
Burghausen gastiert nur drei Tage nach dem angedachten Spiel gegen Türkgücü beim FC Eintracht Bamberg. Die Spielabsage irritierte den SV Wacker, doch sie könnten den Münchnern nun Schützenhilfe leisten.
Überraschend kam die Spielabsage am Osterwochenende nicht: Schließlich hatte Türkgücü München vier Tage vor dem Spiel gegen Wacker Burghausen noch keine geeignete Heimspielstätte. In einer ausführlichen Pressemitteilung nimmt der SVW nun Stellung zu den Vorkommnissen – und zu der offiziellen Begründung.
„Lange war unklar, ob das Duell gegen die Landeshauptstädter überhaupt stattfinden würde. Zunächst stand Türkgücü kein Stadion zur Verfügung, auch alle angefragten Ausweichspielstätten erwiesen sich als ungeeignet. Schließlich kam aus München die Bitte, das Spiel zu verlegen – ein Wunsch, den Burghausen aus nachvollziehbaren Gründen ablehnte“, erklärt Wacker den Vorfall. „Viele Spieler des SV Wacker Burghausen gehen regulären Berufen nach, weshalb ein angesetzter Ersatztermin unter der Woche kurzfristig nicht ganz einfach zu stemmen wäre. Zudem nannten die Verantwortlichen von Türkgücü München inakzeptable Termine.“
Als angebotene Alternativtermine nennt Burghausen den 30. April und den 1. Mai. Termine, die für den einstigen Zweitligist nicht in Frage kommen, da Wacker einen bzw. zwei Tage später gegen Bayreuth spielt. Nach der Absage Wackers meldete Türkgücü sich beim Bayerischen Fußball-Verband und führte als Absagegrund eine Grippewelle an. Demnach fielen zu viele Spieler aus, um gegen Burghausen anzutreten.
Dazu schreibt der SVW: „Ein fader Beigeschmack bleibt – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Türkgücü bereits in der laufenden Saison ein Heimspiel gegen Schweinfurt 05 kampflos abgeben musste, da keine geeignete Spielstätte zur Verfügung stand. Dieses wurde vom Sportgericht mit 0:X für die Schnüdel gewertet. Ob es nun auch im Fall des ausgefallenen Spiels gegen Burghausen zu einem Sportgerichtsverfahren kommt, liegt in den Händen des Bayerischen Fußball-Verbands. Unverständlich bleibt jedoch der Vorwurf von „Unprofessionalität“, der aus München in Richtung Burghausen geäußert wurde – ein Vorwurf, der an der Realität vorbeizielt.“
Trotz der Differenzen der beiden Klubs dürfte Türkgücü heute, am 22. April, Burghausen die Daumen drücken. Die Mannschaft von Lars Bender gastiert um 17 Uhr bei Eintracht Bamberg, einem direkten Konkurrenten im Abstiegskampf der Regionalliga Bayern.
„Trotz des abgesagten Spiels gegen Türkgücü München sehe ich uns gut vorbereitet auf die Aufgabe in Bamberg. Natürlich mussten wir unseren Fokus in der Vorbereitung umstellen, das haben wir aber als Team gut bewältigt“, so Bender. „Wichtig ist, dass wir unsere eigene Leistung abrufen, an die Intensität und den Einsatz der vergangenen Wochen anknüpfen und im letzten Drittel noch konsequenter agieren. Wenn uns das gelingt, bin ich überzeugt, dass wir mit drei Punkten nach Burghausen zurückkehren können.“
Die Punkte wären für Wacker entscheidend: Wenige Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung auf die Relegationsränge nur drei Zähler. Anpfiff der Begegnung ist am 22. April um 17 Uhr. Wir berichten im Live-Ticker.