetzt: „Wir möchten das Familien-Gefühl und den Zusammenhalt im Team nicht zerstören.“
In dieser Sommertransferperiode haben die Münchner bereits zwei neue Spieler für die nächste Saison geholt. Hüseyin Ceker, der bereits in der U19-BOL für Waldeck spielte, kehrt vom SC Olching ins SVW-Mittelfeld zurück. Zusätzlich kommt mit Robert Schmidt ein Akteur, der noch nie bei den Münchnern spielte. Ein absoluter Ausnahmefall: Das sei kein Problem, da es sich um einen „guten Freund“ eines Teamkollegen handle. Zuletzt spielte Schmidt für den ASV Rimpar in der Landesliga Nordwest.
Normalerweise kommt hochkarätige Verstärkung beim SV Waldeck Obermenzing meist direkt aus den eigenen Reihen. Doch so stark wie dieses Jahr war der Nachwuchs bei den Münchner noch nie. Die A-Junioren spielen kommende Saison immerhin in Deutschlands höchstmöglicher Juniorenspielklasse – Nachwuchsleistungszentren ausgenommen. Doch welche U19-Hochkaräter können jetzt schon die Erste in der Bezirksliga verstärken?
Gutsmiedl befördert gleich fünf U19-Bayernliga-Aufsteiger für die kommende Spielzeit in den Herren-Kader. Zukünftig sollen Fabian Giudice, Simon Airapetian, Rinor Zenelaj, Philip Schemat und Tarik Kluge die erste Mannschaft bei der Mission Klassenerhalt in der Bezirksliga Nord unterstützen.
„Bei den Junioren dauert es immer so ein halbes Jahr, bis die sich an die erste Mannschaft und das Niveau im Herrenbereich gewöhnt haben. Aber es gibt natürlich Ausnahmen. Tarik (Kluge, Anm. d. Red.) könnte so ein Ausnahmespieler sein.“
Kluge absolvierte 24 Spiele in der U19-Landesliga, in denen der Kapitän der A-Jugend vier Tore erzielte. Mit Kluge als Abwehrchef stellte der SVW die drittbeste Defensive der Liga. Gutsmiedl ist mit Blick auf die Talente ohnehin optimistisch: „Die Jungs werden sich alle durchsetzen.“
Der SV Waldeck Obermenzing besetzt fast alle Vereins-Positionen intern. Die Spieler der ersten Mannschaft besetzen oft die Trainerstellen bei den Junioren. Philipp Kaiser, Leistungsträger im Bezirksliga-Team, war als Cheftrainer der A-Jugend für den Bayernliga-Aufstieg mitverantwortlich und bekommt nun eine Beförderung: Kaiser steigt zum spielenden Co-Trainer der Herrenmannschaft auf und soll für die schnelle und erfolgreiche Integration der A-Junioren in den Herrenbereich sorgen. Aufgrund der familiären Team-Chemie sollte das aber ohnehin kein Problem werden. „Jeder ist hier füreinander da“, schwärmt Gutsmiedl.
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Mit wie viel Erfolg das gelingt, wird sich in der kommenden Spielzeit zeigen. Die Obermenzinger wollen sich den Klassenerhalt in der Bezirksliga erneut verdienen. „Es ist sehr schwer, mit Jugend gegen Erfahrung anzukommen“, sagt Gutsmiedl. Einen speziellen Wunsch hat der SVW-Trainer für die kommende Saison aber noch: „Ich wünsche mir einfach, dass ich diesmal im April den Urlaub buchen kann, weil der Klassenerhalt sicher ist.“ (Paul Pfaffel)