2024-05-17T14:19:24.476Z

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Kommentieren gemeinsam das Schott-Spiel gegen Eintracht II: Dominik Ahlbach (rechts) und Kevin Schwarz.	Foto: Kristina Schäfer/hbz
Kommentieren gemeinsam das Schott-Spiel gegen Eintracht II: Dominik Ahlbach (rechts) und Kevin Schwarz. Foto: Kristina Schäfer/hbz

Live-Jubel aus dem Häuschen bei Schott-Sieg

Kevin Schwarz kommentiert die Spiele des Regionalligisten TSV Schott – auch das 3:0 gegen Eintracht Frankfurt II

Mainz. „Portmann! Hat der gerade zwei Mann getunnelt?“ Kevin Schwarz traut seinen Augen nicht. 3:0 (0:0) hat der TSV Schott Mainz gegen Eintracht Frankfurt II gewonnen. An dem Tag, an dem der direkte Wieder-Abstieg aus der Fußball-Regionalliga fix war. In seiner jetzigen Form, deutlich oberhalb der roten Zone in der Rückrundentabelle, erfüllt der TSV die Erwartungen, die er an sich selbst schon zu Saisonbeginn gestellt hatte. Und bereitet zumindest sich selbst und seinen treuen Fans einen versöhnlichen Abschied.

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Der Enthusiasmus von Kevin Schwarz jedenfalls ist ungebrochen. Der gebürtige Saarländer kommentiert die Heimspiele, seit der Verband mit dem Streamingportal „Leagues“ ausgehandelt hat, dass jedes Spiel der Regionalliga Südwest live mit Reportern übertragen wird. Die Gebühren entrichten mal ein paar Dutzend, mal auch 600 oder 700 Zuschauer, wenn Schwarz und seine Kollegen am Mikrofon sitzen und Luca Stoffl die Bildregie über die beiden Kameras übernimmt.

„Was ist das denn für ein geiles Ding?“, ruft Schwarz nach dem 2:0 ins Mikrofon. Der TSV hatte schon in der ausgeglichenen ersten Halbzeit über weite Strecken gefälliger gespielt. Und fand nach dem Seitenwechsel auch den Punch vorne. Zwei Coproduktionen von Etienne Portmann und Vorlagengeber Namrud Embaye (60., 70.) sorgten für die Vorentscheidung. „Super Ball von Wimmer Richtung Thum. Er umkurvt den Torwart und der trudelt rein“, bejubelt Schwarz den Schlusspunkt durch Lennart Thum (90.). „Das war wirklich top“, pflichtet TSV-Trainer Samuel Horozovic bei, „wir haben wenig Chancen zugelassen.“

Das Ziel, Balingen zu überholen und auf den drittletzten Rang zu springen, ist für den Moment erreicht. Und dann ist da ja noch das Pokalfinale, für das alle Mann fit sein wollen. Auch Verteidiger Dominik Ahlbach, der mit gebrochener Nase als Co-Kommentator einsprang, so wie es viele Teamkollegen schon taten. „Man merkt, dass wir aktuell befreit aufspielen können“, findet der 28-Jährige. Ein paar fachliche Einschätzungen, ein paar Anekdötchen aus dem Mannschaftskreis, so ergänzen die Spieler den Chef-Kommentator, der sich stets darum bemüht, Fan-Euphorie und Neutralität im Gleichgewicht zu halten, stets mit einer Prise Humor.

Gratis-Livestream bei den Geisterspielen

„Schott hat gezeigt, was möglich gewesen wäre diese Saison“, hält Schwarz fest. Als Student jobbte er beim TSV, auf einen Tipp seines Bruders hin, der als Fußballer im heimischen Elversberg aus den sportlichen Duellen offenbar einen guten Eindruck behielt. „Nach dem Aufstieg in die Regionalliga war ich plötzlich Pressesprecher“, erzählt Schwarz. Während der Geisterspiele baute das Ehrenamtlichen-Team mit eigenem Smartphone und Stativ einen Gratis-Livestream auf. Nun kommen das eigens errichtete Kommentatoren-Häuschen und die professionelle Technik vom Verein hinzu. Nach Reichweite gestaffelte Erlösbeteiligungen fließen an die Clubs.

„Es ist Learning by Doing“, sagt Schwarz. „Du machst das echt klasse“, lobt Ahlbach. Das Feedback aus den anderen Clubs ist auch meist positiv. Und nach dem Abstieg in die Oberliga? Könnte es durchaus sein, dass einige Highlight-Spiele übertragen werden. Zumal der TSV Schott jetzt auch wieder stolz auf seine Leistungen sein kann.

TSV Schott Mainz: Hansen – Wiltink, Schwarz, Müller, Gans, Schlosser (90.+1 Obas) – Portmann (72. Thum), Mairose, Embaye (90.+1 Cucchiara) – Fischer (72. Rosenberger), Celik (61. Wimmer).



Aufrufe: 021.4.2024, 21:00 Uhr
Torben SchröderAutor