2025-04-02T15:12:16.030Z 1743678740756

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Chris Kramer empfindet seine aktive Laufbahn aktuell schon ziemlich weit entfernt.
Chris Kramer empfindet seine aktive Laufbahn aktuell schon ziemlich weit entfernt. – Foto: Benni Emrich

Kramer mit überraschender Erkenntnis

Christoph Kramer hat seinen Abschied von Borussia Mönchengladbach reflektiert. „Nach kurzer Zeit kräht kein Hahn mehr nach dir“, sagt Kramer. Der 33-Jährige berichtet von einem „Klassentreffen“ im Borussia-Park – und prognostiziert Bochums Ligaverbleib.

Fünf Monate ist es her, dass Christoph Kramer unter Tränen seinen Abschied von Borussia Mönchengladbach verkündet hat. Beim Jahresauftakt gegen den FC Bayern München war Kramer gemeinsam mit Lars Stindl, Patrick Herrmann und anderen Ex-Spielern im Borussia-Park zu Gast. „Das war wie ein altes Klassentreffen, richtig schön. Aber es hat sich angefühlt, als wären wir die Uefa-Cup-Sieger von 1974 gewesen“, sagt Kramer im Podcast „Copa TS“.

Während Stindl sich im Sommer 2023 für sein letztes Profijahr in Richtung Heimat zum Karlsruher SC verabschiedete, war für Kramer, Herrmann und Tony Jantschke im vergangenen Jahr Schluss. „Als im Stadion nicht mehr Jantschke, Stindl, Kramer, Herrmann rumliefen, habe ich mir gedacht, wie der Laden weiterlaufen soll“, erzählt Kramer und berichtet von einer Erkenntnis: „Nach ganz kurzer Zeit kräht kein Hahn mehr nach dir. Man merkt, dass man gar nicht so wichtig war, wie man es empfunden hat.“

Kramer verbindet nur Schönes mit Gladbach

In Bezug auf seine Jahre bei Borussia habe er in den vergangenen Monaten grundsätzlich viel über das Thema Zeit nachgedacht. „Ich habe voll Frieden mit dem Thema geschlossen. Ich verbinde mit Gladbach nur Schönes, aber irgendwie in weiter Ferne“, sagt Kramer, dessen Vertrag nach insgesamt zehn Spielzeiten für den Klub aufgelöst wurde.

243 Spiele bestritt er für Borussia, für die Gladbach-Anhänger war Kramer auch aufgrund seiner Vereinstreue eine wichtige Identifikationsfigur. „Jetzt hast du da auf einmal Reitz und Kleindienst. Keine Sau interessiert mehr, was vor einem halben Jahr war. Das ist gut so, aber das hätte ich nicht gedacht“, sagt Kramer, der im November mit Deutschland an der Kleinfeld-WM in Katar teilnahm.

Offiziell hat Kramer seine Karriere als Profifußballer noch nicht beendet, laut eigener Aussage treibe er nach wie vor viel Sport, um sich fitzuhalten. „Zeitlich gesehen mache ich mehr Sport als vorher. Ich habe, menschlich und anatomisch gesehen, ein sehr großes Herz. Deswegen muss ich ganz viel abtrainieren, sonst kann das wirklich gefährlich sein irgendwann“, sagt Kramer.

Duell von Kramers Ex-Klubs und Ex-Trainern

Am Samstag (18.30 Uhr, Sky) empfängt Borussia Mönchengladbach den VfL Bochum, für Kramer ist es das Duell zweier Ex-Klubs – in Gerardo Seoane und Dieter Hecking stehen zudem zwei Ex-Trainer Kramers an der Seitenlinie.

„Die Art, wie der VfL Bochum unter Dieter Hecking spielt, ist genau die Art, die sie wieder für Punkte infrage kommen lässt. Sie machen es ganz eklig, ganz intensiv – so wie man den VfL Bochum aus den Vorjahren kennt“, sagt Kramer – und prognostiziert Bochum den Klassenerhalt. „Ich glaube tatsächlich, dass Bochum es wieder über die Relegation schaffen wird.“

Aufrufe: 022.1.2025, 21:00 Uhr
RP / Hannah GobrechtAutor