2026-04-10T07:15:08.667Z

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Last-Minute-Punkt: Gladbach rettet Remis beim 1. FC Düren

Trotz 0:2-Rückstand: Kruth-Elf bewies Moral – Düren bricht die Niederlagenserie gegen den Primus.

von Andreas Santner · Heute, 19:11 Uhr · 0 Leser
Der 1. FC Düren musste sich am Ende mit einem Punkt begnügen.
Der 1. FC Düren musste sich am Ende mit einem Punkt begnügen. – Foto: Ayhan Gündüz

Was für ein Krimi an der Westkampfbahn! Nach vier Pleiten am Stück meldet sich der 1. FC Düren ausgerechnet gegen den Spitzenreiter zurück – und hätte den Primus fast besiegt. Erst in einem dramatischen Finish sicherte sich der SV Bergisch Gladbach 09 durch zwei späte Tore in der Nachspielzeit noch einen Zähler. Da Verfolger Vichttal zeitgleich ebenfalls nur Remis spielte, bleibt der Vorsprung an der Tabellenspitze bei fünf Punkten.

„Wir hatten heute einen Gegner, der sicherlich mit dem Rücken zur Wand stand. Nach vier Niederlagen in Folge war Düren brandgefährlich, da sie irgendwann den Turnaround schaffen mussten – zumal die Heimstärke und die Hinrunde eigentlich eine ganz andere Sprache sprachen als die jüngsten Ergebnisse“, analysierte Gladbach-Coach Kevin Kruth die Ausgangslage.

Die Hausherren zeigten von Beginn an das geforderte Gesicht und agierten leidenschaftlich. In der 30. Minute belohnte Samy Jaksic die Bemühungen mit dem 1:0. Ein Treffer, der Kruth sauer aufstieß: "Das Gegentor ärgert mich, weil wir da in den Zweikämpfen einfach nicht erwachsen genug agiert haben. Wir haben den Gegner gewähren lassen und eher die offensive Fortsetzung gesucht, anstatt defensiv für Klarheit zu sorgen.“

Holpriges Geläuf erschwert das Spiel

Zusätzlich zur Dürener Gegenwehr hatten die 09er mit dem Untergrund zu kämpfen. „Die Platzbedingungen waren denkbar schlecht und sehr holprig, sodass echtes Fußballspielen kaum möglich war. Deshalb haben wir uns innerhalb der Mannschaft auf eine eher geradlinige Spielweise verständigt“, so Kruth. Doch der Plan geriet kurz nach dem Seitenwechsel ins Wanken, als Vinzent Zingel auf 2:0 erhöhte (48.). Kruth: „Nach der Pause sind wir schlecht gestartet: Wir kriegen das Schussbein nicht geblockt und es steht plötzlich 2:0 für Düren.“

„Alles eingewechselt, was Größe hat“

In der Schlussphase warfen die Gäste alles nach vorne. Kruth reagierte personell: „Ich habe alles eingewechselt, was Größe hat, da auf diesem Untergrund lange Bälle gefordert waren.“ Die Schlussoffensive trug Früchte. Ole Tillmann markierte in der ersten Minute der Nachspielzeit den Anschluss. Dann wurde es hektisch: In der 94. Minute zeigte Schiedsrichter Nils Leichert auf den Punkt. Tristan Arndt behielt die Nerven und verwandelte zum 2:2-Endstand.

Düren-Trainer Luca Lausberg zeigte sich trotz der späten Gegentreffer versöhnlich: „Klar, im Vorfeld hätten wir das Unentschieden unterschrieben. Nichtsdestotrotz sind wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis und vor allem mit der Leistung, wie die Mannschaft heute aufgetreten ist. Natürlich ist es bitter, so spät noch Rückschläge zu kassieren, aber wir nehmen das Positive aus dieser Partie mit. Ich habe heute eine Mannschaft gesehen, die sehr diszipliniert und leidenschaftlich agiert und einen sehr einfachen, klaren Fußball gespielt hat.“ In der 95. Minute hatte Philipp Simon sogar noch den Dürener Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber am glänzend reagierenden Gästekeeper. „Alles in allem ist es ein gerechtes Remis, welches wir sehr gerne mitnehmen“, so Lausberg.

Kruth: „Wer weiß, wie wertvoll dieser Punkt noch sein kann“

Für Gladbach fühlte sich der Punktgewinn aufgrund des späten Zeitpunkts fast wie ein Sieg an. „Hinten raus hatten wir dann viel Energie. In der Nachspielzeit wurde uns dann endlich der dritte berechtigte Elfmeter zugesprochen, den Tristan Arndt zum 2:2-Endstand verwandelte. Wer weiß, wie wertvoll dieser Punkt am Ende noch sein kann“, bilanzierte Kevin Kruth. Er richtet den Blick bereits nach vorne: „Es macht für uns keinen Sinn, auf andere Ergebnisse zu schauen – wir müssen Woche für Woche unsere Hausaufgaben erledigen. Genau so gehen wir auch die nächste Woche gegen Pesch an.“