
Der TSV 1860 München sucht einen neuen Geschäftsführer Sport. Wer wird der Nachfolger von Dr. Christian Werner? Die Kandidaten im Check.
München – Am 28. September sorgte der TSV 1860 München mal wieder für Schlagzeilen abseits des Platzes. Nach drei Niederlagen in Folge musste nicht nur Trainer Patrick Glöckner seinen Hut nehmen, sondern mit ihm auch Geschäftsführer Sport Dr. Christian Werner, der den Kader im Sommer zusammengestellt hatte.
Nach dem Duisburg-Sieg scheint zumindest die Trainerstelle auf den ersten Blick gut besetzt. Auf dem Geschäftsführer-Posten klafft dagegen weiterhin eine Lücke. Interimsweise übernimmt Manfred Paula, eigentlich Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, die Leitung. Eine schnelle Lösung scheint derzeit nicht in Aussicht. Warum nicht mal die Künstliche Intelligenz befragen: Wer wäre als Löwen-Geschäftsführer geeignet?
Erster Vorschlag: Benny Lauth. Wahrlich, kein neuer Name im Kandidaten-Kreis, geht es um die Neubesetzung der sportlichen Führungsebene. Der Name Lauth geisterte in der jüngeren Vergangenheit bereits regelmäßig durch Giesing. Der 44-Jährige ist eine echte Vereinslegende und würde dementsprechend gut bei den Löwen-Anhängern ankommen. Zudem würde Lauth als ehemaliger Publikumsliebling wieder für mehr Identifikation sorgen und auch genau dafür stehen.
Die Vereinsverantwortlichen sprechen bereits seit einiger Zeit über und mit Lauth über einen Posten im Verein. Zuletzt beobachtete der Ex-Stürmer aus Oberbayern auch Spiele der zweiten Mannschaft in der Bayernliga Süd. Nur als Fan oder kehrt Lauth nun zu seinem Herzensverein zurück?
Nächster Name: Oliver Kreuzer. Für den 59-Jährige wäre es eine Rückkehr nach Giesing. Der Ex-Profi war bereits in der Saison 2015/16 Sportdirektor bei den Löwen, doch musste nach nur wenigen Monaten wieder gehen.
Immerhin würde Kreuzer viel Erfahrung und ein breites Netzwerk an Kontakten im Profifußball mitbringen. Bis zum Frühjahr 2023 war der 59-Jährige Geschäftsführer Sport beim Karlsruher SC und kennt deshalb auch den aktuellen Trainer gut. Zuletzt wurde er mit dem VfL Bochum und eben 1860 in Verbindung gebracht. „Ich habe großen Respekt vor dem Verein und den Fans. 1860 ist ein emotionaler Klub mit großer Tradition. Ich würde mir das sicher anhören“, sagte Kreuzer zu Sport1. Klingt gar nicht so abgeneigt.
Bevor Dr. Christian Werner Geschäftsführer beim TSV 1860 wurde, galt auch Thomas Hitzelsperger als aussichtsreicher Kandidat für diesen Posten. Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart war sogar für Gespräche bei den Verantwortlichen der Löwen zu Gast. Am Ende machte jedoch Werner das Rennen.
Hitzlsperger spielte in der Bundesliga, in der Serie A und in der Premier League, und er hat Erfahrung. Nach seiner Karriere arbeitete der ehemalige Nationalspieler beim VfB Stuttgart nicht nur als Vorstandvorsitzender, sondern zuvor auch als Berater, Präsidiumsmitglied, Leiter der Nachwuchsabteilung sowie als Sportvorstand. Der 43-Jährige hat derzeit aber einen Job. Hitzlsperger ist erst seit Jahresbeginn Aufsichtsratsmitglied bei Hellas Verona. Zudem ist er als Investor am dänischen Klub Aalborg BK beteiligt. Ein Engagement deshalb, fast unvorstellbar.
Auch Dr. Peter Görlich ist, entgegen dem Vorschlag der KI, wohl keine Option für Sechzig. Der 58-Jährige ist erst im September zum Geschäftsführer bei Hertha BSC berufen worden und damit nicht mehr auf dem Markt.
Görlich war zuvor seit Sommer 2021 vereinslos gewesen. Von 2015 an war der 58-Jährige, der auch die Trainer-A-Lizenz besitzt, bei der TSG 1899 Hoffenheim gewesen. Damit hätte er immerhin optimale Referenzen für die Löwen mitgebracht. Tendenz: Eher eine KI-Fantasie.
Offen für eine neue Aufgabe dürfte dagegen Jochen Kientz sein. Der 53-Jährige ist kein Unbekannter bei den Löwen. Der Ex-Profi war während seiner Laufbahn als Spieler gleich zweimal bei Sechzig aktiv. Im Anschluss an seine Karriere war er zwischen 2017 und 2021 knapp vier Jahre lang Sportlicher Leiter beim SV Waldhof Mannheim.
Kientz, der fünf Sprachen spricht und erst kürzlich eine berufliche Weiterbildung im Business-Bereich erfolgreich absolviert hat, wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach mit einem Engagement beim TSV 1860 in Verbindung gebracht. Ist nun die richtige Zeit dafür gekommen? Der ehemalige Löwen-Akteur würde die sportliche Erfahrung mitbringen und kennt auch Kapitän Jesper Verlaat bestens.
(Korrektur: In der Ursprungsversion des Textes hatten wir fälschlicherweise geschrieben, Kientz hätte versucht, positive Corona-Tests aus dem Kreise der Mannschaft zu verschweigen und ist deshalb vom SV Waldhof Mannheim freigestellt worden. Der Verein hat diesen Vorwurf sowie drei fristlose Kündigungen im Zuge eines gerichtlichen Vergleichs zurückgenommen. Das Arbeitsverhältnis ist gleichzeitig im Rahmen einer ordentlichen Kündigung beendet worden. Kientz erhielt zudem eine Abfindung.)

Eins ist sicher, die Neubesetzung des Geschäftsführer-Postens bei den Löwen wird sich weiter äußerst schwer gestalten. Viele passende Kandidaten scheint es nicht zu geben. Zuletzt erklärte Mang, dass im 1860-Lager auch über die dauerhafte Beförderung von Manfred Paula nachgedacht wird. (Alexander Nikel)