2026-04-08T20:34:17.496Z

Allgemeines

"Kompass-Modell" als Lösung der Regionalliga-Reform?

Weil nicht alle Regionalliga-Meister in die 3. Liga aufsteigen, arbeitet stellvertretend die "AG Regionalliga-Reform" an einem Lösungsansatz für eine grundliegende Änderung der Auf- und Abstiegsregelung in der 3. Liga und den noch fünf Regionalligen. Im Blickpunkt steht zurzeit das "Kompass-Modell". Was dahinter steckt.

von André Nückel · 17.02.2026, 21:31 Uhr · 0 Leser
Tenor: Alle Regionalliga-Meister müssen aufsteigen.
Tenor: Alle Regionalliga-Meister müssen aufsteigen. – Foto: IMAGO / Picture Point

In ihrer vierten Sitzung hat sich die Arbeitsgruppe "Regionalliga-Reform" noch auf keine Lösung geeinigt. Wie der DFB mitteilt, hat diesmal das "Kompass-Modell" im Fokus gestanden. Auch in diesem Fall gäbe es eine Reduzierung auf vier statt bisher fünf Regionalligen.

"Kompass-Modell" für kürzere Anfahrten

Anstoß der gesamten Diskussion ist nämlich das Problem, dass es nur vier Aufstiegsplätze zur 3. Liga, aber insgesamt fünf Meister in den fünf Regionalligen gibt. Bedeutet: Drei Meister (gesetzt West und Südwest) steigen direkt auf, die Regionalliga-Meister aus Bayern, dem Norden und Nordosten stellen im Wechsel einen direkten Drittliga-Aufsteiger, während die verbliebenen Titelträger in einer Aufstiegsrelegation mit Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger ausspielen. Ein Meister bleibt also immer auf der Strecke.

Einigkeit herrscht deutschlandweit zumindest in dem Punkt, dass Meister aufsteigen müssen. Im sogenannten "Kompass-Modell" gäbe es eine viergleisige Regionalliga, in der sich Staffeln "nicht mehr nach Verbandsgrenzen richten", wie es der Name schon suggeriert. Die vier Staffeln würden in jeder Saison anhand der kürzesten Fahrstrecken zusammengesetzt werden.

"Die Abstiegsregelung in der Regionalliga wäre in diesem Modell ebenfalls einheitlich und nicht mehr von der regionalen Zugehörigkeit der Absteiger aus der 3. Liga abhängig. Es könnte also nicht mehr in einzelnen Staffeln zu einem verstärkten Abstieg kommen. Auch die bestehenden Aufstiegsregelungen aus der 5. Liga könnten beibehalten werden", teilt der DFB mit.

AG Regionalliga-Reform ist nicht beschlussfähig

Dr. Michael Vesper, Vorsitzender der Arbeitsgruppe, erklärt nach dem vierten Termin: "Die Diskussionen sind intensiv, ich nehme sie aber weiterhin als konstruktiv wahr. Klar ist: Wenn jeder nur aus seiner eigenen Brille auf die Dinge schaut, werden wir keine Lösung finden. Wir müssen daher immer das Gesamtbild im Blick behalten. Ich halte es im Sinne der Sache weiterhin für entscheidend, dass wir verstärkt positive Aspekte einzelner Modelle betrachten und nicht allein gegen etwas argumentiert wird."

Ob sich die AG beim nächsten Termin am 25. März auf eine Empfehlung einigt, bleibt abzuwarten. Wichtig ist zu erwähnen, dass diese Arbeitsgruppe nicht beschlussfähig ist, sprich: Die Regional- und Landesverbände müssen einer möglichen Reform zustimmen. Viel wird auch davon abhängen, wie die Abstiegsregelung in einer Übergangssaison aussieht, denn bei einer Reduzierung auf vier Staffeln, wird es viel mehr Absteiger als bislang geben müssen. Einzige Ausnahme: Die U23- und U21-Mannschaften verschwinden aus der 3. Liga und Regionalliga. Auch das ist eine thematisierte Option, die aber auf wenig Gegenliebe der Bundes- und Zweitligisten stößt.

Wie sich die "AG Regionalliga-Reform" zusammensetzt

Die Konferenz der Regional- und Landesverbandspräsidenten hat sich im September 2025 auf folgende Zusammensetzung für die AG Regionalliga-Reform verständigt:

  • Jeweils 1 Vereinsvertreter aus jeder Regionalliga-Staffel (insgesamt 5)
  • Jeweils 1 Verbandsvertreter aus jeder Regionalliga-Staffel (insgesamt 5)
  • 1 Vertreter des DFB
  • 1 Vertreter der DFL
  • 1 neutrale Person als Vorsitz