
Wenige Tage nach dem geglückten Klassenverbleib hat Victoria Mennrath die Trainerfrage für die kommende Saison geklärt. Neuer Trainer des Landesligisten wird Mike Schmalenberg. Der ehemalige Coach des FC Wegberg-Beeck tritt die Nachfolge von Simon Netten an, der die Mannschaft vor wenigen Wochen interimsweise übernommen und mit drei Siegen aus den letzten drei Saisonspielen zum Ligaverbleib geführt hatte.
Während die Mannschaft am vorletzten Sonntag noch den Klassenerhalt feierte, arbeiteten die Verantwortlichen bereits an der Zukunft. Gemeinsam mit Schmalenberg und Goran Kovacevic wurden früh erste Gespräche geführt, um die Planungen für die kommende Saison voranzutreiben. Die Personalentscheidung wurde von den Sportlichen Leitern Sascha Schmidt und Nasser El Aboussi vorbereitet, die den Verein künftig neu ausrichten wollen.
Schmalenberg war bis Ende September 2025 Trainer des FC Wegberg-Beeck in der Mittelrheinliga. Zuvor hatte er dort bereits dem Trainerteam in der Regionalliga angehört. Mehrere Jahre stand Schmalenberg zudem bei den Frauen von Borussia Mönchengladbach an der Seitenlinie und führte das Team 2016 aus der Regionalliga bis in die 1. Bundesliga, in der Borussia jedoch chancenlos war. In Mennrath soll der 40-Jährige nun einen schrittweisen Umbruch einleiten und den Verein langfristig stabilisieren.
Unterstützt wird Schmalenberg von Goran Kovacevic, der als Co-Trainer verpflichtet wurde. Zuletzt arbeitete Kovacevic im Jugendbereich des FC Wegberg-Beeck, zudem verbindet ihn viel mit Victoria Mennrath: Vor rund 20 Jahren lief er selbst für die erste Mannschaft auf und kehrt nun in neuer Funktion zurück.
Zum erweiterten Trainer- und Funktionsteam gehören künftig zudem Athletiktrainer Swen Kroll-Brentjes und Physiotherapeut Martin Pirog, die beide aus dem Umfeld des FC Wegberg-Beeck kommen. Reinhard Sindermann bleibt dem Verein als Fitnesstrainer erhalten.
Nach einer Saison, die erst in letzter Minute mit dem Klassenverbleib endete, sehen die Verantwortlichen die Zeit für einen Neuanfang gekommen. „Wir brauchen jetzt einen kompletten Neustart, ein neues Fundament. Wir müssen das, was wir damals mit Simon aufgebaut haben, im Endeffekt in den nächsten ein, zwei Jahren wieder neu aufbauen“, sagte Schmidt.
Der Sportliche Leiter macht dabei keinen Hehl daraus, dass die Mannschaft vor einem Generationenwechsel steht. Mehrere erfahrene Spieler hätten bereits signalisiert, dass künftig jüngere Akteure stärker eingebunden werden müssten. Der Verein wolle den Kader gezielt verjüngen, ohne dabei auf die notwendige Erfahrung zu verzichten.
Nach mehreren Gesprächen fiel die Entscheidung schließlich auf Schmalenberg. Ausschlaggebend waren neben seiner fachlichen Kompetenz vor allem seine Persönlichkeit und seine Vorstellungen von der sportlichen Entwicklung des Vereins. Die Verantwortlichen sehen in ihm einen Trainer, der sowohl sportlich als auch menschlich zur familiären Ausrichtung des Klubs passt und den eingeschlagenen Weg langfristig mitgestalten kann.
Der neue Coach sieht in Mennrath trotz der schwierigen Vorsaison großes Potenzial. „Man muss jetzt gewisse Strukturen anpacken, um sich in der Landesliga weiterzuentwickeln und zu stabilisieren“, sagte Schmalenberg. Positiv hebt der 40-Jährige vor allem das Umfeld des Vereins hervor. Mennrath habe sich über Jahre als einziger etablierter Landesligist in Mönchengladbach behauptet und verfüge über eine hohe Identifikation im Ort. Diese Verbundenheit und Emotionalität seien wichtige Grundlagen, auf denen sich weiter aufbauen lasse.
Ein Schwerpunkt soll auf Athletik und Belastungssteuerung liegen. Die Mannschaft hatte in der vergangenen Spielzeit immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Mit Kroll-Brentjes, Pirog und Sindermann soll dieser Bereich künftig deutlich breiter aufgestellt werden. „Das Fitnesslevel ist, das muss man klar sagen, nicht landesligatauglich“, sagte Schmalenberg. Gemeinsam mit seinem Trainerteam will er hier neue Impulse setzen, die körperlichen Voraussetzungen verbessern und eine neue Spielphilosophie entwickeln.
Auch in der Kaderplanung kündigt sich Bewegung an. Mehrere Spieler werden den Verein verlassen, gleichzeitig soll der Kader mit jüngeren und entwicklungsfähigen Akteuren ergänzt werden. Schmalenberg setzt dabei auf einen behutsamen Umbruch. „Wir suchen nicht nach Spielern, die schon 30 sind. Die Mannschaft hat einen hohen Altersdurchschnitt. Potenzial ist vorhanden – man muss es nur gesund weiterentwickeln.“
Die Herausforderung sei groß, schließlich stand wegen des bis zum letzten Spieltag offenen Abstiegskampfs lange nicht fest, in welcher Liga der Verein künftig spielen würde. Entsprechend spät konnten die Personalplanungen konkretisiert werden. Dennoch zeigen sich die Verantwortlichen optimistisch, in den kommenden Wochen weitere Verstärkungen präsentieren zu können.