
Zwei Spieltage vor dem Saisonende biegt die Mittelrheinliga auf die Zielgerade ein, und für den SV Bergisch Gladbach 09 schlägt am Sonntag die Stunde der Wahrheit. Fünf Jahre nach dem Abstieg im Jahr 2021 hat der Spitzenreiter den ersten Matchball in der Hand, um mit einem Dreier die Meisterschaft und den Wiederaufstieg in die Regionalliga West perfekt zu machen. Nach dem fulminanten 7:1-Kantersieg gegen Düren reist die Kruth-Elf mit maximalem Selbstvertrauen an. Die Hürde könnte allerdings kaum höher sein: Der FC Wegberg-Beeck hat im gesamten Kalenderjahr 2026 noch kein einziges Spiel auf eigenem Platz verloren und in der Rückrunde bereits reihenweise die Top-Teams der Liga demontiert.
Für den FC Wegberg-Beeck bietet das Duell mit dem Tabellenführer die perfekte Bühne, um einer ohnehin starken Rückrunde die Krone aufzusetzen. Unter Trainer Mark Zeh hat sich die Mannschaft stabilisiert und will die beeindruckende Festung im Waldstadion mit allen Mitteln verteidigen. Als freundlicher Gratulant für die Gladbacher Meisterparty sieht sich im Wegberger Lager am Sonntag jedenfalls niemand.
Mark Zeh stellt jedoch die Jagd nach dem nächsten Heimsieg in den Vordergrund: „Die jüngsten Ergebnisse zeigen ganz deutlich, dass wir absolut heiß auf Siege sind – auch wenn uns am Sonntag eine riesige Herausforderung bevorsteht. Wir freuen uns auf das absolute Top-Team der Liga und wollen ein richtig gutes Spiel abliefern. Unsere Motivation ist immer dieselbe: Wir wollen jedes Spiel gewinnen und unsere starke Heimserie weiter ausbauen. In der gesamten Rückrunde haben wir auf eigenem Platz noch kein einziges Spiel verloren – und das soll auch so bleiben. Dass der Gegner nun die Chance hat, ausgerechnet bei uns die Meisterschaft perfekt zu machen, haben sie sich über die Saison hinweg absolut verdient. Aber so ein Kracher gegen den Tabellenführer ist für uns natürlich auch eine Bühne, um noch mal ein Ausrufezeichen zu setzen und auf uns aufmerksam zu machen. Wenn wir unsere gesamte Energie auf den Platz bringen, sind wir nur verdammt schwer zu schlagen.“ Personell sorgt vor allem die Rückkehr von Defensivmann Nils Hühne für zusätzliche Stabilität beim Gastgeber.
Beim SV Bergisch Gladbach 09 ist der Fokus vor den verbleibenden 180 Minuten der Saison messerscharf. Trainer Kevin Kruth spürt die riesige Vorfreude im gesamten Verein, warnt jedoch eindringlich davor, die Aufgabe beim heimstarken Tabellensechsten im Vorbeigehen lösen zu wollen. Die beeindruckende Offensivkraft der Wegberger unter Zeh ist den Gästen nicht entgangen.
„Wir sind total stolz auf die Jungs, dass wir uns zwei Spieltage vor Schluss so eine hervorragende Ausgangslage erarbeitet haben und jetzt sozusagen zwei Matchbälle vor der Brust haben, um unser großes Ziel zu erreichen. Uns ist natürlich absolut bewusst, dass mit Beeck eine sehr, sehr gute Mannschaft auf uns wartet. Seit dem Trainerwechsel zu Mark Zeh hat das Team enorm an Stabilität gewonnen und bringt wieder genau die Offensiv-Power und Zielstrebigkeit auf den Platz, die Beeck über Jahre hinweg so stark gemacht hat. Wir haben unser Ziel ganz klar vor Augen und wollen selbst extrem viel Energie und Mut in diese Partie investieren. Wir werden noch mal 95 bis 100 Minuten lang alles reinwerfen, um im Optimalfall schon in Beeck den ersten Matchball zu verwandeln. Das ist unser Traum, den wir mit Leben füllen wollen“, beschreibt Kevin Kruth die Ausgangslage vor dem möglichen, großen Wurf.
Im Waldstadion können Nuancen entscheiden, betont Kruth, sieht seine Mannschaft aber bestens gewappnet: "Man merkt aktuell jedem einzelnen Spieler an, wie viel Spaß und Aktivität in dieser Trainingswoche stecken. Die Jungs haben sportlich alles vorbereitet, um die Sache jetzt zu finalisieren, und diese positive Energie wollen wir voll mit in den Sonntag nehmen."
In Sachen Personal muss Kruth zwar weiterhin auf die verletzten Jan Bugenhagen und Ervin Cindrak verzichten, und auch für die Rückkehrer Claudio Heider und Eray Sariaydin kommt ein Einsatz nach ihren Verletzungen noch zu früh. Dafür vermelden die Gladbacher pünktlich zum Finale zwei Optionen für die Startelf: Jonas Rüker und Rexhep Ajdari kehren nach ihren Sperren zurück in den Kader.