
Wenn am Freitagabend die Sportfreunde Düren die SpVg Porz empfangen, geht es um mehr als nur drei Punkte. Der Tabellen-15. (8 Punkte) trifft auf den Tabellen-13. (17 Punkte) – ein klassisches Kellerduell bei dem die Sportfreunde dringend Zählbares brauchen, Porz will den Abstand nach unten wahren.
Die Sportfreunde schöpften zuletzt Mut. Beim 2:2 im Stadtderby beim 1. FC Düren zeigte das Team Moral und kam nach Rückstand zurück. Porz hingegen setzte mit dem 3:1 gegen Wegberg-Beeck ein Ausrufezeichen. Das Hinspiel war ein Spektakel: Trotz eines 1:3-Rückstands bis zur 85. Minute gewann Porz am Ende noch mit 4:3.
Für Dürens Trainer Marcel Demircan ist die Bedeutung der Partie eindeutig. „Porz ist mit Blick auf die Tabelle ein absolutes Endspiel. Aber es kommt zum richtigen Zeitpunkt. Das Spiel gegen Düren hat uns viel Selbstvertrauen gegeben.“ Die Leistung im Derby soll nun Rückenwind geben – im Wissen, dass es gegen einen direkten Konkurrenten geht.
Das Hinspiel sitzt noch immer tief. „Das Hinspiel schmerzt jetzt sogar noch mehr als direkt nach dem Abpfiff. Im Nachhinein wissen wir, dass wir gegen einen direkten Konkurrenten ein Sechs-Punkte-Spiel verloren haben.“ Seine Mannschaft habe daraus gelernt, versichert Demircan, und werde diesmal „über 90 Minuten konzentriert arbeiten“.
Personell kann der Trainer nahezu aus dem Vollen schöpfen. „Es sind alle an Bord. Hier und da gibt es ein paar Erkältungen, aber nichts Gravierendes.“
Auf Porzer Seite ist die Stimmung nach dem Erfolg gegen Beeck entsprechend positiv. „Mit den Zusatzpunkten gegen die nach wie vor individuell top besetzte Beecker Mannschaft haben wir uns natürlich eine gute Ausgangslage verschafft“, sagt Trainer Jonas Wendt. Auch wenn noch 14 Spiele zu absolvieren seien, wisse man, dass die Sportfreunde gewinnen müssten.
Darin sieht Wendt durchaus eine besondere Dynamik. „Das kann in einer Mannschaft auch positiven Druck erzeugen.“ Gleichzeitig habe man gesehen, dass Düren nach einem 0:2-Rückstand noch ein Remis holte – das werde Selbstvertrauen geben. „Wir erwarten einen hochmotivierten Gegner, der alles in die Waagschale werfen wird, um dreifach zu punkten. Ich rechne mit einem sehr emotionalen Spiel.“
Wendt beschreibt die Konstellation als Duell zweier leidenschaftlicher Teams: „Da stehen zwei emotionale Trainer an der Linie und zwei emotionale Teams auf dem Platz. Es geht um einiges.“ Ein Remis würde er nicht aktiv anpeilen, wäre mit einer Punkteteilung nicht unzufrieden: „Natürlich wollen wir gewinnen. Wir spielen nicht auf Remis. Aber wenn wir am Ende einen Punkt mitnehmen und den Abstand wahren, würden wir zufrieden nach Hause fahren.“ Das Naturell seiner Mannschaft bleibe jedoch eindeutig: „Wir spielen auf Sieg, das ist unsere DNA.“ Parallel hofft man auf einen Sieg des FC Wegberg-Beeck, was den Abstand zu den Abstiegsrängen bei einem eigenen Punktgewinn anwachsen lassen würde.
Personell fehlt lediglich Gero Pletto gesperrt. „Ansonsten sind wir gut aufgestellt und haben weiterhin die Qual der Wahl.“ Die gute Stimmung dürfe allerdings nicht in Nachlässigkeit umschlagen. Wendt warnt aus Erfahrung: „Sobald wir nur ein Prozent an Bereitschaft nachlassen, wird es für uns schwierig – selbst gegen vermeintlich schwächere Gegner.“