2024-03-01T12:31:23.136Z

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Konny Höß hat den Dorfverein FC Pipinsried bis in die Regionalliga geführt.
Konny Höß hat den Dorfverein FC Pipinsried bis in die Regionalliga geführt. – Foto: Imago Images / Sven Leifer

Konny Höß blickt zurück: „Hürzeler war ein verzogenes Arztsöhnchen, den hab ich zum Mann gemacht“

Kernige Aussagen vom FCP-Ehrenpräsident

Konny Höß, Ehrenpräsident des FC Pipinsried, hat ein kerniges Interview gegeben. Der 83-Jährige blickt zurück auf seine Amtszeit beim Dorfklub.

Pipinsried/München – 51 Jahre hatte Konrad „Konny“ Höß beim FC Pipinsried das Sagen. Mit dem Aufstieg 2018 hat er sein Amt als Oberhaupt niedergelegt. Er führte den Dorfklub aus dem Dachauer Hinterland bis in die Regionalliga und ist inzwischen Ehrenpräsident. Sein Name bleibt untrennbar mit dem FCP verbunden. Ab und zu schaut er noch beim Training zu, geht zum Clubabend oder gönnt sich Spiele wie gegen die Löwen im Toto-Pokal in der FCP-Arena.

Die allererste Partie des Klubs ging einst 1:15 verloren, erinnert sich der 83-Jährige im Interview mit der SZ. Doch wie kam Höß damals überhaupt auf die Idee mit dem FC Pipinsried? „Ich wollte einfach den Fußballverein“, blickt der ehemalige FCP-Macher zurück. „Am Anfang hat jeder gespielt, der Kölbl, der Maurer, jeder, der Fußballschuhe anziehen konnte.“

„Der Hürzeler war ein verzogenes Arztsöhnchen, den hab ich in Pipinsried erst zum Mann gemacht.“

Konny Höß.

Über die Jahre hat er viele talentierte Kicker in die kleine Gemeinde gelockt. „Ich bin ein Naturtalent“, sagt Höß. „Wenn ich einen Spieler zweimal gesehen habe, wusste ich sofort, bis zu welcher Klasse es bei ihm reicht.“ Der ehemalige Mittelstürmer hatte aber auch ein gutes Auge für Trainer. Fabian Hürzeler, derzeit als Tabellenführer der 2. Bundesliga mit dem FC St. Pauli in aller Munde, startete seine Laufbahn beim FCP.

„Der Hürzeler war ein verzogenes Arztsöhnchen, den hab ich in Pipinsried erst zum Mann gemacht“, behauptet Höß in gewohnt kerniger Manier. „Der macht jetzt große Karriere.“ Selbst habe er nie Ablösesummen bezahlt, dafür aber gerne welche eingestrichen. „Ein paar Tausend Euro“ hätten Spieler teilweise gebracht. „Für einen kleinen Verein sehr viel.“ Auf die Frage, ob er der Uli Hoeneß des Amateurfußballs sei, sagt Höß: „Ohne dass ich mich da selber lob, ist das so.“

„Ich habe andere Meinungen immer akzeptiert, aber ich wusste es halt auch besser als die anderen.“

Konny Höß über seinen Führungsstil beim FC Pipinsried.

Von den Fußballern habe er immer „Ordnung und Disziplin verlangt. Sobald ich gemerkt habe, dass einer menschlich nicht korrekt ist oder Verträge nicht einhält, konnte ich auch skrupellos sein“ - ganz in bester Hoeneß-Manier. Auch sein Führungsstil ähnelt dem des Ehrenpräsidenten des FC Bayern an mancher Stelle. „Ich habe andere Meinungen immer akzeptiert, aber ich wusste es halt auch besser als die anderen.“

Und mit allen Wassern war Höß ohnehin gewaschen. Der Rasenplatz in Pipinsried war sein „Heiligtum“, wie er selbst sagt. Trotzdem habe er manchmal „auch Spiele abgesagt, wenn die Mannschaft nicht gut in Form war und die Bedingungen gerade so an der Grenze waren. Mir ist da immer was eingefallen in meiner Karriere.“ (jb)

Aufrufe: 012.2.2024, 14:40 Uhr
Jörg BullingerAutor