
Die Vorzeichen vor dem anstehenden Kellerduell könnten kaum unterschiedlicher sein: Die SpVg Porz reist mit maximalem Selbstvertrauen nach Weiden, um den Vorsprung auf die Abstiegsränge vorentscheidend auszubauen, während die Teutonia nach einem Fehlstart den Turnaround erzwingen muss.
Der Abstiegskampf in der Mittelrheinliga steuert auf eine Weichenstellung zu. Während die Gäste der SpVg Porz mit zwei Siegen aus zwei Partien einen perfekten Rückrundenstart hinlegten, herrscht in Weiden nach der Winterpause Tristesse: Null Punkte und ein Torverhältnis von 0:10 lautet die bittere Bilanz der ersten beiden Spiele im Jahr 2026. Seit September wartet der Tabellenvierzehnte nun schon auf ein Erfolgserlebnis, was die kommende Aufgabe gegen den formstarken Tabellenzwölften zu einer Herkulesaufgabe macht.
Für den Porzer Trainer Jonas Wendt bietet die Partie die große Gelegenheit, die Planungssicherheit für die kommende Saison massiv zu erhöhen. „Wir wissen natürlich um die Bedeutung dieses Spiels. Wir haben die Chance, unseren Rückrundenstart zu vergolden. Gleichzeitig wissen wir auch, dass der FC Pesch gegen die Sportfreunde Düren spielt. Wenn wir die gleiche Einstellung an den Tag legen wie in den ersten beiden Spielen, dann haben wir sehr gute Chancen, die Partie für uns zu entscheiden“, erklärt der 43-Jährige. Wendt ist sich bewusst, dass ein Dreier – je nach Ausgang der Konkurrenzduelle – das Polster auf die Abstiegszone auf satte 14 Punkte anwachsen lassen könnte. „Das wäre ein riesiger Schritt in Richtung Klassenerhalt. Dann wäre zwar noch nicht alles entschieden, aber wir wären dem Ziel schon sehr nahe“, so die Einschätzung des Übungsleiters.
Trotz der deutlichen 0:6-Niederlage der Weidener in der Vorwoche gegen Wegberg warnt man in Porz vor dem Potenzial des Gegners, der das Hinspiel immerhin mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Wendt verortet den psychologischen Vorteil dennoch bei seiner Elf: „Die Vorzeichen sind damit ähnlich wie in der vergangenen Woche gegen die Sportfreunde. Der Druck liegt eher bei ihnen als bei uns. Wenn wir dort punkten oder sogar gewinnen, könnten wir den Abstand nach unten noch einmal vergrößern.“ Gleichzeitig betont er den Respekt vor der individuellen Qualität der Teutonia: „Natürlich gehört im Fußball auch immer ein bisschen Spielglück dazu – vielleicht auch die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung. Trotzdem sind wir gut vorbereitet. Wir haben großen Respekt vor Teutonia Weiden, weil wir wissen, dass sie in ihren Reihen einige sehr gute Spieler haben. Gleichzeitig wissen sie selbst, dass dieses Spiel für sie so etwas wie eine der letzten Chancen sein könnte und sie unbedingt gewinnen müssen.“
Personell muss die SpVg allerdings auf wichtigen Positionen improvisieren. Giro Pletto fehlt weiterhin aufgrund einer Sperre, und auch Tomislav Mrkalj muss nach seiner fünften Gelben Karte zuschauen. „Dadurch müssen wir auf der Sechserposition personell etwas umbauen, aber insgesamt sind wir gut aufgestellt, denn ansonsten sind alle Spieler an Bord“, gibt sich Wendt zuversichtlich. Für Porz geht es darum, die Gunst der Stunde zu nutzen, während Weiden alles in die Waagschale werfen muss, um den Anschluss an das rettende Ufer nicht endgültig zu verlieren.