Mit einer eingespielten und eingeschworenen Mannschaft geht der SV Biemenhorst in die erste Saison der Vereinsgeschichte in der Oberliga Niederrhein. Der aus Ur-Biemenhorster bestehende Kern soll auch zukünftig Bestand haben und den Klub auf dem erreichten Niveau etablieren.
Gerade oberhalb der Kreisligen wächst die Zahl der finanziell stark aufgestellten und nahezu professionell geführten Klubs stetig. Ein Durchmarsch wie der des SV Biemenhorst ist daher umso seltener. Dabei musste der Verein nämlich nicht einmal auf externe Zugänge zurückgreifen: Ein Großteil des Kaders begleitete den SVB schon seit der Bezirksliga, wovon auch sehr viele in der eigenen Jugend groß geworden sind. So auch das Topscorer-Duo um Jannis Schmitz und Luca Felix Puhe, die jeweils auch in der Jugend des 1. FC Bocholt ausgebildet wurden, um dann im Seniorenbereich wieder zum Heimatverein zurückzufinden.
"Es ist ein ganz eingeschworener Haufen. Es sind größtenteils alles Biemenhorster Jungs. Das ist ein Verdienst des Vereins, ein Verdienst der tollen Trainer, die wir hatten", sagte Sven van den Berg, 1. Vorsitzender der Seniorenabteilung, gegenüber FuPa Niederrhein.
Noch in der Saison 2010/11 musste der Verein den Abstieg in die Kreisliga B verkraften. In der Folge haben die leitenden Verantwortlichen ihre Köpfe zusammengesteckt, um den SVB professioneller aufzustellen und Trainer installieren, die das gesamte Potenzial aus dem Team herauskitzeln. In der Folge mauserten sich die Biemenhorster wieder stückweise nach oben: "Wir haben damals gesagt, dass die Truppe gut ist und es kann mal Richtung Landesliga gehen – da haben wir schonmal Gänsehaut bekommen. Wir haben damals dann auch spaßeshalber gesagt, wenn es bis zur Oberliga geht, machen wir auch weiter", sagte van den Berg zwar mit einem Augenzwinkern, doch genau dort ist Biemenhorst nun angekommen.
Gerade mit der Amtsübernahme des derzeitigen Cheftrainers Javier Garcia Dinis - für van den Berg "ein Profitrainer in einer Dorfmannschaft" - ging es rasant nach oben. Der 45-Jährige ist seit zwei Spielzeiten im Amt und hat das Kunststück vollbracht, am Ende jeder Saison aufzusteigen. In der Oberliga müssen jedoch erst einmal kleinere Brötchen gebacken werden. Zunächst möchte Biemenhorst sich langfristig in der Klasse halten. Das Erfolgsrezept bleibt dabei unverändert: Die eingespielte Kern soll der Mannschaft Stabilität verleihen, um von Saisonbeginn konstant das Leistungsvermögen bestmöglich abzurufen.
Vom Stammpersonal aus dem Vorjahreskader verlässt Biemenhorst derzeit auch nur Bayar Shahab (Viktoria Heiden). Dafür legte der Verein mit zwei punktuellen Verstärkungen noch einmal nach. Mit Taric Boland (Sportfreunde Lowick) kommt zunächst ein hochtalentierter Landesliga-Stürmer, der sich nun auf dem nächsthöheren Niveau beweisen möchte. Alleine in den vergangenen beiden Spielzeiten für Lowick erzielte der 22-Jährige eindrucksvolle 40 Treffer und bietet dem SVB damit eine weitere Option in der Offensive.
Dazu schlägt auch der Kapitän vom 1. FC Bocholt im benachbarten Ortsteil auf. Marc Beckert kann mit seiner höherklassigen Erfahrung als Anker für die jungen Spieler fungieren, die sich erstmalig in der Oberliga behaupten wollen: "Ich glaube, dass wir mit der Verpflichtung von Marc Beckert hinten noch einmal mehr Stabilität reinbringen können. Da müssen wir uns nichts vormachen, wir haben mit ihm einen Spieler mit Regionalliga- und Oberligaerfahrung, der die Truppe von hinten raus steuern kann und beinahe wie ein Trainer auf dem Platz agieren kann", erklärte van den Berg.
Der Kader ist im Vergleich zur Vorsaison also sicherlich noch einmal besser aufgestellt, in der Oberliga könnte jedoch die noch junge Mannschaft besonders zu Beginn etwas Lehrgeld zahlen. Aber man weiß ja nie: Vielleicht setzt der SV Biemenhorst seinen Höhenflug auch in der Oberliga fort.