2026-05-06T12:44:31.715Z

Allgemeines

Mittelrheinliga-Duell mit denkwürdiger Vorgeschichte

Mittelrheinliga: Der FC Wegberg-Beeck will seine starke Rückrunde auch gegen den FC Hennef weiterführen, der sich im Abstiegskampf befindet. Ganz anders noch im Jahr 2023: Da macht der FC gegen Beeck die Mittelrheinliga-Meisterschaft fix.

von RP / Niklas Bien · Heute, 09:45 Uhr · 0 Leser
Wegberg-Beeck trifft auf Hennef
Wegberg-Beeck trifft auf Hennef – Foto: Michael Schnieders

Der FC Wegberg-Beeck ist seiner Rolle als Favoritenschreck der Mittelrheinliga am vergangenen Wochenende erneut gerecht geworden: Mit dem VfL Vichttal erwischte es beim 3:1 nach Eintracht Hohkeppel (3:1) und dem Siegburger SV (1:0) gleich den dritten Aufstiegskandidaten innerhalb weniger Wochen. „Vichttal hat etwas zurückhaltender gespielt, als ich gedacht hatte. Aufgrund der zweiten Halbzeit hatten wir es verdient, das Spiel zu gewinnen“, erklärt Trainer Mark Zeh.

Beeck mit einer starken Rückserie

Seit der 42-Jährige seine zweite Amtszeit beim Mittelrheinligisten angetreten hat, läuft es sportlich wieder deutlich besser. Geht es nach der Rückrundentabelle, ist der FC nicht nur ein Angstgegner für die Topteams, sondern mit 22 Punkten aus zehn Spielen selbst eins (Platz drei). „Wir haben uns gefunden. Ich habe beim Amtsantritt gesagt, dass wir uns den Respekt zurückholen wollen, den Wegberg-Beeck in der Liga immer hatte. Ich glaube, das ist uns gerade durch die guten Heimauftritte gelungen“, betont Zeh.

Nach der Hinserie war der Vorjahressechste nur auf Platz zehn verortet, hatte genauso viele Niederlagen wie Siege auf dem Konto. Im Fußballjahr 2026 agiert Beeck nun wieder auf Augenhöhe mit den Schwergewichten der Mittelrheinliga. „Wir sind im Moment in einer sehr guten Verfassung und wollen zeigen, dass wir – wenn die Hinrunde nicht so schlecht gewesen wäre – auch dort oben hingehören. Die Mannschaften, die jetzt dort oben stehen, stehen aber zu Recht da, weil sie über die gesamte Saison konstant waren“, stellt der 42-Jährige klar: „Die Mannschaft zeigt im Moment, welche Qualität sie hat. Wenn wir von Anfang an so zusammen gewesen wären, hätten wir vielleicht eine Chance gehabt, oben mitzuspielen. Ob es dann am Ende reicht, weiß man nie. Die Mannschaft hat sich vor der Saison viel vorgenommen. Nach der Ausgangslage im Winter war es aber erst einmal wichtig, die Kehrtwende zu schaffen“, so Zeh.

Zeh hat eine Vergangenheit mit Hennef

Am kommenden Sonntag (15 Uhr) muss Beeck zwar nicht wieder in seine Rolle als Favoritenschreck schlüpfen, hat mit dem FC Hennef aber trotzdem eine besondere Aufgabe vor der Brust – gerade mit Blick auf Trainer Zeh und dessen bislang letztes Duell mit dem FCH. Ein kurzer Rückblick in den Juni 2023: Tabellenführer Beeck und der punktgleiche FC Hennef trafen am letzten Spieltag aufeinander. „Es war eine ganz komische Konstellation, weil vor dem Spiel klar war, dass Hennef nicht hochgehen möchte. Es hat nur keiner ausgesprochen“, erinnert sich Zeh. Im Beecker Waldstadion setzte sich der Gast mit 2:0 durch, sicherte sich die Mittelrheinmeisterschaft, entschied sich aber wie erwartet gegen den Aufstieg, der dann wiederum an Beeck ging. „Wir wären gerne Erster geworden – von daher war es nicht so ein toller Tag“, sagt der damalige und heutige Cheftrainer, der den FC in die Regionalliga führte, dort aber nach dem 21. Spieltag entlassen wurde.

Mittlerweile ist die Fußballwelt eine andere: Zeh ist zurück in Beeck und Hennef muss sich nach einem Totalumbruch im Sommer 2023 vor allem mit dem Abstiegskampf beschäftigen. „Es ist eine komplett andere Mannschaft. Vorher war es ein Team, das mit erfahrenen und guten Oberligaspielern gespickt war – sie hatten wirklich einen Top-Kader. Jetzt ist es eine Mannschaft, die einen Neuanfang gestartet hat. Es sind sehr viele junge, talentierte Spieler – gerade aus der eigenen sehr guten Jugendarbeit“, erklärt Zeh, der den Tabellenzwölften trotz der veränderten Vorzeichen und dem 5:0-Erfolg im Hinspiel nicht unterschätzen will: „Wenn eine Mannschaft nach so einem Neuanfang den Klassenerhalt schafft, muss man immer Respekt zollen. Wir nehmen sie voll ernst und bereiten uns gut vor.“

Auch das Gesicht des FC Wegberg-Beeck hat sich in der Zwischenzeit – unter anderem bedingt durch den Auf- und Abstieg – stark verändert. Aus der Mannschaft, die 2023 gegen Hennef auf dem Platz stand, sind heute nur noch Yannick Leersmacher, Marc Kleefisch, Nils Hühne, Justin Hoffmanns und Niklas Fensky im Kader. Im Vergleich zum Vichttal-Spiel muss Zeh in Hennef indes auf den gelbgesperrten Paul Daniels verzichten.