Trotz des aktuellen Abstiegsplatzes rechnet Dießens Trainer Philipp Ropers mit der Relegation. Mit der Hinserie war man beim MTV nicht zufrieden.
„Wir haben in den vergangenen Jahren oft genug bewiesen, dass wir eine Frühjahrsmannschaft und auch eine Relegationsmannschaft sind“, sagt Philipp Ropers. Der Spielertrainer des Fußball-Kreisligisten MTV Dießen fügt hinzu: „Beides werden wir in dieser Saison realistischerweise brauchen.“
Bisher ist die Saison für die Fußballer vom Ammersee nämlich alles andere als gut verlaufen. Zwar erreichten sie das Zugspitz-Halbfinale im Toto-Pokal, in der Liga lief es aber überhaupt nicht rund. Dießen hat nur zwei von 16 Spielen gewonnen, fünfmal Unentschieden gespielt und bereits neunmal verloren. Mit elf Punkten überwintert der MTV in der Kreisliga 2 auf Rang 15, einem direkten Abstiegsplatz. „Das ist auf jeden Fall nicht zufriedenstellend“, sagt Ropers.
Besonders ärgert er sich über das mit 2:3 verlorene Duell kurz vor der Winterpause gegen den ebenfalls gefährdeten SV Hohenfurch – zumal vom Spielverlauf auch ein anderes Ergebnis möglich gewesen wäre. „Jetzt haben wir den ersten direkten Vergleich schon verloren, und auch gegen Eichenau müssten wir höher als 4:1 gewinnen, um ihn noch für uns zu entscheiden. Das bringt uns in eine schwierige Ausgangslage“, sagt der Spielertrainer.
Das Rückspiel gegen Hohenfurch zählt für ihn zu den Partien in dieser Saison, in denen die Leistung durchaus zufriedenstellend war – das Ergebnis aber nicht. „Die ersten sechs und die letzten drei Spiele waren ordentlich bis gut, aber dafür haben wir zu wenig Punkte geholt. Da wäre deutlich mehr möglich gewesen“, analysiert Ropers. Aus diesen neun Partien holte Dießen insgesamt zehn Punkte.
Wir sind von 35 Prozent Ballbesitz auf 55 Prozent gesprungen. Aber wir gewinnen halt die Spiele nicht.
MTV-Trainer Philipp Ropers
Aus den sieben Spielen dazwischen war es nur einer, beim etwas glücklichen 1:1 gegen den SC Oberweikertshofen II. „In dieser Phase war es für uns zunächst schwierig mit den anwesenden Spielern in der Kreisliga zu bestehen, und dann hatten wir auch einige Spiele, in denen wir einfach nicht gut waren und deutlich verloren haben“, sagt Ropers rückblickend.
Angesichts von sieben Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz (bei einem Spiel weniger als der Tabellenneunte TSV Landsberg II) sowie der bereits angesprochenen direkten Vergleiche stellen sie sich in Dießen bereits darauf ein, dass die Saison in die Verlängerung gehen könnte.
Dafür muss die Mannschaft aber erst einmal die direkten Abstiegsränge verlassen (der Rückstand auf den TSV Oberalting-Seefeld auf Relegationsplatz 13 beträgt einen Punkt). Auf welche Art und Weise man in der Tabelle nach oben klettern will, hat Ropers noch nicht abschließend entschieden. Vor Saisonbeginn hatte er beschlossen, mehr Wert auf das Spiel mit Ball zu legen. Die Früchte seien durchaus zu sehen gewesen. „Wir sind von 35 Prozent Ballbesitz auf 55 Prozent gesprungen“, berichtet der Spielertrainer.
Gleichzeitig sei aber die bittere Wahrheit: „Wir gewinnen halt die Spiele nicht.“ Nun gebe es zwei Möglichkeiten: den begonnenen Weg weiter fortsetzen oder angesichts der schwierigen Ausgangslage wieder einen Schritt zurückgehen und vermehrt auf eine stabile Defensive sowie Umschaltspiel und Standards setzen. Egal, für welchen Weg sich die Dießener letztlich entscheiden, eines ist laut Ropers klar: „Wir müssen einiges besser machen, um die Liga zu halten.“
Gelingen soll dies ohne große Veränderungen im Kader. „Es kann sein, dass der eine oder andere kürzertritt oder jemand wieder mehr macht, aber externe Zugänge oder Abgänge sind aktuell nicht geplant“, sagt der 31-Jährige. Es sei auch möglich, dass Spieler aus der zweiten Mannschaft zur Ersten aufrücken.
Die Mission Klassenerhalt beginnt für Dießen am 28. Januar. Bis zum ersten Training im Freien treffen sich die Spieler einmal die Woche zum Hallenkick. Da der MTV am ersten Spieltag nach der Winterpause spielfrei ist, kommt man auf insgesamt sieben intensive Wochen Vorbereitung, inklusive eines Trainingslagers in Miesbach. „Das Trainingslager hat uns im letzten Jahr noch mal einen Push gegeben. Wir werden alles versuchen“, kündigt Ropers an.