
Der DFB hat am 18. August 2025 die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Drittliga-Aufstiegsreform beschlossen. Ziel ist es, endlich eine faire Lösung für den Sprung von der Regionalliga in die 3. Liga zu finden. Bisher steigen nur die Meister der Staffeln West und Südwest direkt auf. In Nord, Bayern und Nordost müssen die Titelträger den Aufsteiger in Relegationsspielen ausspielen – nur jedes dritte Jahr geht der Meister direkt hoch
Es beginnt mit der Initiative "Meister müssen aufsteigen"
Die Initiative „Meister müssen aufsteigen“ wurde am 12. Februar 2025 in Chemnitz ins Leben gerufen – von den 16 Vereinen der Regionalliga Nordost. Sie haben sich damals zusammengeschlossen, weil ihre Meister im Gegensatz zu West und Südwest keinen garantierten Aufstiegsplatz haben, sondern in Relegationen oder im Rotationssystem antreten müssen. Von Beginn an dabei waren u. a. der BFC Dynamo, der FC Energie Cottbus, der VSG Altglienicke, der FC Carl Zeiss Jena und der Chemnitzer FC. Die Initiative wuchs danach schnell: Heute unterstützen mehr als 40 Vereine aus allen Spielklassen – bis hinauf zur Bundesliga – die Forderung

DFB setzt Arbeitsgruppe ein
Die neue Arbeitsgruppe des DFB, die am 18. August 2025 eingesetzt wurde, verfolgt ein klares Ziel: Sie soll eine einheitliche, faire und dauerhafte Aufstiegsregelung von der Regionalliga in die 3. Liga entwickeln. Damit soll die bisherige Benachteiligung bestimmter Regionalliga-Meister – vor allem aus Nord, Nordost und Bayern – beendet werden. Im Mittelpunkt steht die Forderung, dass künftig jeder Regionalliga-Meister direkt aufsteigen kann. Der DFB hat zugleich deutlich gemacht, dass die Lösung innerhalb der Regionalliga-Struktur gefunden werden muss; eine Aufstockung der 3. Liga ist ausgeschlossen.
Was gefordert wird
Der Status quo ist schwer zu vermitteln: Fünf Regionalligen gibt es in Deutschland, aber nur vier Aufstiegsplätze in die 3. Liga. West und Südwest steigen direkt auf, Meister aus Nord, Nordost und Bayern müssen zittern – Rotationsprinzip oder Relegation entscheiden. Meister sein, ohne aufzusteigen – für viele Vereine ein Albtraum.
Die Initiative will deshalb die klare Lösung: vier Regionalligen, vier Meister, vier Direktaufsteiger. Keine Relegation, kein Losverfahren.
Welche Modelle realistisch sind
DFB-Präsident Neuendorf hat sich klar positioniert: eine Aufstockung der 3. Liga wird es nicht geben. Auch Play-offs der Meister gelten vielen Vereinen eher als fauler Kompromiss. Chancen hat das Vier-Staffeln-Modell (Nord, Süd, West und Ost). Auch wird immer wieder diskutiert, die Zweitvertretungen der Profi Teams in einer Liga spielen zu lassen. Alleine in der Regionalliga-West spielen sieben Mannschaften.
Wann entschieden wird
Die neue Arbeitsgruppe arbeitet unabhängig vom regulären Bundestag im November. Damit ist der Weg frei für einen außerordentlichen Bundestag 2026 – frühester möglicher Beschlusszeitpunkt. Selbst dann braucht es Vorlauf, um Staffeln neu zu sortieren. Realistisch wäre dann ein Start zur Saison 2027/28.
Wer entscheidet ?
Über die Reform der Regionalliga-Aufstiegsregelung entscheidet der DFB-Bundestag, das höchste Gremium des Verbandes. Dort haben vor allem die Delegierten der Landes- und Regionalverbände die Mehrheit der Stimmen, während die DFL (Bundesliga/2. Liga) und das DFB-Präsidium deutlich weniger Gewicht haben. Für eine Änderung der Aufstiegsregelung genügt eine einfache Mehrheit der gültig abgegebenen Stimmen; nur bei Satzungsänderungen ist eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich. Damit hängt der Erfolg der Initiative „Meister müssen aufsteigen“ maßgeblich davon ab, ob die Amateurverbände geschlossen zustimmen.
Der Stein beginnt also tatsächlich zu rollen. Ob er ins Ziel rollt, entscheidet sich in den nächsten Monaten.
Infos, Daten der fünf Regionalligen hier