2026-04-29T13:32:52.058Z

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Künzel: "Kennst du die Geschichte mit Mourinho und Balotelli?"

Kreisliga A Essen: Das 3:3 im Abstiegsduell zwischen dem Essener SC Preußen und den Sportfreunden Altenessen bot wohl ausreichend Drehungen und Wendungen für einen Hollywood-Schlager. Nach Spielende kochte besonders auf Seiten der Sportfreunde die Stimmung über.

von Markus Becker · Heute, 21:15 Uhr · 0 Leser
Trotz zweier Platzverweise konnte sich die Elf von Daniel Künzel über einen Punkt im Abstiegskampf freuen.
Trotz zweier Platzverweise konnte sich die Elf von Daniel Künzel über einen Punkt im Abstiegskampf freuen. – Foto: Markus Becker

Nach dem turbulenten 3:3 zwischen dem Essener SC Preußen und den Sportfreunden Altenessen lagen die Emotionen auch nach Abpfiff noch blank. Während Preußen-Coach Daniel Künzel den Zähler trotz Unterzahl als Erfolg einordnete, fühlte sich Altenessens Trainer Erkan Sahin um den möglichen Sieg gebracht.

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Scharfe Kritik und Ratlosigkeit

"Das ist ein Punktgewinn für uns“, stellte Künzel klar. Angesichts der langen Phase in Unterzahl – zwischenzeitlich sogar in doppelter Unterzahl – habe sich seine Mannschaft den Zähler "hart erarbeitet“. Besonders die kämpferische Leistung hob der Preußen-Trainer hervor: "Läuferisch, kämpferisch war das wirklich top.“ Die Vielzahl strittiger Entscheidungen wollte er nicht überbewerten, auch wenn er einzelne Platzverweise als "diskutabel“ bezeichnete. Für ihn zählte schlussendlich vor allem die tabellarische Situation: "Wichtig ist, dass die Distanz nach unten gleich bleibt.“

Ganz anders fiel die Gefühlslage bei Sahin aus. Der Trainer der Sportfreunde haderte vor allem mit der entscheidenden Szene in der schon zweistelligen Nachspielzeit, als der vermeintliche Siegtreffer zum 4:3 wegen Abseits aberkannt wurde. "Das ist einfach ein Witz. Das kann einfach kein Abseits sein“, sagte er und legte nach: "Geht der Ball daneben, pfeift er das niemals ab. Er pfeift nur Abseits, weil der Ball reingeht. Jetzt gehst du mit dem 3:3 nach Hause, obwohl du eigentlich 4:3 gewinnst.“ In der Tat liegt dieser Redaktion ein Video der Szene vor, in dem eine Abseitsposition nicht zu erkennen ist.

Der Ärger von Erkan Sahin war begründet.
Der Ärger von Erkan Sahin war begründet. – Foto: Markus Becker

Sahin kritisierte die Spielleitung insgesamt deutlich und sprach von einer durchgehenden Benachteiligung seiner Mannschaft. "Von Minute eins war das genauso“, erklärte er. Tatsächlich erwischte der Unparteiische wahrlich keinen Sahnetag. Insbesondere die Verteilung von Karten wirkte bisweilen willkürlich.

Mit Blick auf die Tabellensituation wog der Ärger bei Sahin umso schwerer: Mit einem Sieg hätte man mit dem direkten Konkurrenten gleichziehen können, stattdessen müssen die Sportfreunde in den verbleibenden drei Spielen nun einen Rückstand aufholen. "Die Jungs reißen sich am Dienstag und Donnerstag den Arsch auf. Und dann sowas. Dann wird unsere Leistung so in den Dreck gezogen.“

Auf die Frage, wie er seine Mannschaft nach diesem Spiel wieder aufrichten will, blieb er ratlos: "Ich weiß es nicht.“

"Kennst du die Geschichte mit Mourinho und Balotelli"

Künzel konnte die Lage deutlich nüchterner einordnen, zumal die Ausgangssituation vor den entscheidenden Wochen im Vergleich günstiger erscheint. Dennoch musste auch er einen Wermutstropfen hinnehmen: Mit William Sener und Michael-Detlef Andres werden gleich zwei Spieler rotgesperrt im Duell mit der SpVg Schonnebeck II (10. Mai) fehlen. Besonders Sener agierte in der ersten Hälfte mehrfach kopflos und hätte bereits früher des Feldes verwiesen werden können.

William Sener trat in der ersten Hälfte mehrfach in den Vordergrund.
William Sener trat in der ersten Hälfte mehrfach in den Vordergrund. – Foto: Markus Becker

Auf die Frage, warum der Angreifer dennoch zur zweiten Halbzeit auf dem Platz stand, antwortete Künzel schmunzelnd: "Kennst du die Geschichte mit Mourinho und Balotelli?“ Damit spielte er auf eine bekannte Anekdote von José Mourinho an, der seinen damaligen Schützling Mario Balotelli eindringlich zur Disziplin ermahnte, dabei aber auf taube Ohren stieß. "Das war bei uns exakt so. Ich habe ihm in der Halbzeit gesagt, dass er sich bitte zurückhalten soll. So zehn bis 15 Minuten musste er noch spielen.“ Doch schon nach neun Minuten im zweiten Durchgang sah Sener die Ampelkarte. Schlussendlich nur eine weitere Episode in einer ohnehin denkwürdigen Begegnung im Abstiegskampf.