
Bayernligist Türkgücü München kämpft weiter um seine Existenz. Der Münchner Verein ist offenbar weiter hoch verschuldet.
München – Es hört nicht auf bei Türkgücü München. Kaum vergehen ein paar ruhige Tage, kaum scheint eine Krise gemeistert, kommt schon die nächste drohend um die Ecke. Erneut schwebt ein Damoklesschwert über dem krisengeplagten Verein, der sich tapfer Woche für Woche gegen die aufkommenden Existenzängste wehrt. Der aktuellste Fall könnte jedoch das endgültige Aus bedeuten. Eine neue Frist läuft ab, und diesmal steht deutlich mehr auf dem Spiel als nur ein Wochenende ohne Spielbetrieb.
Während Vorstand Serdar Yilmaz jüngst voller Optimismus verkündete „wir sind nicht tot“, sieht die Realität anders aus. Vor exakt einer Woche (10. Oktober) waren alle Spieler vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) ausgeschlossen worden, weil der Mitgliedsbeitrag fehlte und damit die Unfallversicherung nicht gewährleistet war. Die verpasste Frist hatte dem Verein ein Wochenende Spielpause eingebracht. Erst kürzlich folgte die Aufhebung der Sperre.
Der aktuelle Grund für die existenzielle Bedrohung: Die Stadt München hat wohl eine Klage eingereicht und fordert demnach bereits seit langem offene Beträge. Dies berichtet die SZ, die sich auf eine Bestätigung der Klage des Landgerichts München I beruft. Die Summe dürfte den ehemaligen Drittliga-Verein in ernste Schwierigkeiten bringen: Exakt 104.232,10 Euro soll die Stadt verlangen, mit Gebühren und Zinsen sollen es mittlerweile etwa 112.000 Euro sein, wie die SZ berichtet. Den Hauptanteil sollen unbezahlte Stadionmieten aus der Regionalliga-Spielzeit 2022/23 ausmachen.
Wie aus dem Bericht hervorgeht, soll die Stadt das Geld damals wohl nie bekommen und daher für Türkgücü eine Vorauszahlungs-Regelung eingeführt haben. Seither soll der Verein die Miete gezahlt haben, jedoch soll aus der Spielzeit 2023/24 die Pauschale für die Flutlichtnutzung im Grünwalder Stadion offen geblieben sein, die wohl nicht in der Vereinbarung enthalten war. Obwohl Türkgücü mehrfach auf das Mahnverfahren hingewiesen wurde, blieb laut SZ-Informationen eine Reaktion aus.
Das Verfahren soll kurz vor dem Abschluss stehen: Die Klage ging demnach bereits am 1. August ein. Offenbar nahm der Verein auch danach keinen Kontakt zur Stadt auf. Am 6. Oktober erging nach SZ-Informationen ein Versäumnisurteil, das nur bei Ignorierung der Klage ausgesprochen wird. Erwartungsgemäß soll das Urteil zugunsten der Stadt München ausgefallen sein und wurde wohl nach einer zweiwöchigen Einspruchsfrist rechtskräftig. Das bedeutet: Meldet sich Türkgücü in den nächsten Tagen nicht, wird die Zahlung wohl Anfang kommender Woche fällig.
Für die Spieler steht am Wochenende übrigens das Spiel gegen Kottern auf dem Programm. Auch rein sportlich betrachtet geht es bei den Jungs um Spielertrainer Ünal Tosun hier ums Überleben. (mg)