2025-04-02T15:12:16.030Z 1743736063884

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Da ist das Ding! Die Amputierten-Fußballer des FSV Mainz 05 um die Trainer Jürgen Menger, Jörg Schmidtke und Detlef Boche mit der Meisterschale bei der Siegerehrung in Berlin.
Da ist das Ding! Die Amputierten-Fußballer des FSV Mainz 05 um die Trainer Jürgen Menger, Jörg Schmidtke und Detlef Boche mit der Meisterschale bei der Siegerehrung in Berlin. – Foto: imago/Matthias Koch

Mainz-05-Meister kämpfen um die Champions-League-Teilnahme

Die Amputierten-Fußballer von Mainz 05 haben mit ihrer Meisterschaft bundesweit Schlagzeilen geschrieben +++ Für eine Champions-League-Teilnahme 2025 brauchen sie aber Geld

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Mainz. Wenn sich Borussia Dortmund in wenigen Wochen in der Mewa Arena die Ehre gibt, gilt das ganz große Rampenlicht zuvor wohl den Amputierten-Fußballern von Mainz 05. Nachdem die Kicker die Deutsche Meisterschaft gewonnen haben, sollen sie am 9. November vor großem Publikum beim Bundesliga-Heimspiel geehrt werden, erzählt Final-Siegtorschütze Christian Heintz. „Das ist eine Riesensache für uns“, sagt er stolz.

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Eine Riesensache wäre für die Amputierten-Fußballer auch, bei der Champions League starten zu dürfen, die wohl im Herbst 2025 steigt. Doch darum müssen die Mainzer noch kämpfen. Grund sind die Kosten, die in den vergangenen Jahren bereits Fortuna Düsseldorf abgeschreckt hatten, als Titelträger bei dem internationalen Turnier zu starten. Mit Startgeld und Flugkosten für das Team rechnet Heintz mit einem Beitrag von bis zu 12.000 Euro, den die Meister benötigen. Mit dem Verein wollen sie dazu ins Gespräch gehen, auch selbst Sponsoren suchen, um sich den Champions-League-Traum zu erfüllen, sagt Trainer Jürgen Menger. „Es wäre eine Riesensache für die Spieler, um Mainz 05 international zu präsentieren.“

Erst zu Beginn des neuen Jahres soll der Standort des Champions-League-Finalturniers mit acht Teilnehmern feststehen. Das Turnier in Mainz auszutragen, sei nicht der Anspruch, mit dem man an die 05er herantrete, betont Heintz. Da müsse man an einem verlängerten Wochenende Hotels, Verpflegung und Transport vom Flughafen für alle Mannschaften bezahlen. „Da reden wir fast von einer sechsstelligen Summe.“

Nicola Roos will mit Mainz 05 angreifen

Die Hürden, die für die Amputierten-Fußballer im Weg liegen, sind Sinnbild fehlender Förderung. Von den Stammvereinen wie Mainz 05 fühle man sich in der Bundesliga gut betreut, sagt Trainer Menger. „DFB und DFL sind aber leider sehr zurückhaltend. Andere Länder in Europa sind uns weit voraus. In der Türkei gibt es Staatszuschüsse, in Polen geht Robert Lewandowski als Aushängeschild in der Sache voran.“

Mehr Fördermittel dürfen die Amputierten-Fußballer erwarten, wenn ihr Sport paralympisch wird. Realistisch sei das im Jahr 2032, hofft Heintz, der die Aufmerksamkeit nach dem gewonnenen Titel genossen hat wie das ganze Mainz-05-Team. Nicola Roos, die einzige Frau in der Amputierten-Fußball-Bundesliga, will 2025 erneut mit Mainz 05 angreifen. „Unser Ziel ist es, wieder Meister zu werden.“

Aufrufe: 024.10.2024, 11:05 Uhr
Florian SchlechtAutor