
Der Tiefpunkt der wochenlangen Formdelle von Kellerkind FC Teutonia Weiden scheint erreicht: Am 22. Spieltag der Mittelrheinliga kassiert das Team von Chefcoach Cemil Temür ein halbes Dutzend Tore und unterliegt dem TuS Blau-Weiß Königsdorf schlussendlich mit 0:6. Für den abstiegsbedrohten Tabellenvorletzten ist es bereits die vierte Niederlage in Serie, wohingegen Königsdorf erstmals in dieser Spielzeit drei Ligaspiele in Folge gewinnt. Dieser Meilenstein stimmt allen voran Übungsleiter Takahito Ohno positiv, der die Leistung seiner Mannschaft nach Spielende in höchsten Tönen lobt.
Die Ausgangslage war vor Spielbeginn angesichts der verschiedenen Formkurven klar. Dass die Partie schlussendlich dermaßen einseitig verlaufen sollte, war jedoch nicht zu erahnen. Während Königsdorf nach Erfolgen über Tabellennachbar SpVg Porz (3:1) und den FC Wegberg-Beeck (2:1) mit breiter Brust ins Heimspiel startete, stand die Teutonia nach Niederlagen gegen den SSV Bornheim (0:4), den Siegburger SV (Nichtantritt) und die Sportfreunde Düren (3:4) gehörig unter Druck. Diesem konnte die Teutonia schlussendlich nicht standhalten, was sich im Endresultat klar bemerkbar macht.
Schon nach sechs absolvierten Minuten war es BW-Stürmer Kevin Marnu, der die Vorarbeit von Kapitän Noah Can Kurmali zum frühen Führungstreffer der Hausherren verwertete. Wenig später war es dann der Vorlagengeber höchstselbst, der mit seinem zehnten Saisontreffer auf 2:0 stellte (23.). Noch vor der Pause erhöhte Lukas Pesch auf 3:0 (32.) und sorgte somit bereits vor dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse. Auch nach dem Wiederbeginn übernahmen die Blau-Weißen die Kontrolle und knipsten munter weiter: Nachdem Königsdorfs Top-Torjäger Kurmali unmittelbar nach dem Wiederanpfiff zunächst per Foulelfmeter das 4:0 verantwortete (47.), ließ Joker Deniz Güllü fünf Minuten vor Spielende Tagestreffer Nummer fünf folgen (84.). In der Nachspielzeit vollendete Matchwinner Kurmali dann noch zum 6:0-Endstand (90+1.).
Bereits im Vorfeld hatte Königsdorf-Coach Takahito Ohno die große Möglichkeit hervorgehoben, erstmals in dieser Saison drei Ligaspiele in Folge zu gewinnen. Nachdem dies nun problemlos gelingen konnte, zeigt sich der 30-jährige Übungsleiter folgerichtig hochzufrieden: „Das war ein sehr wichtiger Sieg, ich bin mit meinen Jungs im Großen und Ganzen richtig zufrieden. Was mir besonders gut gefallen hat war die Chancenverwertung, die war richtig gut“, lobt der Cheftrainer die Effektivität seiner Mannschaft und betont: „Wir hatten viele gute Kombinationen und haben zum ersten Mal drei Siege in Serie eingefahren. Dass wir zu null gespielt haben hat mir zudem besonders gut gefallen“, freut sich Ohno auch über die stabile Defensivleistung seiner Elf um Schlussmann Jona Hellingrath.
Durch den Kantersieg vergrößert Königsdorf seinen Abstand auf Verfolger 1. FC Düren und festigt einen einstelligen Tabellenplatz. Zugleich scheint der Klassenerhalt - ob des klaren Vorsprungs von 17 Punkten auf die Abstiegsränge - bereits gesichert. Anders sieht es dagegen in Weiden aus: Mit nach wie vor zwölf Punkten auf der Habenseite wird die Lage im Tabellenkeller immer brenzliger. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt weiterhin acht Zähler. Insbesondere die Offensivausbeute lässt zu Wünschen übrig: Lediglich 18 Tore konnte die Teutonia im bisherigen Saisonverlauf erzielen, so wenige wie kein anderes Team. Gegen Königsdorf blieb die Elf um Spielführer Meik Kühnel bereits zum 14. Mal sieglos. Mit dem SV Eintracht Hohkeppel wartet am kommenden Wochenende zudem ein echtes Top-Team auf das Kellerkind, was die Situation nicht gerade vereinfacht. Auch Königsdorf steht derweil vor einer „schwierigen Aufgabe“: Der Tabellenneunte gastiert beim zweitplatzierten Siegburger SV 04.