2026-04-29T13:32:52.058Z

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Kommentar zur Regionalliga-Farce: Die Argumente werden weniger...

Ein Meinungsbeitrag von FuPa-Redakteur Mathias Willmerdinger

von Mathias Willmerdinger · Heute, 08:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Imago Images

Von den führenden sieben Teams einer Liga will nur eine einzige Mannschaft aufsteigen. Gibt’s nicht? Gibt’s doch. Das ist nämlich die Konstellation in der Regionalliga Bayern. Nach dem Aufstiegsverzicht der SpVgg Unterhaching wird die spannendste Saisonfrage endgültig zur Farce. Die Luft ist raus vorm Höhepunkt. Das ist nicht nur schade für alle Fans der Regionalliga Bayern. Gerade vor dem Hintergrund der Reformbemühungen ist das für die Bayern-Staffel desaströs. Die Argumente werden weniger, warum ausgerechnet Bayern, wo kaum einer aufsteigen will, eine eigene vierte Liga braucht.

Freilich kann man den Klubs kaum einen Vorwurf machen, wenn sie sorgfältig Für und Wider abwägen. Der Aufstieg in die 3. Liga ist wohl der markanteste Sprung im deutschen Fußball, aus Amateur- wird Profitum, gerade auch was die Strukturen rund um die Mannschaft betrifft. Das stellt viele Vereine vor große finanzielle Herausforderungen. Bayreuth und Schweinfurt sind den Klubs aus Bayern ein mahnendes Beispiel. Die "Oldschdod" kämpft noch heute heftig mit dem Nachwehen aus dem Drittliga-Abenteuer aus der Saison 2022/23. Die Schnüdel feierten vor ziemlich genau einem Jahr frenetisch den Titel und den Aufstieg in die 3. Liga. Die Ernüchterung folgte schnell: Von Anfang an waren die 05er eine Etage höher chancenlos. Der Abstieg ist längst schon wieder besiegelte Sache - und die Schweinfurter stehen vor einer ungewissen Zukunft. Verständlich deshalb, dass es sich Vereine zweimal überlegen, den Sprung in den Profifußball zu wagen.

Allerdings passt dann folgendes nicht ins Bild: Ausgerechnet der Bayerische Fußball-Verband (BFV) kam nach einem mühsam errungenen Konsens und der Fokussierung auf zwei Modelle - Stichwort "Kompass" und "Regionen" - zuletzt plötzlich mit einem eigenen Reformvorschlag um die Ecke. Die Befürworter der Reform-Bewegung zeigten sich daraufhin reichlich irritiert, interpretieren das Verhalten als Verschleppungstaktik und wandten nicht ganz unberechtigt ein, warum der Ansatz denn nicht bei den Zusammenkünften der DFB-Arbeitsgruppe erörtert worden sei, wo genau solche Vorschläge hätten diskutiert werden können. Vor dem Hintergrund der sportlichen Farce in der Regionalliga Bayern wirkt der Vorstoß aus München reichlich deplatziert. Es verfestigt sich gerade ein Bild bei den Fußballfans in Deutschland: Aus Bayern will eh keiner aufsteigen, aber eine Reform wird blockiert. Nach den neuesten Entwicklungen gehen langsam die Argumente aus. Warum Bayern eine eigene Regionalliga braucht, ist wohl kaum noch jemandem vermittelbar...