
Am Sonntag lief Gernot Mang beim München Marathon mit. Es sind wieder entspanntere Tage für den Präsidenten, denn die Neuordnung des Vereins schreitet voran.
Cheftrainer gefunden, die Mannschaft im Kurzurlaub – was macht man da mit der unverhofften Freizeit? Für Gernot Mang (55), den passionierten Sportler, war schnell klar, wie er den Sonntag anderweitig nutzen würde.
„Ich hab mich kurzfristig beim Marathon angemeldet“, berichtete der 1860-Präsident am Telefon: „Mein letzter Lauf lag schon zwei Jahre zurück. Ich hatte Lust darauf. Und es ging erstaunlich locker, muss ich sagen.“ Mangs Zeit auf der Halbdistanz: 1:36:23 Stunden. Zwanzig Minuten schneller als ein anderer Mang, der 25 Jahre jünger ist (nicht verwandt). Auch Christian Dierl, einer der drei Vizepräsidenten, brauchte deutlich länger. Mangs Fazit: „Kein Muskelkater, alle Knochen heil. Ich bin zufrieden.“
Ausdauer kann man bei 1860 immer brauchen, sportlich, organisatorisch, eigentlich bei allen Sehnsuchtsthemen (Stadion, Turnhalle, Aufstieg). Erfreulich für Mang: Jetzt, mit Markus Kauczinski und mit jenem Mann, der ihn geholt hat, Interims-Geschäftsführer Manfred Paula, sind die wichtigsten Posten erst mal besetzt.
Mehr noch: Sie sind zu Mangs Zufriedenheit besetzt. Kauczinski kommt ja nicht nur bei vielen Fans gut an, sondern auch beim Löwen-Präsidenten, der ihn am Tag der Vertragsunterschrift kennengelernt hat. „Ein sehr sympathischer Trainer“, findet Mang: „Man spürt, dass er mit sich im Reinen ist. Die Pause scheint ihm gutgetan zu haben, er hat ja auch unheimlich abgenommen. Den ersten Kontakt gab es, glaube ich, am Montag. Und dass es dann doch so schnell gegangen ist, zeigt ja, dass beide Seiten zu 100 Prozent hinter der Lösung stehen.“
Man spürt, dass er mit sich im Reinen ist.
Gernot Mang über den neuen 1860-Trainer Kauczinski
Und wie sieht es mit Paula aus, der ja formal immer noch fürs NLZ zuständig ist und gerne betont, dass sein Tag in der neuen Doppelfunktion mehr als 24 Stunden haben müsste? „Auch mit ihm bin ich sehr zufrieden“, sagt Mang über den Mann, der für den geschassten Christian Werner eingesprungen ist. Paula hatte Mang recht bald eine Liste mit Trainernamen vorgelegt. Hängen geblieben ist man bei Kauczinski, der das beste Gesamtpaket bot. Spricht auch für Paula, findet Mang.
Gefragt, ob es denkbar wäre, den NLZ-Chef vielleicht sogar längerfristig in einer Sportdirektor-Funktion zu belassen, sagte der Oberlöwe: „Ja, das ist eine Option, aber wie genau wir jetzt mit allen offenen Posten weiterverfahren, das werden wir in aller Ruhe mit unserem Mitgesellschafter besprechen.“ Paula wäre wohl grundsätzlich offen für eine Jobveränderung. Bei der Kauczinski-Vorstellung am Freitag sagte er zu diesem Thema: „Das ist alles noch diskutabel.“ Man werde die Zukunft „in aller Gewissenhaftigkeit besprechen, das betrifft auch meine Personalie.“ Nach Desinteresse klang das nicht, im Gegenteil.
Ja, das ist eine Option.
Mang über einen möglichen Verbleib von Manfred Paula im Sportchefbüro.
Mangs Meinung ist, dass die Besetzung der offenen Posten Zeit hat, auch die Suche nach einem neuen CEO: „Die meisten guten Leute sind um diese Zeit in Amt und Würden.“ Generell, so der Eindruck, klingt der Oberlöwe viel entspannter als noch vor zehn Tagen; die Chaos-Schlagzeilen hatten ihm nicht gefallen. Und wie ist das jetzt für ihn, da er nicht mehr akut als Krisenmanager gefragt ist? Findet Mangs Marathon-Herbst schon bald ein Fortsetzung? „Nein“, sagt er und lacht: „Geplant ist da nichts. Sonntag Duisburg, Samstag drauf Mannheim – das ist erst mal Marathon genug.“