
Zwar musste sich die SpVg Porz am vergangenen Spieltag mit 3:8 beim SSV Merten geschlagen geben, durch die zeitgleichen Patzer der Konkurrenz ist der Klassenverbleib aber dennoch in trockenen Tüchern. Somit geht die SpVg demnächst auch im vierten Jahr in Serie in der Mittelrheinliga an den Start und stellt damit einen neuen Vereinsrekord auf. Das Heimspiel gegen die SpVg Frechen 20 kann der Tabellen-15. demnach ohne Druck angehen, während die Gäste noch um den sechsten Tabellenrang mitmischen.
Mit 2:4 musste sich die SpVg Frechen 20 am Pfingstmontag gegen den direkten Tabellennachbarn FC Wegberg-Beeck geschlagen geben. Angesichts des formulierten Saisonziels, den sechsten Tabellenplatz zu erreichen, ein herber Rückschlag. Schließlich konnte sich der Konkurrent durch den Dreier im direkten Duell auf drei Punkte vom Verfolger absetzen. Dass die 20er dennoch einen starken Auftritt lieferten, davon zeigt sich Übungsleiter Okan Özbay überzeugt. Um nun gegen den Underdog aus Porz erfolgreich zu sein, bräuchte es aus Sicht des 33-Jährigen eine ähnliche Leistung:
„Mit Wegberg-Beeck haben wir gegen einen Top-Gegner gespielt. Leistungstechnisch war alles in Ordnung, es war ein Spiel auf Augenhöhe. Gegen Porz brauchen wir mindestens die gleiche Leistung, um als Sieger vom Patz zu gehen“, stellt der Chefcoach klar. Dabei spricht der Übungsleiter durchaus aus eigener Erfahrung. Schließlich stehen sich Porz und Frechen bereits zum dritten Mal innerhalb dieser Spielzeit gegenüber. Während es im Mittelrheinpokal im September noch einen souveränen 5:1-Erfolg über den Kontrahenten zu bejubeln gab, folgte im Hinrunden-Duell ein knapper 3:2-Sieg.
Dass es auch diesmal - trotz des bereits feststehenden Klassenerhalts der Porzer - alles andere als leicht werden wird, drei Punkte einzuheimsen, steht für Özbay außer Frage: „Sie sind zurecht in der Liga geblieben. Ich glaube schon, dass sie das letzte Heimspiel erfolgreich abschließen wollen. Darauf werden wir uns einstellen müssen“, warnt der Cheftrainer, der am Sonntag selbst garnicht an der Seitenlinie stehen wird. In der hitzigen Schlussphase gegen Wegberg-Beeck hatte sich Özbay eine Gelb-Rote-Karte eingehandelt, weshalb er in Porz auf der Tribüne Platz nehmen muss.
Während es für die Gäste aus Frechen demnach tabellarisch noch um etwas geht, kann die SpVg Porz die Saison entspannt ausklingen lassen. Mit 25 Punkten auf der Habenseite rangiert die Elf von Chefcoach Jonas Wendt auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz, neun Punkte vor der Grauzone. Weder der FC Teutonia Weiden noch die Sportfreunde Düren können die Porzer noch einholen, weshalb der Klassenerhalt auch in der dritten Mittelrheinliga-Spielzeit in Serie gesichert ist. Das dieser Erfolg alles andere als selbstverständlich ist, unterstreicht Übungsleiter Wendt klar: „Wir haben unser Saisonziel erreicht. Mit den Beständen, die wir haben, ist das ein großer Erfolg. Es ist der dritte Klassenerhalt in Folge, das hat der Verein in der über 100-jährigen Vereinshistorie noch nie geschafft“, hebt der 43-Jährige hocherfreut hervor und ergänzt: „Wir schreiben quasi Jahr für Jahr Geschichte.“ Zwar zeigte die Formkurve der SpVg - die seit Ende Februar auf einen Ligasieg wartet - zuletzt nicht gerade nach oben, dennoch könne die Wendt-Elf guten Mutes in die letzten beiden Ligaspiele gehen:
„Natürlich waren wir mit der Gegentorflut in dieser Saison nicht d´accord, da müssen wir uns in der nächsten Saison definitiv anders präsentieren. Was uns aber immer zugute kam ist, dass wir immer für ein Tor gut waren. In den nächsten Spielen können wir jetzt natürlich befreit aufspielen“, ordnet der Coach die Gemengelage seiner Mannschaft vor dem letzten Saison-Heimspiel am Wochenende. In diesem will sich die SpVg dann noch einmal von seiner besten Seite präsentieren, um den Zuschauern „ein gutes Spiel“ liefern zu können. Dass es dafür allerdings einen Top-Auftritt braucht, weiß auch Wendt: „Im Pokal waren wir gegen Frechen chancenlos, im Hinspiel dann auf Augenhöhe. Am Ende müssen wir einfach ein Tor mehr schießen als der Gegner“, bilanziert der Übungsleiter abschließend.
Der gesicherte Ligaverbleib wirkt sich allerdings nicht nur auf die Tabellensituation der Hausherren positiv aus. Im letzten Heimspiel der Saison hat der Trainer nun auch die Möglichkeit, personell ordentlich durch zu wechseln und seinen Stammspielern eine Pause zu gönnen. Angesichts dessen wird Wendt, der bereits seit acht Jahren ununterbrochen an der Seitenlinie der SpVg steht und den Klub 2023 zurück in die fünfthöchste Spielklasse führte, auf einigen Positionen umstellen:
„Wir werden kräftig durch rotieren und Spielern, die nicht so häufig gespielt haben, die Chance geben. Zwölf bis 13 Spieler werden den Verein im Sommer verlassen, für einige ist es daher das letzte Heimspiel“, verrät der Chefcoach. Bis auf Top-Knipser Metin Kezil und die Langzeitverletzten Taylan Gülmez und Buhari Ibn-Tusina kann Wendt auf alle Kaderspieler zurückgreifen. Und auch sein Gegenüber Okan Özbay hat durch die voraussichtliche Rückkehr von Hassan Ali und Luc Mäntele wieder das volle Personal zur Verfügung.