2026-04-29T13:32:52.058Z

Allgemeines

Nach Aufstiegsverzicht: Maulkorb für Spieler, Kritik von Trainer Sven Bender

Krise bei der SpVgg

von Robert M. Frank · Gestern, 11:00 Uhr · 0 Leser
spvgg unterhaching, rot, gegen fc memmingen, 02.05.2026 mitgliederversammlung jetzt, hachingfans
spvgg unterhaching, rot, gegen fc memmingen, 02.05.2026 mitgliederversammlung jetzt, hachingfans – Foto: brouczek

Die SpVgg Unterhaching steckt nach dem Aufstiegsverzicht in einer tiefen Krise. Trainer Sven Bender kritisiert die Vereinsführung deutlich.

Die SpVgg Unterhaching befindet sich nach der Heimniederlage gegen Memmingen in Schockstarre. Und die Verantwortlichen bekommen nach den jüngsten Turbulenzen um den Aufstiegsverzicht Gegenwind von Anhängern der SpVgg.

spvgg unterhaching, rot, gegen fc memmingen, 02.05.2026 simon skarlatidis nach dem 1:1 ausgleich
spvgg unterhaching, rot, gegen fc memmingen, 02.05.2026 simon skarlatidis nach dem 1:1 ausgleich – Foto: brouczek

Die Stimmung bei der SpVgg Unterhaching ist nach dem 1:2 (0:1) gegen den FC Memmingen am absoluten Tiefpunkt angekommen. Nach dem jüngst verkündeten Aufstiegsverzicht in die 3. Liga herrschte beim vermeintlichen Aufstiegsaspiranten ohnehin schon eine sehr bedrückte Stimmung innerhalb der Mannschaft und des Trainerteams. Und nun kam noch eine bittere Heimniederlage hinzu, die den zuvor fünfmal in Serie erfolgreichen Hachingern möglicherweise auch noch die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison verhagelt haben könnte.

Die Niederlage kam nicht überraschend. Man merkt einfach, was es bei Sportlern verursacht, wenn man verkopft ist und Themen da sind, die den Sport beeinflussen.

SpVgg-Trainer Sven Bender

SpVgg-Cheftrainer Sven Bender stellte sich vor die Mannschaft und prangerte zwischen den Zeilen die getroffene Entscheidung des Vereins um Präsident Manfred Schwabl an. „Das passt zu der Stimmung, die gerade im Sportpark herrscht, und von daher kam die Niederlage nicht überraschend. Man merkt einfach, was es bei Sportlern verursacht, wenn man verkopft ist und Themen da sind, die den Sport beeinflussen.“

Qualifikation für DFB-Pokal in Gefahr

Schwabl indes blickte mit nicht so optimistischem Gesichtsausdruck in Richtung des entscheidenden Duells des Dritten der Regionalliga Bayern am kommenden Samstag beim Zweiten Würzburger Kickers. „Wir müssen gewinnen, um noch in den DFB-Pokal zu kommen“, ist sich Schwabl des Ernstes der Lage bewusst. Den Spielern wurde ein Maulkorb gegenüber der Presse verpasst, und mit diesem Schweigen wurde der Unmut der Mannschaft über die Vorgehensweise der Verantwortlichen offensichtlich. Zahlreiche Spieler und Mitarbeiter bangen um die Fortsetzung ihrer Verträge, und rund um den Kabinentrakt waren viele schockierte Gesichter zu sehen. Es herrschte Sprachlosigkeit und blankes Entsetzen.

Unterschriften für Club-Versammlung

Dem Präsidium bläst von den eigenen Anhängern gerade mächtig viel Gegenwind ins Gesicht. Hachinger Vereinsmitglieder sammelten im Vorfeld der Partie vor den Stadiontoren Unterschriften auf einer Liste, um eine zeitnahe Mitgliederversammlung zu erzwingen. Der spielende Sportdirektor Markus Schwabl entschuldigte sich derweil im Vorfeld der Partie mit einer eindeutigen Begründung für seinen Verzicht auf einen Einsatz im Heimspiel als Spieler. „Es gibt Wichtigeres, darauf muss ich mich voll konzentrieren“, sagte der Kapitän mit Anspielung auf die sich überschlagenden Ereignisse der vergangenen Tage.

Turbulenzen machen Spiel zur Nebensache

Das Spiel vor 2125 Zuschauern geriet angesichts der Turbulenzen rund um die derzeitige prekäre Finanzlage des ehemaligen Bundesligisten fast zur Nebensache. Die Gäste besaßen in der ersten Halbzeit durch David Günes (15.) und Timo Schmidt (29.) die ersten guten Chancen zur Führung, ehe Haching stärker wurde. Andy Breuer zielte für die SpVgg knapp am Tor vorbei (29.), bevor auf der Gegenseite dann das Unheil seinen Lauf nahm. Hachings Moritz Müller bugsierte den Ball nach einer Ecke ins eigene Tor zum 0:1 (36.). Vor dem Tor der Allgäuer traf Tim Hannemann die Latte, und den Nachschuss auf das leere Tor setzte Christoph Ehlich über den Querbalken (40.).

spvgg unterhaching, rot, gegen fc memmingen, 02.05.2026 sven bender
spvgg unterhaching, rot, gegen fc memmingen, 02.05.2026 sven bender – Foto: brouczek

Erst in der zweiten Hälfte folgte ein Hoffnungsschimmer für die nun drückend überlegenen Hachinger. Der bereits nach einer halben Stunde für den angeschlagenen Nils Ortel eingewechselte Wesley Krattenmacher setzte sich gegen zwei Gegenspieler über den rechten Flügel durch und bediente Simon Skarlatidis, der den Ball aus dem Rückraum in den Winkel zum 1:1 drosch (56.). Doch die Effektivität vor dem Tor war damit aufgebraucht. Müller schoss zunächst freistehend auf die kurze Ecke des Gäste-Tores, und Memmingens Schlussmann Dominik Dewein klärte mit einer starken Parade zur Ecke (62.).

Und auch der gut aufgelegte Krattenmacher konnte Dewein kurz darauf nicht überwinden (85.). Den Lucky Punch setzten dann auf der Gegenseite die Memminger, die mit einem Konter zuschlugen, den Philipp Kirsamer mit einem Solo am herausgelaufenen Haching-Schlussmann Erion Avidja vorbei zum 1:2 veredelte (89.).

SpVgg Unterhaching – FC Memmimgen 1:2 (0:1) SpVgg Unterhaching: Avdija – Ehlich, Stiefler, Winkler, Breuer – Ortel (32. Krattenmacher), Gevorgyan – Skarlatidis, Hannemann (84. Meier), Müller – Krupa (72. Pfeiffer) Tore: 1:0 Müller (36., ET), 1:1 Skarlatidis (56.), 1:2 Kirsamer (89.)