Mutlu Demir, der zuletzt Trainer des Regionalligisten Eintracht Hohkeppel war, spricht im Interview über seine turbulente Zeit beim Mittelrheinliga-Meister, seine Erfahrungen in der Regionalliga und seine aktuelle Tätigkeit im Jugendbereich.
Im Februar 2024 übernahm Mutlu Demir das Traineramt bei Eintracht Hohkeppel mit dem der Aufstieg in die Regionalliga West glückte. Doch nach nur sieben Spielen in der neuen Liga war seine Zeit dort schon wieder vorbei. "Meine Zeit bei Eintracht Hohkeppel war eine unglaublich bereichernde Erfahrung. Der Aufstieg in die Regionalliga West, besonders nach dieser beeindruckenden Serie von zehn Siegen in Folge, war eines der Highlights meiner Trainerlaufbahn“, blickt Demir zurück.
Trotz des schnellen Endes nimmt der 50-Jährige wertvolle Lehren aus seiner Zeit mit: „Aus der Regionalliga nehme ich wertvolle Erkenntnisse mit, insbesondere was das hohe Niveau und die Professionalität in dieser Liga betrifft. Diese Erfahrungen haben mich sowohl fachlich als auch persönlich weitergebracht.“
Auch wenn seine Amtszeit bei Hohkeppel kurz war, sieht Demir viel Potenzial in der Mannschaft. Die Zielsetzung des Vereins – der direkte Durchmarsch in die 3. Liga – sieht er als ambitioniert, aber nicht unmöglich: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass Hohkeppel auch in der Regionalliga weiterhin erfolgreich sein wird. Das Team hat Qualität und Charakter. Der Traum von der 3. Liga ist ambitioniert, aber ich glaube, dass mit harter Arbeit vieles möglich ist.“ Trotz seines Abgangs bleibt er optimistisch, dass der Verein eine erfolgreiche Saison spielen kann.
Nach seinem Engagement bei Hohkeppel verbringt Demir seine Wochenenden anders als zuvor, aber keineswegs weniger intensiv. „Aktuell verbringe ich meine Wochenenden damit, für den DFB im Jugendbereich zu scouten“, erklärt er. Ein besonderes Herzensprojekt ist seine Tätigkeit als Trainer der U16-Regionalauswahl Südwestfalen. „Die Arbeit mit der U16-Regionalauswahl Südwestfalen ist für mich ein echtes Herzensprojekt. Es ist unglaublich erfüllend, junge Talente zu fördern und sie in ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung zu begleiten.“
Zusätzlich betreut er die Verbandsauswahlen der Jahrgänge 2008 und 2011, was ihm die Möglichkeit gibt, noch mehr Nachwuchsspieler zu unterstützen und ihnen auf ihrem Weg in den Leistungsfußball zu helfen. „Diese Tätigkeit gibt mir die Möglichkeit, ein breites Spektrum an Spielern zu unterstützen und mein Wissen und meine Leidenschaft für den Fußball weiterzugeben“, so Demir.
Auch wenn Demir aktuell stark in der Jugendarbeit eingebunden ist, schließt er eine Rückkehr auf die Trainerbank im Herrenbereich nicht aus. „Natürlich kann ich mir vorstellen, wieder im Herrenbereich zu arbeiten, aber im Moment genieße ich die verschiedenen Aufgaben, die ich habe“, sagt er. Doch klar ist: Der Fußball bleibt seine Leidenschaft. „Es geht für mich immer darum, den Fußball zu leben und die Leidenschaft dafür weiterzugeben“, betont er.
Ob und wann er wieder bei einem Verein im Herrenbereich an der Seitenlinie stehen wird, lässt Demir offen, doch seine Begeisterung für das Spiel ist ungebrochen. Wenn sich die richtige Gelegenheit ergibt, wird er sicher bereit sein, die nächste Herausforderung im Fußball anzugehen.
Trotz des raschen Endes bei Eintracht Hohkeppel schaut Demir ohne Bitterkeit auf die Zeit zurück. Er sieht seine Trainerlaufbahn nicht als abgeschlossen, sondern vielmehr als fortlaufenden Lernprozess. Mit dem Fokus auf die Entwicklung junger Spieler und der Möglichkeit, irgendwann wieder in den Herrenbereich zurückzukehren, bleibt Mutlu Demir dem Fußball in jeder Funktion treu – und bereit, die nächste Chance zu ergreifen, wenn sie sich bietet.