2026-03-25T14:09:28.761Z

Allgemeines

Landsbergs Berwein: "Regionalliga ist einfach geil!"

Vize-Kapitän des TSV hat schon für drei Vereine in der bayerischen Top-Liga gespielt

von Thomas Ernstberger · Heute, 10:30 Uhr · 0 Leser
Schwer zu stoppen: Maxi Berwein hat in insgesamt 37 Bayernliga-Spielen schon 23 Tore für den TSV Landsberg erzielt, elf in der laufenden Saison
Schwer zu stoppen: Maxi Berwein hat in insgesamt 37 Bayernliga-Spielen schon 23 Tore für den TSV Landsberg erzielt, elf in der laufenden Saison – Foto: Thomas Ernstberger

Am Samstag Bayernliga-Spitzenspiel in Landsberg gegen den SV Kirchanschöring. "Berwys" Tor beim 2:1 gegen Pipinsried widmet der Offensiv-Leader der Lechstädter seinem am Tag zuvor verstorbenen Vater.

Landsberg - Der Antrag auf Regionalliga-Zulassung ist gestellt, jetzt muss die Mannschaft des TSV Landsberg dafür sorgen, dass die sportliche Qualifikation geschafft wird. Dafür wäre ein Heimsieg an diesem Samstag (Anpfiff: 14 Uhr) gegen den Tabellen-Vierten SV Kirchanschöring ein wichtiger Schritt. Der Bayernliga-Meister steigt normalerweise (immer Zulassung vom Verband vorausgesetzt) direkt auf – in der Süd-Gruppe kann in diesem Jahr aber auch Platz 2 für die vierte Liga reichen: Wenn 1860 II Meister wird und die Erste der Münchner Löwen (mal wieder) den Aufstieg in die 2. Liga verpasst.

Spielt die Truppe von Cheftrainer Chris Rech (32) in der Saison 2026/27 erstmals in der bayerischen Top-Liga? Vize-Kapitän Maxi Berwein (30), aktuell mit elf Treffern Landsbergs erfolgreichster Torschütze, will da natürlich hin. Wieder: Schließlich hat er mit dem FC Memmingen, Türkgücü München und dem VfR Garching schon in der Regionalliga gespielt: 71 Einsätze, 14 Tore.

„Da sammelst du Erfahrungen, die dir keiner mehr nehmen kann. Es ist einfach geil, in einem Top-Stadion auf Top-Rasen gegen ein Top-Team zu spielen. Das hat Landsberg noch nie geschafft – da können wir unsterblich werden“, sagt „Berwy.“ Und er stellt klar: „Auch wenn 1860 richtig stark ist, ist mein Ziel klar: Ich will als Meister aufsteigen. Und die Mannschaft wird in den letzten neun Spielen alles geben, um nächste Saison in der Regionalliga zu spielen. Unser großes Plus ist die Mentalität. Alle geben 90 Minuten Vollgas, jeder kämpft für jeden - das macht uns stark.“

Die Entscheidung der neuen Vorstandschaft um Abteilungsleiter Werner Seemüller, den Antrag auf Zulassung für die 4. Liga zu stellen, ist für Berwein und seine Jungs „ein zusätzlicher Schub. So eine positive Nachricht vom Verein pusht enorm.“ Denn: „Nach dem Rücktritt von Nico Held wussten wir erst mal nicht, wie’s überhaupt weitergeht. Das ist jetzt schon ein ganz anderes Gefühl, da hat Muriz Salemovic tolle Arbeit geleistet. Als ich kam, waren wir ein Abstiegskandidat, eineinhalb Jahre später sind wir ganz vorne mit dabei und die Gegner haben Angst vor uns - das haben wir gut geswitcht. Jetzt wollen wir das, was wir, auch unter Alex Schmidt, begonnen haben, zu einem positiven Ende führen“, so der gebürtige Patenkirchner, der mit Ehefrau Lisa (Hochzeit war im vergangenen Juni) in München-Pasing wohnt.

Der Routinier, auf dem Platz ein echter Leader und eine ständige „Tor-Bedrohung“ für den Gegner, bezeichnet sich selbst als „Frohnatur“ – allerdings hatte er zuletzt nichts zu lachen. Am Tag vor dem Spiel gegen Pipinsried am vergangenen Mittwoch verstarb sein Vater nach langer Krankheit mit nur 62 Jahren. Berwein spielte trotzdem („Fußball tut mir gut“) – und erzielte das 1:0. Ein Tor für den toten Papa: „Das war maximal emotional, ich hab‘ Rotz und Wasser geheult. Mein Vater war ein großer Fußball-Sympathisant, er hätte die größte Freude an dieser Mannschaft gehabt. Und ich war so ergriffen, wie der Verein und die Jungs mit der Situation umgegangen sind und mich getröstet haben. Das ist ein Zusatz-Ansporn für den Rest der Saison.“

Am Mittwoch war Beerdigung in Partenkirchen, jetzt hat „Berwy“ wieder den Kopf frei für erfreulichere Aufgaben auf dem Platz. „Ich fahre gerne nach Landsberg, ich spiele sehr gerne dort. Ich gelte ja als Wandervogel und hatte bei jedem Verein eine gute Zeit. Aber ich war noch nie so erfolgreich wie hier - ich habe erst fünf Spiele verloren und das Gewinnen macht mit dieser Mannschaft besonderen Spaß. Fußball hält mich jung und ich erlebe gerade mit 30 eine sehr geile Zeit.“ Sie soll mit dem Aufstieg gekrönt werden.
Übrigens: Zum Heimspiel gegen Kirchanschöring haben alle Jugendspieler, egal von welchem Verein und von welcher Sportart, mit ihren Eltern freien Eintritt.